Viktor Streck wurde 1963 in Rußland geboren. Seine Jugend verbrachte er in der westsibirischen Stadt Omsk. 1981 zog er mit der Familie nach Kirgisien, wo er an der staatlichen Universität Frunse (heute Bisch-kek) Journalistik studierte und in einer Jugendzeitung tätig war.
Seit 1988 lebt er in Deutschland. 2007 veröffentlichte er den Roman »Heimat ist ein Paradies«, mit einem Deutschen aus Rußland als Protagonisten.
Besonders positiv wurde das Buch von den Rußlanddeutschen aufgenommen. Das war nicht verwunderlich, denn das Buch behandelte nicht nur aktuelle Themen, sondern auch tragische Ereignisse aus der Geschichte, die in der Erinnerung der älteren Generation noch lebendig sind.
Die Hauptbotschaft des Buches von Viktor Streck ist es, zu zeigen, was alle Deutschen gemeinsam haben, unabhängig davon, wo sie geboren wurden.
Der Roman spricht eine Reihe schwieriger Probleme der modernen deutschen Gesellschaft an, die alle betreffen.
Viktor Streck hat auch eigene Gedichte vertont – siehe die folgenden Videos.
Die Zugvögel
Die weißen Schwäne sind so frei, Sie ziehen fort an uns vorbei. Vom blauen Himmel her zu mir Sie rufen laut: Dein Platz ist hier!
Steig hoch zu uns und finde Ruh! Der Winter naht! Was zögerst du? In jenem Lande ohne Schmerz Erblüht erneut dein wundes Herz.
Sie ziehen weg, und ihr Gesang bezaubert uns mit süßem Klang. Auch wenn sie Glück verheißen mir, Ich kann nicht mit, ich bleibe hier.
Auch wenn der Winter eisig kalt, Und euer Ruf noch lauter hallt, Des Heilands Wort in meinem Herz befiehlt zu tragen jeden Schmerz.
Selbst wenn die Rettung nicht gelingt Und Eiseskälte uns verschlingt, Ich zieh nicht weg, ich bleibe da Mit jenen hier, die mir so nah.
Aus ihrem Blut kam ich zur Welt, Auch wenn es einem nicht gefällt, Mit ihnen hat uns Gott verband mit einem untrennbaren Band.
Der Schwäne Ruf ist längst verhallt, Bald wird es schnei’n, bald wird es kalt. Des Heilands Wort, es spricht zu mir: Mein liebes Kind, ich bin mit dir!
Der Frühling kommt, dein Vaterland Erblüht erneut in meiner Hand. Vertraue Gott, behalte Mut! Dafür vergoß ich einst mein Blut.
Die weißen Schwäne zogen fort, An einen warmen fernen Ort. Sie finden dort kein wahres Glück, Bald kommen sie zu uns zurück.
(ein Gedicht von Viktor Streck)
Beitragsbildquelle: Gemälde von Konstantin Wassiljew