Pierre Chassard
Jede Integration von Fremden, und sei sie auch nur sozial, macht Einbürgerungen endgültig, sie ist die Vorbotin eines künftigen Austauschs der Bewohnerschaft und führt unvermeidlich zur unumkehrbaren Volkszerstörung.
Sie wirkt nicht nur enteignend und entpersönlichend, sondern praktisch wie ein Völkermord. Bis zum Ende geführt, stellt jede Massenintegration tatsächlich eine schleichende sanfte Auslöschung der ursprünglichen Bevölkerung dar, auf lange Sicht mit der völligen Auflösung. Ihre eigenen Erbzüge, die immer geringer werden, zeigen sich dann nur noch da und dort in den folgenden Generationen.
Während ihre Reden gegen die „Ausgrenzung“ vor Scheinheiligkeit und Heuchelei triefen, sind die Maßnahmen der Multikultipropagandisten in Wahrheit wesensverändernd und zerstörerisch.
Diese Integrationen, die das Eigenwesen verdrängen, finden nur deshalb statt, weil der ethnos für den Verwaltungsstaat keinen vorrangigen Wert besitzt: Er hat für diesen sogar überhaupt keinen. Die Entwertung des Natürlichen streicht ihn (den ethnos) aus der Tafel der Werte und dann auch aus dem politischen Betrachtungsfeld.
Dies trifft für den theokratischen Staat zu, der aus dem Jenseits das Endziel aller persönlichen Bestrebungen macht, indem er alle Geschöpfe aus Naturverneinung einander angleicht. Dies gilt auch für den reinen Wirtschaftsstaat in seinen verschiedenen liberalen Formen, der aus dem Ökonomischen den einzigen Wert in der Welt macht.
Dieser ist tendenziell ein bloßer Nicht-Staat zugunsten eines volksvergessenen Liberalismus oder der Über-Staat einer Wirtschaftstechnokratie, für die die Nation, anstatt eine ethnisch einheitliche Gemeinschaft zu bilden, nur eine Ansammlung verschiedenartigster Personen jegweder Herkunft darstellt. Er bildet in gewisser Hinsicht eine grenzenlose, vermeintlich vertragsmäßige und angeblich vereinigte Gesellschaft, deren einziger Daseinszweck die entfesselte Jagd nach Reichtümern ist.
In einer solchen Gesellschaft, in der alles zum Rang einer Ware erniedrigt wird, regiert der Handel über die Arbeit, die Transaktion über die Aktion, der Zwischenhandel über den Erzeuger. Der erstere bildet, zumindest unterschwellig, die höchste soziale Norm, obwohl er eigentlich nicht produktiv ist.
Der Staat selbst hat nur mehr noch wirtschaftspolitische Ziele. Er dient vor allem lediglich dem Schutz des Marktes und der Steigerung des Warenhandels, indem er dabei die zwischenmenschlichen Beziehungen auf der Stufe bloßer Wirtschaftsinteressen verkümmern läßt.
Als Verteidiger aller Entartungserscheinungen schafft der Wirtschaftsstaat in seiner liberalen Gestalt alle Handelsbeschränkungen im Namen der Freiheit ab, wie er auch alle Sittlichkeitsnormen im Namen der Freiheit der Person beseitigt. Er steht innen- wie außenpolitisch im Dienst mächtigster, aber auch am wenigsten achtbarer Wirtschaftsinteressen, indem er leichtfertig hinter der Maske großartiger humanitärer Grundsätze das Leben der einen opfert, damit der Handel der andern blühe.
Im Gegensatz dazu stellt den bestimmendsten Wert eines Volksstaates, gerade weil er ein solcher ist, der ethnos dar, dessen Fürsorgepflicht ihm obliegt. Dieser ist in der Tat keine bloße Idee, sondern er verkörpert eine Wirklichkeit, die Wirtschaft und Kultur vorausgeht. Er ist der höchste Wertmaßstab, nach dem sich das staatliche Handeln ausrichtet, und er stellt somit eine Lage wieder her, die durch die Abartigkeit theokratischer und wirtschaftlicher Übersteigerungen aus dem Lot gebracht wurde.
Bestimmungsgemäß wacht ein Volksstaat, der niemals Selbstzweck ist, über die Unversehrtheit des ethnos, sein Überleben, sein Gedeihen, wobei das Wirtschaftliche, trotz seiner Wichtigkeit und trotz der Führungskunst, die es erfordert, grundsätzlich hinter das Leben zurücktreten muß.
Er macht sich zum unbeugsamen Verteidiger eines volksbezogenen Humanismus gegen den entarteten und nivellierenden Menschismus. Dem zerstörerischen Wirken des allvermischenden Globalismus setzt er die Achtung vor der Vielzahl und Verschiedenartigeit der Ethnien und Kulturen entgegen.
