Karl-Heinz Hoffmann
Auszug aus dem Buch

Die demokratische Gesetzgebung bewahrt die Kategorie der Berufspolitiker vor Machtverlust. Dem Staatsbürger bleibt nichts anderes übrig, als die Resultate der demokratisch geschaffenen Verhältnisse zu erdulden.
Im Jahr 1976 hatte ich die Ehre, zusammen mit Hermann Oberth[1] im Saal des Nürnberger Verkehrsmuseums als Co-Redner auftreten zu dürfen. Am Ende der Veranstaltung dankte er mir coram publico für meine Mitwirkung. Das war mir sehr peinlich, weil es eigentlich an mir gewesen wäre, ihm, dem berühmten „Vater der Raumfahrt“ zu danken.
Ich weiß heute nicht mehr so genau, worüber ich damals gesprochen habe, aber ich habe nichts von dem vergessen, was damals von Oberth vorgetragen wurde. Er hatte, unter der Überschrift: ›Die Kakokratie‹ das herrschende gesellschaftliche System gegeißelt und einige konstruktive Leitgedanken zur Gestaltung eines idealen Staates entwickelt.
Sein Vortragsthema ist in einer 35-seitigen Broschüre überliefert.
Resümee zur schriftlichen Abfassung der Gedanken des „Vaters der Raumfahrt“, Hermann Oberth (mit Bundesverdienstkreuz) zusammen mit dem Verwirklicher der Raumfahrt, Wernher von Braun.
Hermann Oberth verweist auf die Tragik der Geschichte der Menschheit:
Seither führt man Kriege, meist im Namen der Nation und viele glauben, daß tatsächlich Gegensätze bestünden, die nur gewaltsam gelöst werden könnten. Doch wenn die Staatenlenker so wären, wie sie sein sollten, so wären Auswege möglich.
Die Probleme der Menschheit wären lösbar, Wenn die Staatenlenker so wären, wie sie sein sollten. Leider ist das nicht der Fall.
Um das Wesen der Kakokratie zu beschreiben, lasse ich Hermann Oberth selbst erklären:
Die Kakokratie: ihr Wesen
„Kakös “ heißt auf Griechisch „schlecht“ und „Kratein“ (sprich: „ Kraté-in) „herrschen“. „Kakokratie“ heißt also die Herrschaft oder wenigstens die Vorherrschaft der (oder des) Schlechten.
Im Leben stehen einem anständigen Charakter so und so viele Wege offen, um vorwärtszukommen. Einem Schuft stehen bei gleicher Intelligenz und Tatkraft auf dem gleichen Platz diese Wege auch alle offen, daneben aber auch noch andere, die ein anständiger Kerl nicht geht. Er hat daher mehr Chancen vorwärtszukommen und infolge dieser negativen charakterlichen Auslese findet eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken statt.
Das ethische Durchschnittsniveau einer Gesellschaftsschicht wird umso schlechter, je besser und einflußreicher sie gestellt ist. Nur dieser Umstand vermag die Tatsache zu erklären, daß die Welt nicht schon seit mindestens 5000 Jahren ein Paradies ist. Es ließen sich ja z.B. auch alle Nöte der heutigen Menschheit bei einigem guten Willen ihrer Führer spielend leicht beseitigen.
Die Hauptursache der Kakokratie ist die, daß besonders die geistigen Kräfte, aber auch die sozialen Instinkte unserer Steinzeitnatur für die menschliche Gesellschaft, so wie sie heute organisiert ist, nicht mehr ausreichen. (Auch das alte Rom ist hauptsächlich an seiner Größe und der dadurch bedingten Kakokratie zugrunde gegangen).
In einem Stamm von 50 Köpfen oder weniger kann nicht leicht der größte Lump Häuptling werden, mindestens darf sich seine Schlechtigkeit nicht gegen seinen eigenen Stamm richten.
In einem Großstaat ist das anders: Kennen und instinktmäßig lieben oder hassen wird der Durchschnittsbürger nur wenige Leute: Den Polizisten, der ihn wegen Schnellfahrens aufgeschrieben hat, den Steuereinnehmer und den Gerichtsvollzieher, den Nachbarn, der ihm eine Gefälligkeit verweigert hat oder ihn mit irgendetwas belästigt, den Kaufmann oder den Miterben, wenn sie ihn übervorteilt haben, den Rechtsanwalt je nachdem, ob er ihm einen Prozeß gewonnen oder verloren hat, etc.

Timur Lenk, Gravur aus ›Histoire de l’Hommes plus illustres‹ von Thevet, Paris
Dagegen läßt es uns innerlich kalt, daß z.B. der mongolische Eroberer Timur Lenk am barbarischen Untergang von Millionen von Menschen schuld war oder daß der rumänische Wojwode Wlad Tepes zehntausend Leute auf spitze Pfähle aufspießen ließ.

