Deutschland war in seiner langen Geschichte zu keinem Zeitpunkt ein Einwanderungsland, in das es eine wirklich spürbare Einwanderung gegeben hätte. Tatsächlich war Deutschland in seiner gesamten Geschichte, schon seit den Germanen, sogar das genaue Gegenteil eines Einwanderungslandes, nämlich ein Auswanderungsland.

Dennoch wird nicht selten durch diverse Medien, ferner auch durch Bildungseinrichtungen, der Versuch unternommen, die deutsche Geschichte als eine Geschichte der ständigen Einwanderung und Vermischung darzustellen. Dazu werden dann einzelne Punkte exemplarisch herausgenommen, nicht hinterfragt und ebenso wenig in eine Relation gesetzt. Dazu jedoch später mehr.

Zweck dieser genannten Bestrebungen, die deutsche Geschichte als eine Geschichte des Multikulturalismus und der ethnischen Vermischung darzustellen, ist der, den Deutschen des 21. Jahrhunderts zu vermitteln, daß Einwanderung schon immer dagewesen sei und daß es daher in der Gegenwart keinen Grund gebe sich gegen Einwanderung aufzulehnen.

Dazu ist sich der öffentlich-rechtliche Medienapparat auch nicht schade, entgegen aller ernsthaften Durchleuchtungen, beispielsweise in der ZDF-Dokumentation ›Terra X History‹ aus dem Jahre 2019, das spätmittelalterliche Nürnberg unterschwellig als eine multikulturelle Metropole darzustellen, die sie tatsächlich aber ebenso wenig war, wie auch das übrige Deutschland nicht.

Dafür zeigte das ZDF in der erwähnten Dokumentation von ›Terra X History‹ aus dem Jahre 2019, sogar allen ernstes, in einer nachgestellten Szene, Schwarzafrikaner, die um 1480 durch die Gassen von Nürnberg gelaufen wären und zum damaligen Straßenbild gehört hätten. Ferner wollte der besagte Beitrag, der um den deutschen Künstler Albrecht Dürer kreiste, diesen ebenfalls zum nichtdeutschen Einwanderer erklären, wofür aber keine stichhaltigen Beweise geboten wurden.

Tatsächlich wanderten die Dürers von Ungarn nach Nürnberg ein, es handelte sich aber um deutsche Rückwanderer und keine Ungarn. Das wiederum verschwieg das ZDF seinen zahlenden Zuschauern. Und dieser Fall zieht sich als eines von vielen Beispielen durch die großen Sendeanstalten und vermittelt eine unverkennbare politische Tendenz für die Zuschauer.

Dieses vermittelte Bild eines Deutschlands, als ein vermeintlich uraltes Einwanderungs- und Mischgebiet, wird bereits mit den Völkerwanderungen der auslaufenden Antike und des frühen Mittelalters in Szene gesetzt. So werden die Völkerwanderungen, die um das Zeitalter des Übergangs von der Antike zum frühen Mittelalter vor etwa 1.500 Jahren stattfanden, gerne als ein Beleg für diese ominöse große ,,Urvermischung“ der Völker und angeblich besonders der Deutschen, hingestellt, oder zumindest der dahin wirkende Versuch unternommen.

Da diese Behauptung durchaus plausibel klingt und der Durchschnittsbürger nicht zur Hinterfragung neigt, werden solche Behauptungen, die nicht einmal den Status einer Hypothese besitzen, gerne als scheinbare Wahrheit angenommen.

Daß die Völkerwanderungen tatsächlich jedoch kein Zug fremder Völker in den späteren deutschen Raum waren, sondern ganz im Gegenteil, eine germanische Expansion in weite Teile Europas, wird zumeist verkannt bei den Menschen, die unwissend gerne auf die Völkerwanderungen verweisen.

Tatsächlich zogen also Germanen aus germanischen Siedlungsgebieten, angefangen mit dem Hunnensturm des Jahres 376, vor allem nach Südeuropa und teilweise sogar nach Nordafrika. Die Völkerwanderungen bedeuteten die Germanisierung Europas und nicht die Durchmischung Deutschlands. Kein einziges nichtgermanisches Volk zog während der Völkerwanderungen in Germanien, dem späteren Deutschland, ein und wurde dort sesshaft.

Für die irrige Hypothese eines Deutschlands als altes ,,Mischland“, müssen dann an anderer Stelle die Hugenotten herhalten. Als Hugenotten werden ethnische Franzosen protestantischer Konfession bezeichnet, die im späten 17. Jahrhundert aufgrund des intoleranten Glaubensklimas in Frankreich unter Ludwig XIV., teilweise in das Ausland flüchteten.

In jener Zeit verließen gut 200.000 Hugenotten das Königreich Frankreich, um im Ausland eine neue Heimat zu finden. Mit gut 50.000 Hugenotten wanderte der Großteil dieser Gruppe nach Großbritannien und Irland aus, während weitere Hugenotten in Südafrika, Amerika, Russland, Dänemark, Schweden und den Niederlanden Zuflucht und eine neue Heimat fanden, wo sie als gebildete Fachkräfte zumeist willkommen waren. Nach Deutschland selbst kamen nur etwa 44.000 Hugenotten.

Da Deutschland um das Jahr 1700 gut 15 Millionen Einwohner hatte, machten die Hugenotten umgerechnet nie mehr als 0,29% an der Gesamtbevölkerung aus. Eine absolut winzige Gruppe, die die Darstellung Deutschlands als altes Einwanderungsland, das durchmischt gewesen sei, in keiner Weise erfüllen oder decken. Das schlägt sich auch in der sehr geringen Anzahl französischer Familiennamen im deutschen Volk nieder, von denen dann zudem noch nicht einmal alle auf die Hugenotten zurückzuführen sind.

 

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