Dietrich Schuler

 

Der Kreatismus räumt auf mit der jahrtausendealten Trennung von Geist und Materie,
die eine so unsägliche Verwirrung in den Köpfen verursacht hat,
insbesondere unter dem Einfluß des Christentums.
Die Naturgesetze liegen in uns selbst.
Anders ausgedrückt:
Wir und die Naturgesetze sind ein und dasselbe.
Die ›Götter‹ sind unter uns.
Für uns ist diese Welt ein einziges göttliches Abenteuer und ein System von Gleisen,
die alle zur Ausfahrt rufen.

 

Vorbemerkung

Der Kreatismus ist ein geschlossenes System, entstanden in den Jahrzehnten nach 1945 aus der geistigen Not einer Katastrophe, die das gründlichste Nachdenken erforderte, eine kategorische Pflicht zur radikalen Selbstprüfung, welche zumindest bei den Deutschen von der kleinen Schar, zu der ich mich zählen darf, eine tiefinnere Bereitschaft fand. Und diese Prüfung ergibt als Resultat etwa das Gegenteil dessen, was uns seit 60 Jahren so marktschreierisch als ›Umerziehung‹ und angeblich korrektes Denken übergestülpt wird. Nicht nur uns, sondern der gesamten weißen Menschheit, und es wird immer deutlicher, daß der Antigermanismus die Grundabsurdität europäischer Politik war und ist, daß dieser aber im engsten Zusammenhang steht mit einer fremden Religion, die die Europäer allzulange als ihr Eigenes mißverstanden haben.

Denn darüber kann es bei Denkenden keinen Zweifel mehr geben: Die ›Offenbarungsreligionen‹ der Wüste, insbesondere das Christentum, wurden zum Unglück Europas. In der Todesnot der weißen Menschheit – die demografischen Daten sprechen eine unmißverständliche Sprache – ist dieses Christentum nicht nur kein Halt, sondern geradezu Gift, weil es alle gesunden Abwehrkräfte lähmt und dagegen die sowohl antideutsche wie auch antiweiße Großlüge unter dem gleisnerischen Gewand höchster Moral und Wohlanständigkeit aktiv fördert. Daß es sich bei dieser Religion um einen heimtückischen Anschlag auf das Leben selber handelt, hat der Prophet Friedrich Nietzsche schon vor fast 150 jähren mit einer Hellsicht ohnegleichen kundgetan.

Die weitere Grunderkenntnis lautet: Die bestehenden neuheidnischen Gruppen, Grüppchen und Versuche sind allesamt untauglich für eine Überwindung der Wüstenreligionen, weil teils betont ›unpolitisch‹, also feige, teils sonst gänzlich verschwommen, nichtssagend und gegenwartsscheu, flüchtend in tausendjährige Vergangenheiten, wo sie dann irgendwo auf ›Atlantis‹ oder sonstigen utopischen Weltgegenden landen, während sich die herrschenden geistigen Zuchtmeister der Gegenwart darüber scheps und scheckig lachen.

Der Kreatismus ist das einzige Neuheidentum, das wirklich zählt, auch wenn es wenig schick erscheinen mag, in solcher Weise pro domo zu reden. Denn die Religion der Zukunft muß ebenso entschieden politisch sein. Wer zur Not des Heute nichts zu sagen weiß, sollte sich nicht kulturhistorisch aufplustern. Bei den Juden waren Religion und Politik, Kultur, Volk, Rasse und Idee immer ein und dasselbe. Diese Tatsache allein hat diesem an sich so kleinen Volk seine einzigartige heutige Weltstellung verschafft. Wenn das Christentum nach einem Wort Benjamin Disraelis ›Judentum für die Nichtjuden‹ ist, so gilt dies ganz sicher genealogisch; aber ebenso klar ist, daß diesem Christentum genau alle jene starken Züge fehlen, die das Judentum herrschend gemacht haben. Die christliche Religion führte demzufolge die von ihm befallenen Völker im Laufe der Jahrhunderte zur politischen Impotenz und zu servilem Kastratentum, und die heute obwaltenden Strömungen vom Marxismus bis zum Liberalismus sind nichts anderes als säkularisiertes, laizistisches Christentum.

