Jean-Patrick Arteault
In dieser ersten Ausgabe des Jahres 2025 wollen wir symbolisch auf den Januar verweisen, den Monat, der nach Janus benannt ist, dem Gott der Anfänge und Enden, der Schwellen und Türen. Im Januar 2025, dem Beginn eines Jahres, das spannend zu werden verspricht, hat sich eine Tür geschlossen und eine andere geöffnet.
Am 7. Januar 2025 starb Jean-Marie Le Pen im Alter von 96 Jahren. Am 20. Januar wurde Donald Trump erneut offiziell zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ernannt. Eine Tür schloß sich, als der Menhir*, wie man so schön sagt, eines schönen natürlichen Todes starb.
Nicht nur die Tür zum Leben eines Mannes, eines wahren Kämpfers, der auf seine Weise die Geschichte Frankreichs geprägt hat, sondern auch die Tür einer bestimmten Epoche, eines bestimmten Frankreichs, einer bestimmten politischen Erneuerung.
Mit Jean-Marie Le Pen ist das „französische“ Frankreich gestorben. Er begann seine Karriere in einem Land, das es nicht mehr gibt, dem Frankreich der 1950er bis 1980er Jahre, im Grunde dem Frankreich Audiards, dem Frankreich vor der großen ethnischen und kulturellen Verdrängung, vor der Afrikanisierung und Amerikanisierung in ihrer dümmlichsten Phase.
Jean-Marie Le Pen entwickelte seine politischen Aktivitäten gerade zu Beginn der Mitterrand-Ära, als der Wandel, der sich bereits im Jahrzehnt zuvor abgezeichnet hatte, sichtbar wurde. Für viele Menschen unserer Generation war er ein Sammelpunkt, eine Möglichkeit, zusammenzufinden und zu erkennen, daß wir letztlich viele waren, die nicht wollten, daß unser Land untergeht. Viele, aber nicht genug, muß man wohl sagen. Man muß auch sagen, daß der ›Menhir‹ selbst nicht immer den Herausforderungen gerecht geworden war….
Wir werden eines Tages unsere Bilanz ziehen müssen, zwischen dem Le Pen, der das Volk erweckt hat, und dem Le Pen, der der nationalen Bewegung die Flügel stutzte. Wir zögern bis heute, dies zu tun, weil die Linke sich über das Ableben eines Mannes gefreut hat, den sie zu Lebzeiten so sehr gefürchtet hatte, als er auf dem Höhepunkt seiner Kraft war.
Denn die Linke hat wieder einmal ihr abscheulichstes Gesicht gezeigt, das Gesicht der Dummheit und der krassen Bosheit. Wir wissen nicht mehr, wer gesagt hat:
Ich vergebe dummen Menschen, wenn sie nett sind, und bösen Menschen, wenn sie intelligent sind. Aber dumm und böse……
Von den Trinkgelagen auf dem ›Place de la République‹ bis zur Schändung seines Grabes kann die degenerierte bürgerliche Linke die Männer und Frauen mit Ehre im Andenken an den Menhir nur zusammenschweißen.
Aber wir werden nicht umhin können, eine Bestandsaufnahme zu machen mit einem Mann, der Hoffnung erzeugte, der aber nie wirklich die Macht wollte, um die Dinge zu verändern. Er nannte seine
Memoiren ›Tribundu Peuple‹ (Tribun des Volkes). Er war sehr gebildet und wußte sehr wohl,
daß der Volkstribun im alten Rom nur eine Fürsprachebefugnis hatte, also eine Oppositionsbefugnis, aber keine Macht des Handelns besaß, und er wollte nie in die Lage kommen zu handeln…..
Dazu kommt, daß er seine Kräfte an seinen Sprößling weitergab – eine gescheiterte Katzenzüchterin –, die sich selbst in die Hände eines Emporkömmlings fallen ließ und so eine riesige Volksbewegung in dem Moment sterilisierte, in dem sie sich hätte durchsetzen können.
Während Frankreich, von dem Jean-Marie Le Pen behauptete, es retten zu wollen, wankt und in einer unwürdigen Rolle als Handlanger des globalistischen ›Deep State‹ versinkt, erhebt sich im Herzen der westlichen Matrix ein Tornado, der Auswirkungen weit über die USA hinaus haben wird, wenn Donald Trump die Versprechungen seines offiziellen Porträts einhält.
