Tomislav Sunic
Die jüngste Anklage der mächtigen linken Organisation ›Southern Poverty Law Center‹ (SPLC) durch die US-Regierung könnte bei weißen nationalistischen Aktivisten einen Seufzer der Erleichterung hervorrufen. Ihre diffamierenden Aktivitäten haben konservativen und nationalistischen Forschern bereits erheblichen Schaden zugefügt, die im Sprachgebrauch des SPLC oft als „weiße Supremacisten“ oder „Antisemiten“ bezeichnet werden.
Es ist unklar, warum die US-Regierung so lange gebraucht hat, um die Finanzpraktiken des SPLC zu untersuchen, insbesondere da andere US-Behörden ähnliche Methoden angewandt haben – nämlich Bedrohungen durch die extreme Rechte zu erfinden, um ihre eigene Existenz zu rechtfertigen.
Die dämonisierenden Methoden des SPLC wurden weitgehend aus den gängigen Praktiken des kommunistischen Osteuropas übernommen, wo Regierungen ständig „Faschisten“, „Nazis“ oder „Terroristen“ erfinden mußten, um ihre totalitären Regime aufrechtzuerhalten.
Angesichts des multiethnischen Profils der Mitarbeiter des SPLC und seiner Partner läßt sich zudem vermuten, daß interne Meinungsverschiedenheiten dazu geführt haben könnten, daß Personen, die mit einer bestimmten ethnischen Gruppe unzufrieden waren, ihre Kollegen anderer Hautfarbe wegen Mißwirtschaft anzeigten. Wenn das Geld knapp wird, spielt die ethnische Zugehörigkeit immer eine Rolle – genauso wie Geld keine Grenzen kennt.
Das ist nichts Neues in den proto-kommunistischen und Antifa-Kreisen der englischsprachigen „Caviar-Linken“. Diejenigen, die in kommunistischen Staaten geboren wurden und dort gelebt haben oder die Psychologie dieser Denkweise studiert haben, wissen ganz genau, daß die schlimmsten Feinde des Kommunismus, wie die jüngste Geschichte gezeigt hat, oft unzufriedene kommunistische Insider waren.
Dies erinnert an den Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa und der Sowjetunion. Anfang der 1990er Jahre – verursacht nicht durch rechte Akteure oder äußere Kräfte, sondern durch den systematischen Mißbrauch öffentlicher Gelder in Verbindung mit internen ethnischen Streitigkeiten unter Mitgliedern der kommunistischen Partei. Der Zerfall des kommunistischen Jugoslawiens und die internen Kämpfe seiner multiethnischen Kommunistischen Liga sind Beispiele dafür.
Die linken Bösdenker
Die Dämonisierung rechter und nationalistischer Kreise in den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union durch das SPLC gleicht einer Neuauflage der quasi-gerichtlichen Verfahren im kommunistischen Osteuropa und in der Sowjetunion. Es bleibt abzuwarten, ob andere „Anti-Hass“-Gruppen oder -Organisationen unter der Trump-Regierung einer Überprüfung unterzogen werden.
Man kann sich über den plötzlichen Niedergang des SPLC freuen, doch bleibt die Frage, ob es ähnliche rechtliche Schritte und einen vergleichbaren Medienaufruhr geben wird, falls andere inländische Organisationen, die sich als antifaschistisch oder „Anti-Hass“ bezeichnen, die Aufmerksamkeit des Justizministeriums in Amerika auf sich ziehen.
Die mächtige ADL (Anti-Defamation League) beispielsweise bedient sich einer raffinierteren Rhetorik, um rechte Dissidenten und Nationalisten zu diskreditieren. Warum sollte man nicht auch ihre Finanzierungsquellen sowie ihre pädagogischen Vorgaben in Schulen und Polizeibehörden untersuchen?
Es ist jedoch bemerkenswert, daß die ADL und das AIPAC (American Israel Public Affairs Committee) im Laufe des vergangenen Jahres ihre Rhetorik gegen die sogenannten weißen ›Supremacisten‹ abgeschwächt haben, während sie Trumps Rhetorik über eine massive Bombardierung des Iran voll und ganz unterstützten. Ein stillschweigender Deal? Ein Geben und Nehmen? Das kann jeder selbst beurteilen.
Christliche „Rechte” in den Vereinigten Staaten und bestimmte nationalistische Persönlichkeiten in Europa stehen dieser Gefälligkeit in nichts nach, wie kürzlich der „diskrete Besuch“ der französischen Politikerin Marine Le Pen in der israelischen Botschaft in Paris gezeigt hat. Eine Ära gegenseitiger Schmeicheleien zwischen der europäischen extremen Rechten und Israel scheint sich abzuzeichnen.