Bildarchiv Ahnenrad

Der Kreatismus seinsmäßig und kosmologisch

Die Vorstellung, daß die Welt irgendwann einmal mit einem ›Urknall‹ begonnen habe und sich nun ewig linear bis in unendliche Verschwommenheiten fortentwickle, ist unsinnig und widerspricht allen Erscheinungen von Leben und Dasein. Vielmehr bezeichnet der sog. ›Urknall‹ nur das Ende eines vorausgegangenen Weltjahres oder Äons, weil nämlich die Evolution stets zyklisch zu denken ist, da sich jede Lebensentwicklung kreisläufig vollzieht mit Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt, wobei die Bezeichnung ›Tod‹ relativ gesehen werden muß. Denn alles Seiende ist ewig und unverlierbar, so daß die Kennzeichnung ›tot‹ im absoluten Sinne nur dem Nichts zukäme, was einen grundlegenden kreatistischen Gedanken darstellt.

Der geniale griechische Denker Parmenides erkannte vor 2500 Jahren folgerichtig, daß das Nichts nicht ist, d. h., nicht gedacht werden kann, so daß alles Sein ein notwendiges ewiges Antinichts umfaßt, was grundlegend für den entscheidenden Gedanken der Reinkarnation aller Dinge wird. Die Welt als Antinichts ist unerschaffen, ewig und unzerstörbar, und der Kreatismus lehnt daher mit bisher nie dagewesener Konsequenz alle metaphysischen Chimären, jenseitigen Weltenschöpfer, Überwelten, Paradiese und Höllen ab; damit aber auch eine göttliche ›Vorsehung‹, ein außer uns waltendes Schicksal oder das ›Naturgesetz‹, das ja wiederum einen Gesetzgeber verlangt. Denn solches sei hier schon klar ausgesprochen: Alle diese transzendenten Vorstellungen landen infolge des traditionsgesättigten historischen Trägheitsgesetzes unweigerlich wieder bei ›Jahwe‹ und sind daher untauglich für die letzthinnige Überwindung der Wüstenreligionen. Vielmehr liegt alles Göttliche und Teuflische hier in diesem wirklichen Dasein als dem Antinichts, und alle Reden von Himmeln und Höllen sind nur schwache geborgte Abbilder glutvollen wirklichen Lebens und somit Unterhaltungen mit dem Nichts.

Für Nietzsche war der zyklische Weltverlauf eine Selbstverständlichkeit, wie seine Lehre von der ›ewigen Wiederkehr‹ beweist; da ihm aber der Gedanke seines ewigen individuellen Todes mit Recht unerträglich war, griff er hier viel zu kurz und folgerte eine ewige wörtliche Wiederholung und mechanische Identität aller Weltjahre, so daß, wenn auch erst nach vielen Jahrmilliarden, er als der immer gleiche Nietzsche wieder erscheinen würde. Als einem Kind des mechanistischen 19. Jahrhunderts war ihm, im Gegensatz zu Goethe und vielen anderen, der Gedanke der Reinkarnation als einer seinsmäßigen Notwendigkeit fremd. Nun wäre jedoch eine ewige zyklische Wiederholung des absolut Gleichen absurd, auch wenn Nietzsche solches als höchste Formel der Bejahung bezeichnet hat, vielmehr stellt die Evolution ein Thema mit ewigen Variationen dar, die für jede Sehnsucht Erfüllung haben.

Dieses kosmische Thema kann nur die Selbsterkenntnis der Welt als eines totalen Antinichts in höchsten organismischen Gebilden sein, die die Evolution auf jedem zyklischen Gipfel hervorbringt, ehe das ›Dereinst‹ wieder zum ›Ureinst‹ hinabsinkt. Doch dies sei gleich hier vermerkt: Der Weg ist immer so wichtig wie das Ziel, und wir können sogar jeden Punkt des Ringes als Ziel auffassen.

Wenn wir nun die Welt als unerschaffen und unvergänglich, als nicht weiter hinterfragbares ›Antinichts‹ erklären, so stellt dieses nur eine Scheinantinomie dar. Denn es verhält sich ähnlich wie bei der Räumlichkeit. Die Welt nämlich ist endlich, aber unbegrenzt, weil der Raum zwar nie aufhört, aber ›in sich gekrümmt‹ zu sich selbst zurückkehrt, wobei es nicht unbedingt einen ›leeren Raum‹ geben muß.

