Ein Gespräch mit Guillaume Faye über das Heidentum

Das tiefgründige und persönliche Gespräch, das Christopher Gérard im Jahr 2001 mit Guillaume Faye führte – zugleich die Schilderung eines Lebensweges, Reflexion über das Heilige und eine Intuition für die Zukunft –, hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt, ist weder ein Glaubensbekenntnis noch eine Apologie, sondern der klare Ausdruck des Denkens eines Autors, der in Blitzen denkt und zu seinen Widersprüchen steht. Für Faye ist das europäische Heidentum ewig, denn „es ist für Völker und Herkunftsgemeinschaften geschaffen “, nicht für die Massen und entwurzelte Individuen.

 

Christopher Gérard: Wer sind Sie?

Guillaume Faye: Es ist mir unmöglich, mich selbst zu definieren. Ich bin auf jeden Fall vielseitig, nicht spezialisiert, in meinem eigenen Leben „polytheistisch“. Obwohl ich einen Abschluss an der Hochschule für Politikwissenschaften, einen Abschluß in Geschichte und Geographie sowie einen Doktortitel in Politikwissenschaften habe, habe ich meine Abschlüsse nie ernst genommen und sie nie genutzt, um in der bürgerlichen Gesellschaft oder der offiziellen Intelligenzija „Erfolg“ zu haben.

Ich habe Autos verkauft, indem ich von Tür zu Tür ging, Comedy-Sendungen im Mainstream-Radio und -Fernsehen moderiert, Bücher und Artikel zu allen möglichen Themen geschrieben, von den „ernsten“ bis hin zu den leichtesten. Ich habe in der Werbung und bei den großen Zeitungen gearbeitet usw. Derzeit schreibe ich Bücher, halte Vorträge überall in Europa und habe gerade einen sozioökonomischen Informationsbrief ins Leben gerufen, dessen Erfolg mich sehr freut.

Meine familiären Wurzeln beschränken sich seit vielen Generationen ausschließlich auf die gallischen „Regionen“ Poitou-Charentes und Limousin, einer glücklichen Verschmelzung keltischer und römischer Traditionen. Ich wurde im Kult des französischen Nationalismus mit bonapartistischer Ausrichtung erzogen, und das paradoxe Ergebnis davon war ein europäischer Patriotismus.

Mein ursprüngliches soziales Milieu ist das der Pariser Großbourgeoisie, das ich von innen heraus bestens kenne und dessen konformistische und materialistische Ideale ich nie geteilt habe, die ich nie beneidet habe, weil mich der Lebensstil, den sie mir bot, im Grunde genommen nicht interessierte.

Wie sah Ihr intellektueller Werdegang aus?

Guillaume Faye: Ich mag das Wort „Intellektueller“ nicht. Erlauben Sie mir diese etwas derbe Bemerkung: Ich habe immer gedacht, daß Intellektuelle für die Intelligenz das sind, was Masturbation für die Liebe ist. Der „Intellektuelle“ ist ein narzisstisches Wesen, ein Erbe der byzantinischen Theologen, der sich in reine (und zu 95 % falsche) Ideen flüchtet, der seine Zeit verschwendet und auch anderen Zeit raubt.

Zunächst dürfen wir nicht vergessen, daß es sich um einen abwertenden Begriff handelt, der in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts geprägt wurde und die Klasse der Professoren, Publizisten und Journalisten bezeichnete, die ideologische Dogmen der Realität vorzogen. Nichts ist weniger heidnisch als dieser Begriff „Intellektueller“!

Denn er besiegelt eine tödliche Kluft zwischen dem Intellekt (Geist) und der Leben spendenden Kraft (Seele).

Mein erster Wegbereiter war Friedrich Nietzsche, vor allem ›Die fröhliche Wissenschaft‹ (1882) und ›Der Antichrist‹ (1896), die mir mein Philosophielehrer näherbrachte, als ich bei den Jesuiten in Paris war – einer religiösen Gemeinschaft, die nur halbherzig eine christliche Erziehung vermittelte, sich aber deutlich mehr für den antiken griechisch-lateinischen Humanismus interessierte. Die beiden Quellen meines Heidentums, der Nietzscheanismus und die griechisch-lateinische Kultur, stammen also paradoxerweise von den Jesuiten.