Das Problem beschränkt sich nicht auf das amerikanische SPLC. Hunderte anderer NGOs, insbesondere in der Europäischen Union – wie ich bereits betont habe –, sind nur dem Namen nach „nichtstaatlich“, hängen in Wirklichkeit jedoch weitgehend von öffentlichen Mitteln ab, während sie sich in einen Diskurs von Frieden, Liebe und multiethnischer Toleranz hüllen.
Ihre öffentliche Haltung erinnert, ähnlich wie die des SPLC, stark an die ehemaligen bolschewistischen Behörden zu Beginn der Sowjetunion. Es sei daran erinnert, daß einige der eifrigsten Vollstrecker des Kommunismus in der Sowjetunion und in Europa – wie Genrich Jagoda, Nikolai Jeschow, Lawrenti Beria oder Béla Kun – von ihren eigenen Genossen hingerichtet wurden.
In der Tschechoslowakei wurden 1952 ein Dutzend jüdischer Kommunisten, die Schlüsselakteure des totalitären Nachkriegssystems waren, von ihren ehemaligen Verbündeten wegen Verrats hingerichtet. Ein ähnliches Szenario hätte sich innerhalb des SPLC entwickeln können, mit internen Rivalitäten um die Verwaltung der Gelder.
Historisch gesehen neigen diese Organisationen umso mehr dazu, nicht nur Dissidenten der Rechten heftig zu verurteilen, sondern auch ihre eigenen Reihen zu säubern, je pompöser ihre Namen klingen – wie beim SPLC oder der britischen NGO „Hope Not Hate“.
Man kann den Fall von Hans-Georg Maaßen anführen, dem ehemaligen Chef des deutschen (sogenannten) Verfassungsschutzes, der 2018 nach Unstimmigkeiten bezüglich der Überwachungspraktiken im rechten Milieu seines Amtes enthoben wurde.
Ich habe bereits den Aufstieg des totalitären Geistes angesprochen und angedeutet, daß dieser der absoluten Demokratie innewohnt und nicht ihr Gegenteil ist.
Als Produkt einer multiethnischen postkommunistischen Pathologie würde der SPLC ähnlich funktionieren wie der rumänische Geheimdienst ›Securitate‹, die ostdeutsche ›Stasi‹ oder die jugoslawische ›UDBA‹, die Dissidenten verfolgten, selbst wenn es keine gab.
Letztendlich führte diese Paranoia zu internen Säuberungen.
Hier eine persönliche Anmerkung: Als mein Vater, Mirko Sunic, ein katholischer Anwalt, 1984 im kommunistischen Jugoslawien wegen angeblicher Verbindungen zu kroatischen Emigranten verhaftet wurde, waren die ersten, die gegen ihn aussagten, Mitglieder unserer eigenen Familie!!
Das ist ein klassisches Merkmal totalitärer Regime: ein Krieg aller gegen alle, in dem Angst bis in die Familien hinein herrscht und Mißtrauen zur Regel wird. Dieser totalitäre Geist – dieser Krieg aller gegen alle – findet sich ohne weiteres in Shakespeares scharfsinniger Prosa wieder, ganz besonders in seinem ›Richard III‹.
In der Politik gibt es keine wirklich Überzeugten. Die Mitglieder der SPLC hätten unter anderen Umständen zu Sprachrohren der Rechten werden oder sich irgendeiner anderen Ideologie anschließen können. Ebenso wurde Kroatien 1991 nicht aus freier Entscheidung zu einem „rechten Land“: Seine Institutionen wurden noch immer von ehemaligen Kommunisten dominiert, die sich lediglich umorientiert hatten.
Die Angst vor den ehemaligen serbischen Genossen und interne Rivalitäten beschleunigten die politischen Umwälzungen. Die echten kroatischen Nationalisten hingegen stürmten an die Front, beladen mit ihren Träumen und ihrer rosigen Zukunftsvision. Es ist unnötig, das Offensichtliche zu wiederholen: Der opportunistische Ideologiewechsel ist nichts Neues. Familiäre Spaltungen und politischer Verrat werden fortbestehen, egal welches Regime an der Macht ist.
Die heutigen NGOs, ob in Europa oder in Amerika, könnten sehr wohl von heute auf morgen völlig gegensätzliche Positionen einnehmen. Die moderne Linke paßt sich oft der vorherrschenden Ideologie an, aber die Rechte steht ihr darin in nichts nach.
Ein guter Rat, wie uns der Philosoph Emil Cioran nahelegt:
Frei zu sein bedeutet, sich für immer von der Vorstellung einer Belohnung zu befreien; es bedeutet, nichts von Menschen oder Göttern zu erwarten.