In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, daß Albert Einstein in Sachen Relativitätstheorie ein Trittbrettfahrer war. Die Palme gebührt hier eindeutig dem französischen Mathematiker und Physiker Henri Poincaré (1854-1912) sowie einigen anderen Forschern. Daß jedoch Einstein einen untrüglichen ›Riecher‹ für Neues und Großartiges besaß und daß er Meister bei der Vermarktung solch neuer Erkenntnisse war, sei ihm unbenommen.

Bildarchiv Ahnenrad

Geist und Stoff als komplementäre Ganzheit und Polarität

Der Kreatismus räumt auf mit der jahrtausendealten Trennung von Geist und Materie, die eine so unsägliche Verwirrung in den Köpfen verursacht hat, insbesondere unter dem Einfluß des Christentums, so daß sich schließlich bewußt oder unbewußt die Gleichung herausbildete: Stoff, Materie gleich tot, geistfeindlich, böse, ›Welt‹ – Geist gleich gut, Gott, Jenseits, Nichtweit, Lichtwelt! In Wahrheit sind Geist und Stoff unzertrennlich, und der Geist kommt in abgestufter Form allem Gegenständlichen, allem Seienden zu, so daß auch das Atom Geist besitzt, weil überall in der Natur Kräfte wirken und der ursprüngliche tiefe Sinn des deutschen Wortes ›Geist‹ nichts anderes beinhaltete als ›bewegende Kraft‹. Und die Teilchenphysik weiß wahre Wunderdinge zu erzählen über das Geschehen in ihren Bereichen.

Der Grundakt des Geistes heißt Bewußtsein im weitesten Sinne, so daß stets das Subjekt als Ich der gesamten übrigen Welt als dem Nicht-Ich gegenübersteht. Es ist ganz falsch, das Subjektwesen auf das Organismische oder gar Menschliche einzugrenzen, was stets eine fatale Folge der Trennung von Geist und Stoff, von Mensch und Natur war, vielmehr kommt dieses allem Seienden zu, so daß die gesamte Welt aus lauter Objekten besteht, die verleiblichte Subjekte sind. Ohne dieses Subjekt keine Welt; aber da alles Seiende ein unvergängliches ›Antinichts‹ darstellt, sind wir alle so alt wie die Welt selber, wenn auch unser Bewußtseinsgrad nach dem Verlauf von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt und nach Maßgabe des Evolutionsstandes unendlich verschieden sein kann.

Ein ewiger Tod ist im doppelten Sinne unmöglich, einmal, weil der Tod schlechthin das Nichts wäre, dem kein Seiendes verfallen kann und zweitens, weil der relative Tod beim Werden und Vergehen nicht ewig fortdauern kann, so wenig wie sich die Vita eines bestimmten Individuums auf ewig verlängern ließe. Alles Bestehende stirbt, aber es kommt auch wieder, und niemals kann fortdauernd Nacht und Nichts herrschen dort, wo einmal Bewußtseinshelle strahlte.

Heinrich C. Berann, Tierkreis

Die Wiedergeburt als ›Naturgesetz‹ und philosophischer Vernunftschluß

Im engsten Zusammenhang mit dem so dargestellten Subjektwesen steht die Reinkarnation, die bei den meisten Menschen eine intuitive Gewißheit ist und außerdem bei vielen (Natur-)Religionen das selbstverständliche Grundgerüst allen kultischen Denkens bildete und noch bildet, insbesondere bei den Indogermanen und unter diesen wieder besonders ausgeprägt bei Kelten, Persern und Indern.

Die sog. Offenbarungsreligionen der Wüste haben die Unsterblichkeitssehnsucht der Menschen mißbraucht durch jenseitige Utopien und Betrügereien und sie so nach metaphysischen Schlaraffenländern ohne Kampf und Leid irregeleitet. Um es vorwegzunehmen: Die Wiedergeburt ist ein kreatistisches Grundaxiom als jeweilige Neuverkörperung nicht irgendwo, sondern hier auf dieser Erde. Ohne Reinkarnation wäre das Leben ein Betrug nicht nur durch das Fehlen jeder ausgleichenden Gerechtigkeit, sondern es trüge letztlich den Stempel abstoßender Sinnlosigkeit. Die Nichtexistenz der Reinkarnation ist unmöglich an sich.