Ich hatte das Glück, ein langes und sehr vielseitiges Studium zu absolvieren: Altphilologie, Politikwissenschaft, Geschichte, Geografie, Philosophie, Wirtschaftswissenschaften – was es mir ermöglichte, mich nicht zu spezialisieren und ein „Allrounder“ zu bleiben . Ebenso wurde ich von der Denkweise der marxistischen Strömung beeinflußt, ohne jedoch deren gesellschaftliche Vorstellungen oder Utopien zu teilen.

Meine Ausbildung war sehr vielfältig und im Grunde genommen kaum französisch geprägt. René Descartes, Michel de Montaigne, Henri Bergson und ihresgleichen haben mich nie inspiriert, ebenso wenig wie Charles Maurras übrigens. Ich habe mich schon immer zur deutschen und angelsächsischen Philosophie hingezogen gefühlt: Friedrich Nietzsche, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Martin Heidegger, Georg Simmel, Ferdinand Tönnies, Carl Schmitt, Herbert Spencer, Christopher Lasch usw.

Allerdings habe ich mich stets vor selbsternannten Gelehrten, vor den homines unius libri („Männer eines einzigen Buches“) oder vor bloßen Zusammenstellern in acht genommen. Ich gehöre keiner theoretischen oder ideologischen Schule an, ich habe immer versucht, selbstständig zu denken.

Aber letztendlich waren es nicht so sehr die Bücher, die mich beeinflusst haben, sondern ganz einfach mein Leben. Ich bin weder ein „Gelehrter“ noch ein Anhänger von aneinandergereihten Zitaten und „intellektuellen Collagen“, eine Marotte der Autodidakten. Ich sammle keine Bücher, so wie andere Zinnsoldaten oder Briefmarken sammeln.

Ich ziehe es vor, selbst zu denken, ständig neue Konzepte aus der beobachteten Alltagsrealität und meinen Intuitionen zu entwickeln, die durch eine (sehr persönliche und ikonoklastische) Lektüre eines bestimmten Autors, auf den ich einhake, oder durch ein Gespräch, eine Beobachtung, das Lesen der Presse oder eines Geschichtsbuchs ausgelöst werden.

Ich arbeite in Blitzen und Intuitionen, definiere mich aber nicht im Verhältnis zu einer „Denkschule“ “ oder einer „Denkströmung“ . Ich besitze zu Hause nur 100 Bücher, die allwichtigsten. Alle anderen habe ich verschenkt oder verkauft.

Ich wurde von deutschen Ethologen, Soziologen, Ökonomen und Philosophen beeinflußt, nicht zu vergessen die gesamte ›Frankfurter Schule‹ und Jürgen Habermas oder so unterschiedliche Autoren wie Arthur Koestler, Heidegger, Spencer und Robert Ardrey. Im Gegensatz zu den frankophilen Amerikanern war ich immer der Meinung, daß es der französischen strukturalistischen Schule (Jacques Lacan, Michel Foucault und Co.) an Klarheit mangele.

Für die Franzosen würde ich jedoch bemerkenswerte Ausnahmen machen: Julien Freund, Michel Maffesoli, Henri Lefebvre, Gilles Deleuze und Guy Debord. Eine Zeit lang schloß ich mich der situationistischen Bewegung an, wegen der Kraft ihrer Kritik an der westlichen Gesellschaft und deren geistiger Leere.

Das führte mich paradoxerweise dazu, mich in den 70er Jahren mit der GRECE und der sogenannten  ›Nouvelle droite‹ anzuschließen, zu der ich einen bedeutenden Beitrag geleistet habe. Doch 1986 verließ ich diese Strömung, da ich spürte, daß die Ideen, die ich dort entwickelte, nicht mehr im Einklang mit der Strategie der ideologischen Neuausrichtung ihrer führeden Köpfe standen.

Allerdings traf ich dort Menschen wie den Philosophen Giorgio Locchi, den Historiker Pierre Vial, Pierre Brader, den Politikwissenschaftler Robert Steuckers und andere, die mir zahlreiche neue Wege eröffnet haben und die alle, genau wie ich, diese Denkrichtung verlassen haben.

Und Ihr spiritueller Weg?

Guillaume Faye: Mein Heidentum hat nichts mit Spiritualität oder Mystik zu tun; es ist sinnlich, gelebt, ich würde sagen: poetisch und ganz und gar persönlich.