Fürst Vlad III. (um 1431– 1476/77) mit dem Beinamen ›Der Pfähler‹
Der Historiker berichtet es, mag sein mit Interesse, aber innerlich unberührt, wie ein Astronom, wenn er berichtet, daß Sirius neun Lichtjahre von uns entfernt ist.
Der Horizont unseres Instinktlebens ist für solche Dinge zu eng. Es kommt oft vor, daß jemand eine treulose Braut oder einen Rivalen aus Eifersucht umbringt.
Ein Politiker dagegen, der für den Ausbruch eines Krieges verantwortlich zeichnet oder der Rüstungsfabrikant, der ihn dazu getrieben hat – sie können ohne Scheu zwischen Millionen von Menschen einhergehen, die sie im Grunde weit schwerer geschädigt haben als ein Mädel einen jungen Mann, wenn sie ihn nicht mehr mag.
Es kann vorkommen, daß Millionen einem großen Mann zujubeln und daß auch Hunderttausende für ihn unbedenklich ihr Leben wagen. Doch die Instinkte, die sie dazu treiben, sind nicht die, die einen Kakokraten am Aufstieg hindern würden.[2] (…)
Zusammenfassend können wir also sagen, daß die Kakokratie sämtliche Fesseln gesprengt hat, die man ihr bisher anlegen wollte. Und sie wird auch die heutige Menschheit in den Abgrund stürzen, so wie sie Persien, Mazedonien, Ägypten und Rom zu Fall gebracht hat, wenn wir nicht im Stande sein sollten, ihr etwas Neues und Wirksameres entgegenzustellen.[3] (…)
Und was die Bearbeitung der öffentlichen Meinung betrifft, so liegt die Sache doch so: Im allgemeinen sind die Kakokraten ja nicht aus Prinzip Förderer des Schlechten um des Schlechten willen (schon weil sie ja überhaupt kein Prinzip haben, ihr einziges Prinzip ist ihr persönlicher Erfolg), sondern sie sind bloß schlecht, weil sich Schlechtsein heute besser lohnt als Gutsein.
Heute nun liegt der Tag, wo ein Kakokrat befürchten muß, selbst vor den Lügendetektor zu kommen, noch in weiter Ferne, also bedient er sich seiner, wo er ihm nützt.
Später freilich wird ein solcher Tag immer näher rücken, doch für die Kakokraten jener zukünftigen Tage wird es dann riskant werden, gegen den Wahrheitsfinder anzukämpfen, es könnte nämlich später einmal heißen:
„Ja und Du bist damals auch dagegen gewesen!”[4] (…)
Ich komme zum Schlusse:
Politiker sollte nur werden, wem es Freude macht, auch andere froh zu machen. Idealisten haben wir genug, sie sind heute nur nicht richtig ausgebildet und stehen nicht am rechten Platze!Ich sagte schon anfangs: Es findet eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken statt, das heißt noch nicht: Alle Hochstehenden sind Schurken. Es gibt gottseidank auch viele, die nicht durch Skrupellosigkeit, sondern durch ungewöhnliche Tüchtigkeit hochgekommen sind, und gerade diese wären froh, wenn etwas gegen die Kakokratie geschehen könnte, nur können sie selbst auf ihrem Platze meist nichts dagegen tun.[5] (…)
Heute geht es dank der Fortschritte der Technik und der Wirtschaftslage dem Durchschnittseuropäer im Westen zu gut (man könnte auch sagen, noch zu gut). Er ist meist satt und interessiert sich nur für Sex, Scheckbuch, Auto, Fernsehen und manchmal noch für Reisen, Sport, Fotos und Briefmarken und persönlich vielleicht auch noch für reine Luft und für schönes Wohnen.
Die Politik, die Volksverdummung und das Elend in anderen Ländern läßt er laufen, wie sie laufen; Hauptsache: Er selbst leidet nicht darunter.
Diese geistige Atmosphäre scheint der Verbreitung solcher Ideen ungünstig, wie ich sie hier brachte. Doch es scheint nur so und kann sich in wenigen Jahren ändern!“[6] (…)
Vor nunmehr fast vier Jahrzehnten hat Prof. Herrmann Oberth seine gesellschaftskritische Lehre, von der alle Lebensbereiche durchdringenden Herrschaft der Schlechten der Öffentlichkeit vorgestellt, als er selbst die achtzig schon überschritten hatte.