Es ist viel zu früh, um das zu beurteilen. Im Moment gibt es viele Ankündigungen, aber der globalistische tiefe Staat, den Trump und sein Team angreifen, ist seit über einem Jahrhundert etabliert und verfügt über riesige Ressourcen. Und Trump hat nur noch zwei Jahre bis zu den ›Midterm‹-Wahlen, die traditionell ungünstig für die amtierende Regierung sind.
Im Moment sind die getroffenen Entscheidungen strukturell wichtig: Die Beseitigung von USAID, einer Struktur mit einem riesigen Budget, das hauptsächlich Regimewechseln gewidmet ist, wo immer Hindernisse für den Globalismus auftauchen, ist eine gewonnene Runde, von der die ganze Welt profitiert.
Wir, die französischen Nationalisten und Identitären in Europa, dürfen uns allerdings nicht täuschen lassen: Trump ist nicht da, um uns zu retten, sondern um die Vereinigten Staaten zu retten, wie Emmanuel Todd betonte, in einer Zeit, in der sie am Rande des Niedergangs stehen. Natürlich müssen wir die Schläge ausnutzen, die die neue Regierung den gemeinsamen Feinden zufügt: dem Globalismus, dem Wokismus und den europäischen Kompradoren-Oligarchien, die mit dem ›tiefen Staat‹ in seiner demokratischen Ausrichtung allzusehr kompromittiert sind.
Aber wenn das Trump-Team die Unumkehrbarkeit der Multipolarität zu akzeptieren scheint, dann deshalb, um sich brutal als einer der unausweichlichen Machtpole der ›Neuen Welt‹ zu behaupten. Das zeigt sich in der Art und Weise, wie es seine mittel- und nordamerikanischen Partner, von Panama bis Grönland, zum Bau einer US-Festung unterwerfen will.
Dabei gehen sie nicht anders vor als andere Welt- oder Regionalmächte wie Rußland, China oder die Türkei. Aber für die Länder Europas, deren Eliten seit langem den Weg der Unterwerfung gewählt haben, wird es gewiß kein langer, ruhiger Fluß sein: Wenn ein neues Jalta entstehen sollte, wie diskutiert wird, zwischen den Vereinigten Staaten, Rußland und China, vielleicht sogar Indien, oder souveränen Regionalmächten wie der Türkei, dem Iran oder Saudi-Arabien, laufen die europäischen Länder, deindustrialisiert, überschuldet, ohne Rohstoffe und untergraben durch afrikanische und asiatische Einwanderung, Gefahr, den (hohen) Preis dafür zu zahlen.Die Vereinigten Staaten haben bereits begonnen, sie skrupellos auszubeuten.
In der Zwischenzeit beabsichtigt die Organisation „Europäische Union“, die von Trump, der sich nur an die Staaten wendet, geflissentlich ignoriert wird, das letzte „Rückzugsgebiet” des wokistischen und grünen Globalismus zu werden, wie Florian Philippot es ausdrückte. Sie beharrt auf einem Krieg gegen Rußland, der selbstmörderisch für seine Interessen ist.
Während der Zeitgeist, sowohl auf der Seite der Vereinigten Staaten als auch der BRICS, für die Rückkehr der staatlichen Souveränität, die Rückkehr des Protektionismus und das Ende des Freihandels, das Ende der grünen Agenda, die Rückkehr zu normalen anthropologischen Werten ist, klammert sie sich an die Entscheidungen der alten, dekadenten westlichen Welt.
Schlimmer noch, sie etabliert sich als totalitäre Hochburg (›Digital Services Act‹ und ›European Democratic Shield‹). Ein «West-Wall» ist im Bau. Doch er wird fallen, noch schneller als der vorherige, weil diese Organisation nicht mehr über die Mittel verfügt, um ihre Politik umzusetzen. Sie ist tot, weiß es aber noch nicht.
* Menhir – buchstäblich: langer (hir) Stein (men), auch Hinkelstein genannt, wurde Jean-Marie Le Pen als Spitz- bzw. Kosename gegeben.