Mein Weg ist alles andere als „spirituell“, sondern rein sinnlich. Der Reichtum des Heidentums, den keine andere „Religion“ besitzt, besteht darin, daß man darin eine außergewöhnliche Vielfalt an Gefühlswelten findet: vom Heidentum der Wälder und der Verwurzelung bis hin zu dem der entfesselten Technowissenschaft; vom Heidentum der Nebel der Heide bis hin zu dem der Gottheiten des Sonnenfeuers; vom Heidentum der Quellen und Nymphen bis hin zu dem des dumpfen Rauschens der Schlachten, von dem des Gesangs der Feen oder des Galopps der Kobolde im Unterholz bis hin zu dem des Donners der Triebwerke, vom Heidentum der großen Schutzgötter bis hin zu dem der Hausgötter.

Doch das Geniale am Heidentum ist es, in einer kosmischen und organischen Ganzheit alle menschlichen Leidenschaften mit ihrem Elend und ihrer Größe in einer kosmischen und organischen Gesamtheit zu vereinen. Das Heidentum ist wahrlich der Spiegel der lebendigen Welt.

Es haben mich esoterische Texte, mystische Anwandlungen, Forschungen und Abhandlungen über Symbolik nie angezogen. Für mich ist das Heidentum in erster Linie Poesie, Ästhetik, Begeisterung und Intuition. Auf keinen Fall Theorie, Glaubenskult oder Mittel zum Zweck.

Dem griechischen und römischen Heidentum fühle ich mich am nächsten. Es prägte meine gesamte Bildung, zumal ich zehn Jahre lang griechisch-lateinische Studien absolvierte und in der Lage war (was mir derzeit nicht mehr möglich ist, (sed nihil obstat quibus perseverant) Ovid oder Xenophon fast im Original zu lesen. Natürlich habe ich großes Verständnis und große Sympathie für die keltischen, germanischen, skandinavischen und indischen heidnischen Traditionen, die ebenso reichhaltig sind.

Ich bedaure, daß ich den Hinduismus, das heute bedeutendste lebendige Heidentum, nur unzureichend kenne, möchte diese Lücke aber gerne schließen.

Ich erinnere mich an den ›Eid von Delphi‹, der Anfang der achtziger Jahre an der heiligen Stätte vor der Stoa in den frühen Morgenstunden von einer Versammlung junger Europäer abgelegt wurde. Er wurde auf Initiative von Pierre Vial und unserem verstorbenen griechischen Freund Jason Hadjidinas abgelegt. Dort waren Europäer aus allen Nationen unseres gemeinsamen Hauses versammelt. Mein ganzes Leben lang werde ich diesem Eid treu bleiben. Es war ein intensives, religiöses Erlebnis.

Ziel dieses Eides war es, in der Welt konkret für die heidnischen Werte einzutreten. Die entkörperlichte „Spiritualität“ erschien mir schon immer äußerst langweilig, vielleicht ganz einfach, weil ich sie nicht verstehe. Von Julius Evola behalte ich nur die soziologischen und politischen Passagen im Gedächtnis, doch der „Evolianismus“ erschien mir stets fehl am Platz, und die Texte von René Guénon (der übrigens zum Islam konvertiert war) völlig unverständlich.

Mein Heidentum, das im wesentlichen apollinisch und dionysisch ist, ist das Gegenteil einer meditativen Haltung; es ist intuitiv, fasziniert von der Bewegung, dem Handeln, der Ästhetik der Kraft (und nicht der des Gebets). Für mich ist dies das Wesen der Lebenskraft, des Lebenswillens. Das Leben ist Wirksamkeit, ist historisches Schaffen. Die Geschichte bewahrt die res gestae, die Taten, nicht die abstrakte, dandyhafte Kontemplation über nutzlose Theorien, die vom Vergessen hinweggefegt werden. Nur das Tun ist wirksam, und nur es ist das Ziel sowohl des Denkens als auch der ästhetischen Regungen der Seele.

Die größte Gefahr, die dem Heidentum droht, ist der Intellektualismus der Selbstzweckhaftigkeit, das „Denken“, das um seiner selbst willen vergöttert wird, ausgetrocknet und abstrakt, pseudoakademisch, losgelöst von der Realität und den Geboten der Dringlichkeit.

Das Heidentum ist weder eine gelehrte Abhandlung noch kaltes „Wissen“, sondern eine Bereitschaft zur Tat. Für mich ist es ein Eintauchen ins Leben, eine Praxis, die die Welt verändert. Es sind niemals in erster Linie die Worte, die zählen, noch die Ideen, sondern die konkreten Taten, zu denen diese Ideen und Worte führen.