Die Definition der herrschenden, demokratischen Gesellschaftsstrukturen als Kakokratie darf als gelungen gelten. Seine, zur Überwindung der Kakokratie angebotenen (hier nicht erörterten) politischenAntworten können allerdings nicht als praktikabel angesehen werden, weil er in letzter Konsequenz auf die Überzeugungsarbeit der „Guten“ setzt, die, wie er glaubte, organisatorisch zusammengefaßt werden müßten.
Mit anderen Worten, die Schaffung eines Gegengewichtes der vereinigten Guten gegen die etablierten Bösen. Ihn wegen der derzeit offensichtlichen Aussichtslosigkeit zu tadeln, wäre unrecht. Seine diesbezüglichen Irrtümer waren damals nicht nur für ihn, sondern für uns alle unvermeidlich, weil die totale Herrschaft der global wirkenden Geheimdienste nicht erkennbar war. Das ist heute anders.
Die von Prof. Oberth dargelegten grundsätzlichen Erläuterungen zum Verständnis der demokratischen Staatsform, als die Herrschaftsform der Schlechten, bleiben von der Kritik unberührt.
Es war mir ein Bedürfnis, die philosophischen Theorien des hochverehrten Prof. Herrmann Oberth noch einmal ins Gespräch zu bringen. So wenig die Zeit damals, 1979 dafür reif war, so ist sie es heute umso mehr.
Durch aktiven Widerstand kann die Kakokratie nicht beseitigt werden. Der notwendige Gegenwind kann nur durch die kollektive Verweigerung all dessen, worauf sich die Kakokraten stützen, erzeugt werden. Doch die Erfolgsaussichten sind begrenzt.
Die von Mahatma Ghandi erfolgreich angewandte Form, des passiven Widerstandes würde sich zwar grundsätzlich zur Beseitigung der heiligen Kühe eignen, aber damit hat man noch keine Lösung der grundlegenden Problematik. Es wird Übergangslösungen geben müssen.
Der absterbende, aber immer noch, zwar dürftige Erträge bringende Ast, auf dem wir sitzen, darf nicht abgesägt werden, bevor nicht ein neu gepflanzter Baum Früchte bringen kann. Es wäre schön, wenn man sich schon darüber Gedanken machen würde, wie es weiter gehen soll, wenn der altersschwache Baum keine Früchte mehr hervorbringen kann.
[1] Hermann Oberth (1894-1989), ›Die Kakokratie‹, Uni-Verlag Dr. Ruth Oberth, Feucht
[2] Hermann Oberth (1894-1989), ›Die Kakokratie‹, Uni-Verlag Dr. Ruth Oberth, Feucht, Seite 1 und 2
[3] Ebd. Seite 12
[4] Ebd. Seite 24
[5] Ebd. Seiten 29/30
[6] Ebd. Seite 31
Beitragsbild: Königin Marie Antoinette vor dem Pöbelgericht
Siehe auch: https://karl-heinz-hoffmann.org/beitrage

Das System funktioniert so lange wie seine gut geschmierte Maschinerie aufgestellt durch Fremdmächte nach 1945 funktioniert, wie Omas gegen Rechts, Medien, Politiker, die Jugendämter, die Kinder grundlos aus Familien reißen, Lehrer, die die in den Lehrplänen verankerte globale Agenda durchpeitschen, Richter, die skrupellos Unrecht sprechen und die Meute, die nichts wissen will und darum schweigt. Wir alle gehören nicht dazu, ich quittierte den Schuldienst mit 52 Jahren. Wir haben in der Corona-Zeit analysieren können, daß über 20 % Nein gesagt haben. Von den 70 % hat wohl 10 % an den geforderten Tests oder Impfpässen geschummelt. Wir wären genug, um dieses Gangstersystem verpuffen zu lassen. Das Bild sagt alles, damals begann die Herrschaft des Verderbens, ging 1917 weiter und erreichte seinen Höhepunkt beim Sieg der Falschen, die die Gleise von heute legten. Sie treiben nicht nur im Dunkel ihr Unwesen, sondern ließen sich Gesetze zimmern, die sie schützen. Im Hintergrund schwelt eine große Lüge…
Ich muß mich kurz fassen, weil ich gerade Besuch erwarte. Was oben von Prof. Oberth unter dem Begriff „Kakokratie“ zusammengefaßt ist, empfinde ich schon seit über 30 Jahren genauso. Und mein passiver Widerstand geht sogar so weit, daß ich nach Möglichkeit nur noch direkt bei den Chinesen kaufe. Je früher dieser D…staat wirtschaftlich zugrunde geht, desto besser!
Zum Bild: Der Pöbel sitzt zu Gericht wie 1945 in Nürnberg, die Menschheit hat bis heute nichts gelernt.