Die Vergötzung des Ökonomischen ersetzt er durch die Achtung vor dem Leben in seinen höchsten Ausformungen und seine verhängnisvolle Herrschaft durch das Leitprinzip einer Wirtschaft, die in die politische und kulturelle Ganzheit, die er leitet, eingefügt ist. Die Wirtschaft ist infolgedessen einer Zielsetzung unterworfen, die sie weit hinter sich läßt.
Die dienende Stellung der Wirtschaft bezüglich des zentralen ethnos macht deutlich, daß sie zweitrangig und bestimmt, nicht aber vorrangig und bestimmend ist. Ihre Bedeutung erfordert jedoch auch ihre Verteidigung gegen den händlerischen Ökonomismus, der nur das Wirtschaftliche und sonst nichts gelten läßt und sie in ein Werkzeug der Unterdrückung und der Entmenschlichung verwandelt. Gleichzeitig ist das besessene Profit- und Wirtschaftsdenken der größte Verursacher der Zerstörung und Entseelung der Umwelt.
Da der ethnos durch sein Wesen als Urgrund und Ziel das höchste Gut des Volksstaats ist, hat dieser auch aufgrund solcher Tatsache die Aufgabe, den Schutz, die Erhaltung und die Anpassung der Umwelt sicherzustellen als einer wesentlichen Voraussetzung allen Lebens und des Fortschritts des Lebens.
Sein Ziel ist es aber offenkundig nicht, sie gänzlich steril zu verfassen, sie vollkommen ungefährlich und neutral zu machen oder sie durch Vergöttlichung als GOTTNATUR oder MUTTER ERDE über alles zu erheben, sondern sie zu meistern und in einem Zustand zu erhalten, der mit der normalen Existenz des genos, der im Mittelpunkt stehen muß, vereinbar ist, wenn diese Umwelt nicht gar so zu gestalten, daß sie ein Ort der Höherentwicklung und Entfaltung wird.
Die verkünstelte Idee des Universalen, diese Umkehrung des Einzigartigen, geht Hand in Hand mit Haß und Verachtung bestimmter Besonderheiten. Unduldsam und totalitär, zielt sie auf die Abschaffung menschlicher Verschiedenartigkeiten, im persönlichen wie im Gemeinschaftsbereich, Unterschiede, die ein Hindernis für ihren unsinnigen Plan einer weltweiten Uniformierung bilden.
Ihr schwebt eine vollkommen einförmige Welt vor, die der Befehlsgewalt eines einzigen Herrn mit unbeschränkter Macht unterworfen ist: Gott, Gesetz, Vernunft, Humanität, Wirtschaft. Eine verrückte Idee, ein Denken gegen die Natur, das unvermeidlich in Ausbeutung, Unterdrückung und Ausrottungen endet.
Das volkspolitische Denken hingegen, das ein Denken in der Vielfalt ist und der Naturhaftigkeit des Lebens nahekommt, achtet die natürlichen Verschiedenartigkeiten, ermutigt ihre Erhaltung und billigt jedem genos das Recht zu, er selbst an seinem eigenständigen Ort zu bleiben und dabei seine wesentlichen Besonderheiten zu behalten.
Auf dieser Achtung, dieser Ermunterung und dieser Anerkennung beruht seine Humanität. Indem es diese Werte dem einen zuspricht, gelten sie auch für den andern, und es erlangt so außerdem Gültigkeit für alle. In diesem Sinne läßt es die abstrakten ›One World‹- Träumereien weit hinter sich.
Der Wert der Werte, den volkspolitisches Denken vertritt, geht von einem urtümlichen Mittelpunkt aus, der wir selbst sind, bestimmt durch unsere Lebensinteressen, und nimmt dann, zumindest theoretisch, mit dem Maß der biologischen Entfernungen ab, die vom Einzelmenschen zum genos führen, vom genos zur folgenden Wesenheit usw. bis ins Unendliche.
Die Feindschaft gegen den genos führt geradewegs in ihren verschiedenen Formen zum Völkermord. Eine echte Volkspolitik jedoch läßt grundsätzlich jeden genos, jeden ethnos, jedes Volk auf seinem angestammten eigenen Boden in seiner persönlichen Daseinsform.
Die Nichtachtung seiner selbst zieht leicht die Nichtachtung anderer nach sich. Ein Volk, das sich selbst nicht kennt, muß in der Tat auch andere verkennen, während dasjenige, das seiner selbst bewußt ist, unweigerlich auch der andern bewußt wird und ihnen das gewähren kann, was er für sich selbst beansprucht: Das Recht auf freie Existenz auf einem Boden im Eigenbesitz nach dem Grundsatz:
Ein Volk, ein Land, ein Staat. Das Recht der Einzelmenschen wird so zum Recht der Völker auf ihre eigene Identität erweitert, die Grundlage eines echten Humanismus.