1. Unser Stammbaum reicht nicht nur eine Million Jahre zurück bis zum Tierreich, sondern wirklich bis zum ›Ur‹, was das biogenetische Grundgesetz beweist, indem unsere Embryonalentwicklung im Zeitraffertempo die gesamte bisherige Evolution überbrückt. Es gingen also Millionen und Abermillionen von Generationen voraus, die eine Unzahl von Einzelexemplaren der jeweiligen Arten umfaßten. Die Leugnung der Reinkarnation würde bedeuten, daß alle diese Wesen jeweils nur ganz kurz aufglühen, um dann für ewige Zeiten in Nacht und Nichts zu versinken – und solches ephemere Kommen und Gehen nun in fernste Zukunft verlängert! Man wird zugeben, daß dies den Tatbestand völliger Absurdität erfüllen würde. In Wahrheit kommt alles immer wieder, wenn auch in stets veränderter Form. Das Grundgefühl der Menschen sagt: Diese wenigen Jahrzehnte eines mehr oder weniger gelungenen oder auch verpfuschten Daseins können es nicht gewesen sein. Dann die gräßlichen Unfälle, Kinder, die im zartesten Alter sterben, großartige Menschen, die oft mitten aus fruchtbarstem unvollendetem Schaffen gerissen werden. Da fehlte nicht nur die Gerechtigkeit, sondern auch jeder Anflug von Sinn und Vernunft! Die Überwindung der Wüstenreligionen ist ohne Proklamierung der Reinkarnation als Grundgesetz allen Lebens ein Ding der Unmöglichkeit, da mögen deren Dogmen, Heilsversprechen und Drohungen mit Höllenstrafen noch so widersinnig und vernunfttötend sein. Das hilft uns alles nichts. Die Gewißheit, daß es nach dem Tode ›irgendwie‹ weitergeht, ist dem Typus Mensch angeboren. Friedrich Schiller hat dieses Urgefühl in die klassischen Worte gekleidet: „Noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf!“

2.  Die geistige Revolution des Kreatismus. Die Wüstenreligionen, aber auch die philosophischen Gedankengebäude zogen ihre Zählebigkeit aus dem Umstand, daß sie alle nach einem Festpunkt, nach etwas Ewigem, schlechthin Seienden suchten in der Erscheinungen Flucht, ob sie das nun Gott, ewiger Schöpfer, ewige  Idee  (Plato), das Ding an  sich (Kant), Weltvernunft, Gesetz, Wille oder sonstwie nannten, weil es unvernünftig an sich wäre, anzunehmen, daß es gar kein wirkliches Sein, sondern immer nur Wechsel, Werden, Vergehen, Aufbau, Zerstörung, Lebensfluß und Tod gäbe ohne jeden Fixpunkt, der hinter all dem steckt, d. h., ohne etwas absolut Seiendes. Kann etwas werden, das gar nicht ›ist‹? Da nun aber vor allem das Christentum die wirkliche Welt beargwöhnt, verleumdet und häufig geradezu mit der ›Hölle‹ gleichgesetzt hat, wurde in seinem Nachtrag das absolute Sein oft auch von der Philosophie in ein fernes Jenseits hinausgerückt, jedenfalls in eine ›metaphysische‹ Existenz‹, wo es dann als Gott, Schöpfer, reiner Geist, ewige Idee, Ding an sich oder in ähnlicher Umschreibung auftrat. Für das reale Sein aber blieb nur der Schein, das Flüchtige, Sterbliche und die totale Abhängigkeit von einem transzendenten ›Schöpfer‹, die somit die entsprechende Unmündigkeit aller Wesen nach sich zog. Die Frage, woher denn jener Schöpfer komme, wie, wo und wovon er lebe, bitteschön, was er die ganzen Ewigkeiten vor der Welterschaffung getan habe und zu welchem Zweck sie überhaupt erfolgt sei, da er ja ohnehin als die vollkommenste Vollkommenheit vorgestellt wird, diese Frage blieb aus gutem Grunde seit eh und je unbeantwortet.