Eine Idee ist nicht deshalb interessant, weil sie an sich brillant ist, sondern wenn sie zu einer Veränderung des Ist-Zustands führt, zu einer Verkörperung in einem Projekt: Das ist der Kern der heidnischen Erkenntnistheorie, im Gegensatz zur jüdisch-christlichen Erkenntnistheorie, in der die Idee nur um ihrer selbst willen gilt, in der materielle Gegebenheiten, Dringlichkeit, das Reale verachtet werden.

Es hat mich schon immer beeindruckt, daß das griechisch-lateinische, germanische oder keltische Heidentum nichts Meditatives oder Kontemplatives an sich hatte. Es war durch und durch aktiv, politisch und kriegerisch.

Viele Judäo-Christen, die sich dessen nicht bewußt sind, glauben ganz im Sinne der Bibel, daß der ›Wille zur Macht‹ eine Sünde gegen Gott, eine Herausforderung sei, und daß nach der Lehre der guten Väter die einzig akzeptable Macht das entmaterialisierte „innere Reich“ sei. Diese Sichtweise setzt voraus, daß die Welt einem Dualismus folgt: auf der einen Seite das „Geistige“, das Heilige, die Meditation; auf der anderen Seite das Vulgäre, Profane, verstrickt in einen absurden Rausch aus Herrschaft, Kalkül, Schlachten und Strategien. Ich behaupte hingegen, daß Materialismus und Sinn für das Heilige im Heidentum eng miteinander verbunden sind, wobei „Materialismus“ natürlich nicht mit Konsumismus verwechselt werden darf.

Eine weitere, sehr seltsame Sache hat mich – ohne daß ich es in Worte gefaßt hätte – zum „Heiden“ gemacht, wenn ich in die Geheimnisse meiner frühen Kindheit eintauche. Es ist die Faszination für die wilde Natur, genauer gesagt für den Wald, das Meer und die Berge.

Eine einfache, recht kuriose Anekdote: Als Jugendlicher pflegte ich zu Fuß einen der schönsten Wälder Europas zu durchqueren, den Wald von La Coubre, in meiner Heimat, der Saintonge. Eine riesige Fläche aus vom Wind zerquälten Kiefern und Eichen. Je näher man dem Meer kommt, desto deutlicher hört und spürt man das Heulen des Äolus – des gefürchteten Südwestwinds – und das wütende Tosen des Atlantiks. Dann erklimmt man eine Düne, auf der die letzten Kiefern dahinsiechen, zerfressen von Salz und Windböen.

Und plötzlich entfaltet sich die Pracht des Poseidon: eine wilde, bedrohliche Pracht, gleichgültig gegenüber menschlichem Wehklagen. Riesige Wellen, die brüllend zerbrechen, rauschende Strudel, eine endlose Küste aus weißem Sand und die rot beschrifteten Schilder: ›Baden verboten‹. Diese wilde und bedrohliche Seite der Natur hat mich schon immer fasziniert, in der sich hinter der reinen Schönheit eine schreckliche Gefahr verbirgt, der Biss der Götter.

Doch in dieser heidnischen Weltanschauung ziehen mich auch die kolossalen Städte und die monumentale Architektur an, die Selbstbewußtsein und Macht, Ästhetik und harmonische Kraft verkörpert: Versailles, das Taj Mahal, die Kathedralen von Straßburg oder Ulm, die deutsche Architekturschule von Chicago, der Neoklassizismus der 1930er Jahre, die brutale Schönheit eines Atom-U-Boots oder eines Kampfflugzeugs usw.

Es ist das Bekenntnis zu Macht und Ordnung – sei es nun von der Natur oder vom Menschen ausgehend –, das mein persönliches Heidentum prägt. Mein Ansatz basierte daher nie auf trockener Reflexion oder irgendeiner mystischen Ekstase, sondern vielmehr auf unmittelbarer Emotion. Ein christlicher Freund „beschuldigte“ mich einmal des „traumhaften Heidentums“. Er hatte Recht, ohne zu erkennen, daß die Träume der Menschen vielleicht Botschaften der Götter sind. Diese haben das Internet schon vor langer Zeit erfunden …

Sie sind also ein Heide, der auf Zeichen achtet, ein lebender Seismograph. Aber was bedeutet Heidentum für Sie heute? Wie sieht Ihr persönlicher Zugang dazu aus?

Guillaume Faye: Mein Heidentum ist nicht reaktiv, sondern konstruktiv. Ich bin nicht antichristlich, sondern vor- und nachchristlich. Ich schieße nicht auf Krankenwagen, ich habe keine alten Rechnungen zu begleichen. Das Heidentum ging dem Christentum voraus und wird dessen Verschwinden in den Herzen der Europäer überdauern. Meine stille Überzeugung ist, daß das Heidentum ewig ist.

