In der kollektiven Vorstellung hatten und haben schwarze Vögel nach wie vor einen schlechten Ruf. Oft werden sie mit schlechten Omen, Geheimnissen oder sogar dem Tod in Verbindung gebracht, doch sie sind vollwertige Mitglieder eines vielfältigen Ökosystems: unseres Gartens. Entdecken wir die Legenden und Mythen, die sich hinter den schwarzen Vögeln verbergen, um die konkreten Vorteile ihrer Anwesenheit im Garten besser zu verstehen.
Die Amsel, die Sängerin der Morgen- und Abenddämmerung
In den Legenden ist die Amsel keineswegs ein Unglücksvogel. Im Gegenteil, denn sie genießt einen weitaus poetischeren Ruf. Einigen Legenden zufolge war sie einst weiß, bevor ein Feuer oder göttlicher Zorn ihr Gefieder schwarz färbte und nur ihr gelber Schnabel als Erinnerung an ihre ursprüngliche Helligkeit zurückblieb. Sie wird manchmal als Botschaftsüberbringerin in Träumen betrachtet, oft mit der Rückkehr des Frühlings in Verbindung gebracht oder als Botin des Unsichtbaren angesehen. Tatsächlich soll ihr Gesang bei Einbruch der Dunkelheit uns auf einen Geist, eine Präsenz, eine Energie in unserer Nähe aufmerksam machen.

Doch ihre Anwesenheit im Garten ist vor allem ein Segen. Indem sie den Rasen nach Regenwürmern durchwühlt, beweist sie, daß der Boden lebt – ein Boden, den sie auflockert. Nicht zu vergessen ihr melodiöser Gesang, der den Tagesanbruch begleitet.
Der Rabe, ein Unglücksvogel
Ganz klar, der Rabe hat nicht die Ausstrahlung der Amsel! Er ist sogar einer der schwarzen Vögel, die am stärksten mit Unheil behaftet sind. In mittelalterlichen Erzählungen oft als Boten des Todes angesehen, waren sie in der nordischen Mythologie auch die Gefährten des Gottes Odin. Seine beiden Raben, Hugin, der Gedanke, und Munin, das Gedächtnis, durchstreiften die Welt, um ihm Nachrichten zu überbringen. In anderen Glaubensvorstellungen ist er ein Seelenführer, der zwischen der Welt der Lebenden und der Toten hin- und herreisen kann. In anderen Kulturen hütet er verborgene Geheimnisse, die den Menschen unzugänglich sind.

Darüberhinaus verfügt der Rabe über eine außergewöhnliche Intelligenz. Und er versteht es, sich seiner Umgebung anzupassen. Im Garten ist er ein Reiniger, er frißt Abfälle und Reste, die Schädlinge anziehen könnten. Und auch wenn er sich durch sein wenig melodiöses Krächzen bemerkbar macht, sollte man lernen, ihn so zu schätzen, wie er ist. Denn in manchen Mythologien ist er auch derjenige, der der in Dunkelheit versunkenen Welt das Licht gebracht hat.
Die Rabenkrähe, die Beschützerin
Oft mit ihrem Cousin, dem Raben, verwechselt, taucht die Rabenkrähe in mehreren Mythen auf. In vielen keltischen Traditionen wurde die Rabenkrähe, die mit der Göttin des Krieges und des Schicksals in Verbindung gebracht wurde, als unerschrockene Beschützerin angesehen.

Auch wenn ihr raues Krächzen einen Konflikt ankündigte, wurde sie als Hüterin des Territoriums respektiert. In manchen Volksüberlieferungen ist sie diejenige, die die Geheimnisse der Menschen kennt und sie schützt, indem sie das Geheimnis bewahrt. Für andere ist sie eine Botin, die je nach Flugrichtung Veränderungen im Leben vorhersagt.

Man muß sagen, daß die schwarze Krähe über eine große soziale Intelligenz verfügt und in der Lage ist, komplexe Probleme zu lösen. Im Garten spielt sie eine hygienische Rolle, indem sie kleine Kadaver oder organische Abfälle beseitigt.
Die Turmkrähe, die Hüterin des Heims
Mit ihrem schwarzgrauen Gefieder wird die Turmkrähe (Dohle) oft mit dem Schutz von Häusern und Gebäuden in Verbindung gebracht. Sie ist eine Art Wächterin, die Häuser vor negativen Einflüssen oder bösen Geistern schützt. Er ist im allgemeinen ein wohlwollender Geist, der über Schornsteine und Glockentürme wacht. Er ist aber auch ein Regenbote, da sein Verhalten beim Nisten oder im Flug als Wettervorhersage gilt.

Da er in einer dauerhaften Paarbeziehung lebt, ist er auch ein Symbol für Tugend und eheliche Treue. Er ist ein Vogel, der für Loyalität steht.
Der Stare, die Plage der Landwirtschaft
Das Bild der Stare wird oft mit der Plünderung von Feldern oder Obstgärten in Verbindung gebracht, wenn er sich in Schwärmen bewegt. Dabei spielt er eine wesentliche Rolle bei der Beseitigung von Insektenlarven, insbesondere von Maikäfern, Schnaken und Rasengrillen.

In der kollektiven Vorstellung sind es vor allem ihre „Murmurations“, also die großen Schwärme, die den Himmel verdunkeln, die Mythen und Legenden hervorbringen. Diese perfekt synchronisierten Flüge wurden als göttliche Botschaften oder Wettervorhersagen wahrgenommen, wobei ihr plötzliches Auftauchen oft mit dem Übergang von einer Jahreszeit zur anderen in Verbindung gebracht wurde. In bestimmten mystischen Traditionen ist die fließende Bewegung ihrer Schwärme eine Metapher für die kollektive menschliche Seele oder die himmlische Harmonie.
Da er zudem ein ausgezeichneter Nachahmer ist, gilt er als Vogel, der die Worte der Menschen an die Natur weitergeben kann.
Unsere Sicht auf diese schwarzen Vögel ändern
Die uralte Angst oder Furcht vor einigen dieser schwarzen Vögel neigt manchmal dazu, ihre wesentliche biologische Rolle zu verdecken. Dabei ist es relativ einfach, unsere Sichtweise zu ändern und zu verstehen, daß ihre Anwesenheit ein Zeichen für die gute Gesundheit unseres Gartens ist. Das ist ihre Rolle als Boten, als Hüter der Artenvielfalt.
- Die Anwesenheit dieser Vögel, sowohl am Boden wie bei der Amsel als auch in den Bäumen wie bei der Dohle oder der Krähe, zeigt, daß Ihr Garten ein vielschichtiger, gut geschützter Lebensraum ist;
- Entgegen der landläufigen Meinung reduzieren Rabenvögel das Vorkommen von Schädlingen und Ungeziefer im Garten und im Gemüsegarten.
Wie lockt man sie an?
- Lassen Sie wilde Bereiche, in denen sie in aller Ruhe jagen und fressen können;
- Bewahren Sie altes Holz oder alte Stämme auf, die Hohlräume beherbergen, die für Dohlen unverzichtbar sind;
- Stellen Sie eine Wasserstelle bereit, auch wenn sie noch so einfach ist.