Es ist an der Zeit, mit solch jahrhundertealtem geistigen Unfug – denn um einen solchen handelt es sich – endgültig Schluß zu machen. Der Kreatismus gibt uns und dem Leben jene ›Ewigkeit‹ zurück, die uns durch die Wüstenreligionen geraubt worden ist. Denn das Ewige, das Sein an sich, liegt in uns und im realen Dasein selber als notwendiges ›dialektisches‹ Gegenstück zum endlosen Fließen des Weltgetriebes. Was wurde Gott denn alles zugeschrieben? Er sei ewig, unerschaffen, unsterblich, seine eigene Ursache. Wohlan, wir schreiben diese Attribute alle der sichtbaren Welt selber zu, in der wir real leben und sind, während von ›Gott‹ niemand etwas weiß, der nur ein menschliches Fantasieprodukt und Wunschgebilde ist, welches das Seinsproblem noch viel weniger löst, sondern nur weiter hinausschiebt! Wozu also dieser Umweg durch eine Nebellandschaft?

Symbolbild des doppelgeschlechtlichen Ur-Menschen

Das Urmonergon

Da in kreatistischer Sicht alles Seiende als ›Subjekt‹ bezeichnet werden muß, das wiederum ein fragloses Antinichts darstellt, muß diesem lebenden ›Ich‹ eine unverrückbare Diesheit zugrundeliegen, die wir Urmonergon oder Urselbst nennen, welches als unveränderliches, nur sich selber gleiches Sosein das Bleibende im Wechsel der Verleiblichungen darstellt. Es wäre natürlich völlig falsch, in diesem Urmonergon ein materielles Teilchen zu sehen, sondern es kann nur annähernd definiert werden als ein Seinspunkt, als eine Art Code, der seinem Träger durch die gesamte Evolution die Ichheit und Identität sichert.

Das Sein besteht aus einer unermeßlichen, aber endlichen, nicht veränderbaren Zahl solcher Seinspunkte, Urmonergone genannt. Diese stellen das wirklich ›Un-teilbare‹ dar, nicht das Atom, das selbst wieder ein Urmonergon besitzt. Die ›Qualität‹ dieser ›Codes‹ muß als unendlich verschieden betrachtet werden, sonst wäre der hierarchische Aufbau der Welt nicht möglich.

Wenn die Existenzphilosophie sagte, die Existenz gehe vor der Essenz, so heißt dies kreatistisch: Jede Verleiblichung setzt ein Urmonergon voraus. Das Lebensgesetz aller Wesen mit Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt hat seine kosmische Entsprechung in der zyklischen Form des Weltprozesses, der nach ›sommerlichem‹ Höhepunkt wieder hinabsinkt zu Winter, Nacht und Urzustand – der wohl wahre Kern des Nirwanas der südasiatischen Religionen mit ihrer Sehnsucht nach Schmerzfreiheit –, um sich dann neu zu entfalten. Denn auch der denkbar erhabenste Zustand der Vollkommenheit würde, als Dauer gedacht, langweilig und unerträglich. Das Grundgesetz der Wiedergeburt führt eine völlige kreatistische Neubewertung des Todes als Durchgang zu neuem Leben herbei.

Das Urmonergon darf in keiner Weise mit dem Seelenbegriff verwechselt werden; denn die Seele stirbt mit dem jeweiligen Leib und ist als Begriff zu schillernd. Sie umfaßt das fließende Geistes- und Empfindungsleben eines höheren Organismus – wiewohl auch schon mit Recht von der Atomseele gesprochen wurde –, wie Mensch und Tier, und spricht nach Tod und Neuverkörperung wieder ›Ich‹ als nie dagewesenes Individuum, dem aber dasselbe unveränderliche Urselbst zugrunde liegt. Bei dem Widerspruch zwischen dem Dauerhaften des Urmonergons und dem Veränderlichen der Lebensprozesse handelt es sich um eine Scheinaporie.

Bildarchiv Ahnenrad

Kreatistische Freiheit und Mündigkeit

Wir sind nun bei der Ablehnung überweltlicher oder sonstiger Fremdbestimmung unerbittlich konsequent. Es geht nicht nur um das Verwerfen außerweltlicher Autoritäten wie Götter und Teufel. Auch das Sein als solches ist kein Universalismus, dem wir ausgeliefert wären oder von dem wir bedingungslos abhingen, sondern jedes Urselbst ist schon als Antinichts souverän und autonom, und das Sein besteht aus dem ›Willen zur Macht‹ aller Seinspunkte und ihrer Verleiblichungen mit den entsprechenden Kräften in tausendfacher Abstufung, was insgesamt den Weltprozeß ergibt. Dies bedeutet nicht einen sinnlosen wirren Kampf aller gegen alle, sondern es gibt in unserer Welt durchaus auch sehr viel Verwandtes und Zusammengehöriges, es gibt ›Wahlverwandtschaften‹ und hierarchische Ordnungen.