Wie Sie in Ihrem Buch Parcours païen (Christopher Gérard, 2000) zum Ausdruck bringen, gliedert sich das Heidentum in drei Kernbereiche: die Verwurzelung in der Ahnenlinie und im Heimatland, das Eintauchen in die Natur und ihre ewigen Zyklen sowie eine „Suche“, die sowohl eine Öffnung hin zum Unsichtbaren als auch eine abenteuerliche Entdeckungsreise sein kann (Pythäas, Alexander, die pythagoreische Schule usw.) und „ortlos“ ist. In diesem Sinne ist das Heidentum die älteste und natürlichste aller Weltreligionen. Es hat die europäische Seele tief geprägt.

Im Gegensatz zu den Monotheismen kann man sogar sagen, daß es die authentischste aller Religionen ist, da es die Menschen einer Gemeinschaft in der realen und konkreten Welt „verbindet“, anstatt – wie das Christentum oder der Islam – ein kodifizierter Glaube und eine Sammlung zwingender, universeller Gebote zu sein, die sich nur an den Einzelnen richten, der bestrebt ist, bei einem allmächtigen Gott sein „Seelenheil“ zu „erwerben“.

Das bedeutet, daß die Hauptmerkmale des Heidentums die Vereinigung des Heiligen und des Profanen, eine zyklische oder sphärische Zeitauffassung (im Gegensatz zu den Eschatologien der Erlösung oder des Fortschritts, in denen die Zeit linear verläuft und auf ein erlösendes Ende der Geschichte zusteuert), die Weigerung, die Natur als Eigentum des Menschen (des Sohnes Gottes) zu betrachten, das er nach Belieben ausbeuten und zerstören könnte; der Wechsel zwischen Sinnlichkeit und Askese; die ständige Verherrlichung der Lebenskraft (das „Ja zum Leben“ und die „Große Gesundheit“ aus Nietzsches „Zarathustra“); die Vorstellung, daß die Welt ungeschaffen ist und sich auf den Fluß des Werdens zurückführen läßt, ohne Anfang und ohne Ende; das tragische Lebensgefühl und die Ablehnung jeglichen Nihilismus; der Ahnenkult, die Ehrung der Abstammungslinie, die Treue gegenüber den Kampfgefährten, den Kameraden und den Traditionen (ohne in musealen Traditionalismus zu verfallen); die Ablehnung jeder offenbarten universellen Wahrheit und somit jeglichen Fanatismus, jeglichen Fatalismus, jeglichen Dogmatismus und jeglicher Zwangsbekehrung. Hinzu kommt, daß im Heidentum stets der „Gegensatz der Gegensätze” innerhalb derselben harmonischen Einheit zu beobachten ist, die Einbeziehung des Heterogenen in das Homogene.

Ich möchte hinzufügen, daß die heidnische Moral, etwa die eines Marc Aurel, sicherlich weitaus höhere Anforderungen stellt als das Christentum. Das Heidentum, auf das ich mich beziehe und das hauptsächlich griechisch-römischer Prägung ist, verlangt vom Menschen Selbstbeherrschung, die Achtung der Regeln der Gemeinschaft und der Lebensordnung, die nicht durch die eigennützige Logik von Strafe und Belohnung eines allmächtigen Gottes auferlegt werden, sondern von innen heraus gelebt und psychologisch als notwendige „Pflichten“ verinnerlicht werden.

Die Götter der heidnischen Pantheons sind den Menschen moralisch nicht überlegen. Sie sind einfach unsterblich, es sind „Übermenschen“, die mit magischen Kräften ausgestattet sind. Das führt dazu, daß im Heidentum der Mensch gegenüber der Gottheit nicht in eine untergeordnete Position gedrängt wird, wie es in den monotheistischen Buchreligionen der Fall ist. Das zeigt sich sehr deutlich in der Ilias, wo die Götter Partei für die eine oder andere Seite ergriffen und selbst alle Fehler, Tugenden und Leidenschaften der Menschen besaßen.

Ich bin geprägt von zwei völlig gegensätzlichen und sich ergänzenden Formen des Heidentums: einem Heidentum der Natur und einem Heidentum der Macht, der Kunstfertigkeit, der Aneignung der Welt – beide gleichermaßen von Emotionen geprägt. Mein Heidentum – das gebe ich zu, und genau das hat mir Michel Maffesoli einmal freundschaftlich vorgeworfen, als er mich als „prometheisch“ (nach der Lektüre meines Buches L’Archéofuturisme) und somit als „modern“ bezeichnete – ist von Hybris heimgesucht und von ihr in Versuchung geführt.