Viele neuheidnische Bünde schwelgen nur in nebelhafter Naturseligkeit, und leider wird häufig auch an die Stelle der alten Schöpfergötter transzendenter Mußmaßung einfach das ›Naturgesetz‹ plaziert. Aber was ist dieses Gesetz, wer hat es geschaffen und wie heißt der Gesetzgeber? Man sieht, daß damit die Wüstenreligionen nicht zu überwinden sind, und Glaubensvorstellungen sind durch Naturwissenschaftlichkeit allein nicht zu besiegen.

Der Kreatismus ist neben seiner gedanklichen Klarheit durchaus auch Glaube. Auch hier ist wieder letzte Konsequenz gefordert. Die sog. Naturgesetze nämlich liegen in uns selbst, sonst könnten wir sie gar nicht erkennen. Anders ausgedrückt: Wir und die Naturgesetze sind ein und dasselbe, d. h., auch in diesem Betracht kann uns nichts und niemand das Erstgeburtsrecht streitig machen. Daraus ergibt sich folgerichtig, daß es ganz müßig und gegenstandslos wäre, zu fragen, ob die Welt einen Sinn und ein Ziel habe oder nicht; denn damit würden wir ja die Entscheidung nur an eine fremde Instanz abgeben, die gar nicht existiert.

Nein, Leben und Dasein haben immer den Sinn, den der stärkste Wille zur Macht ihnen zuerkennt. Und wenn der Kreatist sagt, der letzte Sinn der zyklischen Evolution liege jeweils in der hellsten Selbstspiegelung des Kosmos durch höchste Exemplare einer übermenschlichen Spezies, dann ist dies nur folgerichtig, vernünftig und ›natürlich‹ Nicht ›der Kosmos‹ als solcher denkt und erkennt, sondern nur die organismischen Gebilde, die er im Laufe der Evolution hervorbringt, tun dies, obwohl zu dieser Evolution selbstverständlich auch das gehört, was wir ›anorganisch‹ nennen. Auch der Planet Erde hat ja kein zentrales Gehirn, etwa in der Mitte seiner Kugelgestalt, sondern alles, was die Erde von sich ›weiß‹, geschieht durch uns, die wir sie nach allen Seiten durchforscht, vermessen und klassifiziert haben.

Gemälde von Heinrich C. Berann

Revolutionierender Gottesbegriff

Es wäre falsch und unangemessen, die Begriffe ›Gott‹ und ›göttlich‹ den Wüstenreligionen zu überlassen, die sie verfälscht haben, vielmehr holt der Kreatismus jene Kerbholzworte zu Leib und Leben zurück. Das Göttliche nämlich ist nicht etwas Fernes, Statisches, sondern durch und durch hiesig und dynamisch, es pulst wie wir und alle Wesenheiten durch das Leben seit den Uranfängen. Von hier und dieser Weltstunde an ist es etwas zu Schaffendes, eine Pflicht und Aufgabe für die Zukunft. Daher auch die Bezeichnung ›Kreatismus‹ für diese unsere Weltschau. Vermöge des kreisläufigen Charakters des Weltprozesses ist Zukunft immer auch Vergangenheit und umgekehrt in variierender Form. Die ›Götter‹ sind unter uns, sind unsere Brüder.

Der Kreatismus führt nicht zur Entzauberung der Welt, ganz im Gegenteil. Für uns ist diese Welt ein einziges göttliches Abenteuer und ein System von Gleisen, die alle zur Ausfahrt rufen. Die Götter unserer heidnischen Vorfahren stehen daher nur als Symbole für etwas, das in Fleisch und Blut zu verwirklichen ist. Denn Gott kann in solcher Sicht nichts anderes sein als das höchste Exemplar einer zukünftigen ›Götterrasse‹ – ein furchtbares Reizwort; aber wir lassen uns notwendige Begriffe nicht einfach durch die Gedankenpolizei beschlagnahmen!

Denn es ist purer Aberglaube, zu meinen, der jetzige ›Mensch‹ sei bereits das letzte Wort irdischer Natur, die zumindest theoretisch noch viele Millionen und Milliarden Jahre vor sich hat. Es gibt letztlich keine Artkonstanz, wie die Evolution erweist. Eine Höherentwicklung mag im subhumanen Bereich aufgehört haben, aber ganz sicher nicht im Menschenreich. In der Gegenwart jedoch geschieht das genaue Gegenteil, nämlich der rapide Vormarsch der Dekadenz, so daß ein vorzeitiger Niederbruch des Lebens auf dieser Erde droht. Die überall wuchernden Krankheitsstoffe werden nicht bekämpft, sondern bewußt vermehrt. Daher ist der Gegenstoß des Kreatismus absolut notwendig.

Skulptur von Arno Breker

Eine europäische Aufgabe

Das Großartige an Europa ist sein wundervoller Kranz großer und kleiner Nationen mit ihrer spezifischen Eigenart. Diese Völkervielfalt stellt den eigentlichen Reichtum unseres Kontinents dar. Aber gerade diese Völker nebst ihren überseeischen Ablegern sind tödlich bedroht durch eine Globalisierung, welche rein plutokratischen Interessen dient. Ohne entscheidende Wende ist die Blüte des Menschenreiches in wenigen Jahrzehnten verloren und damit aber auch die biologische Grundlage einer kreatistischen Höherentwicklung.

So gesehen erfüllt die globalistische Nivellierung aller Nationen, Rassen und Kulturen den Tatbestand des Völkermordes. Diesen gilt es mit allen Mitteln zu verhindern. Die Erde hat ihr biologisches Ziel noch lange nicht erreicht. Schon mit den heute vorhandenen wissenschaftlichen und genetischen Mitteln könnten, richtig angewandt, strahlende Völker geschaffen werden, wie sie noch nie auf Erden waren.

Gerade der Kreatist hat ein vitales Interesse an der Erhaltung und Lebenssteigerung seines Volkes und seiner Rasse, da nur so eine höhere Reinkarnation einst wird Platz greifen können. Dies aber erfordert eine totale Umgestaltung auf allen Gebieten vom Sport und der Erziehung über WirtschaftJustiz, Politik bis zur Eugenik, Erbgesundheitslehre und Religion. Die Entwurzelung, Vermanschung und Nivellierung der Menschen und Völker muß gestoppt werden. Die ›Eine Menschheit‹ die ›One World‹ ist eine Täuschung, und schon die Juden widerlegen dieselbe, da sie zwar ihre Hauptpropagandisten sind, sich selbst aber eine herausgehobene Stellung zuordnen, wenn anders ihr jahrtausendelanges Streben nach der jetzt erreichten Position gar keinen Sinn gehabt hätte. Das Menschenreich wird aber ohne Frage wieder hierarchisch in seine natürlichen Zonen zerfallen.

Wir selbst können und wollen nur für unsere eigene weißrassische Gemeinschaft sprechen, die endlich solidarisch werden muß. Und daher muß in Zukunft jede Einmischung in die Angelegenheiten anderer Rassen und Zonen aufhören, vor allem auch in Form jener unsinnigen Entwicklungshilfen welche die Nichtweißen gefördert hat, die Weißen aber schwächt. Doch zunächst müssen wir selbst wieder frei und souverän werden in unserem eigenen Haus. Die Wüstenreligionen sind des europäischen Menschentums gänzlich unwürdig, sie sind daher zu überwinden. Und nun heißt unser Weg:

Von der Art hinüber zur Überart!

Dem Buch entnommen: Dietrich Schuler »Zeitenwende total. Die Weltschau des Kreatismus«

 

Weitere Beiträge von Dietrich Schuler bzw. über das ›kreatistische‹ Projekt:

https://ahnenrad.org/2022/01/13/allraun-das-kreatistische-projekt-nach-dietrich-schuler/

https://ahnenrad.org/2020/11/03/gefaehrte-dietrich-schuler/

https://ahnenrad.org/2021/11/15/die-bibel-und-der-antigermanismus/

https://ahnenrad.org/2021/10/05/streiflichter-in-der-zeitenwende/

https://ahnenrad.org/2021/05/18/reinkarnation-als-naturgesetz/

https://ahnenrad.org/2020/10/28/ein-elementarereignis-schulers-opus-magnum/

 

Bücher von Dietrich Schuler in unserem Bücherangebot:

Dietrich Schuler, Kreatismus als geistige Revolution

Dietrich Schuler, Bausteine für eine Religion der Zukunft

 

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