Was Alain de Benoist betrifft, so hat er meine Weltanschauung als im Sinne der Titanen gemäß den Kategorien von Ernst Jünger bezeichnet. Ich bestreite diese Analyse nicht, die von einem Autor stammt, der, obwohl er sich einst als „Heide“ bezeichnet hat, in Wirklichkeit in seiner Ideologie, seiner Sensibilität und seinen Interessen tief jüdisch-christlich (mit modernistisch-agnostischer Tendenz) geblieben ist.

Europa hat nie aufgehört, sein heidnisches Unterbewußtsein zu sein: Die gesamte europäische Poesie zeugt davon, ebenso wie die bildende Kunst. Rein christliche poetische Werke sind nicht mitreißend, und die gesamte katholische Sakralkunst ist vom Heidentum geprägt, schon allein durch die ständige Darstellung des Göttlichen, die ihr innewohnt und die dem ikonoklastischen Gebot des Monotheismus widerspricht.

Was mich am Christentum – sagen wir am Christentum nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (das nichts mehr mit dem der Kreuzzüge zu tun hat) – schon immer gestört hat, ist die systematische Bevorzugung des Schwachen, des Opfers, des Unterlegenen; es stuft den Stolz als Sünde ein und verurteilt die Sinnlichkeit, selbst die gesunde, als den göttlichen Wegen zuwiderlaufend.

Es waren die Lektüre von Nietzsche, vor allem aber die Beobachtung der Prälaten und Christen von heute, die mich vom kränklichen und widernatürlichen Charakter der christlichen Moral überzeugten, einer Moral der Kranken, eine Rationalisierung von Frustrationen. Diese Vorstellung von Erlösung durch Leiden, die nichts mit der heidnischen Vorstellung vom heldenhaften Tod zu tun hat, grenzt an Lebenshaß.

Und außerdem konnte ich den Gedanken der Erbsünde nicht ausstehen, die Vorstellung, daß man mich für die Leiden Christi verantwortlich machte. Mehr als jede andere Religion ist das Heidentum zugleich Garant der sozialen Ordnung, der kosmischen und natürlichen Ordnung sowie Garant der Vielfalt der Glaubensrichtungen und Weltanschauungen. Es beruht auf der Logik des „Jeder bleibt bei sich“, und nicht auf der Fantasie einer chaotischen, universalistischen Vermischung. Sein Gesellschaftsmodell verbindet eng die Begriffe von Gerechtigkeit, Ordnung und Freiheit, wobei letztere auf Disziplin beruhen.

Es geht von der Prämisse aus, daß die Menschheit vielfältig ist und keineswegs dazu bestimmt, sich zu vermischen, und daß die Geschichte ein unvorhersehbarer und endloser Entwicklungsprozeß ist. Im Gegensatz zu den monotheistischen Religionen geht es von einer heterogenen Menschheit aus, die sich aus homogenen Völkern zusammensetzt, wobei das Wesen des Politischen in der Schaffung der Homogenität des Staates besteht, der von den Gottheiten geheiligt wird und in dem Identität und Souveränität absolut miteinander verschmelzen.

Die organische und ganzheitliche heidnische Weltanschauung betrachtet die Völker als Schicksalsgemeinschaften. Wie im griechischen Heidentum zu sehen ist, ist der Begriff des Staates, der durch Patriotismus und gemeinsame Identität (als Spiegelbild der Vielfalt der Gottheiten und der Natur) zusammengehalten wird, von grundlegender Bedeutung im Heidentum, wo die Schutzgottheiten eine im wesentlichen politische und tief verwurzelte Dimension besaßen.

Neben einem apollinisch-dionysischen Heidentum neige ich zu dem, was man als „titanischen Ansatz“ bezeichnen könnte, mit faustischen und prometheischen Akzenten, der auf der Ästhetik und Ethik der Macht sowie der Vergöttlichung des Übermenschen beruht – was nichts „Modernes“, sondern durch und durch Archäofuturistisches an sich hat –, da der Mythos des Herakles und die Heldentaten der Ilias der ausdrückliche und donnernde Ausdruck dieses Titanismus sind, in dem sich menschliche Helden auf die Ebene der Götter erheben. Man denke nur an Achilles, Priamos, Agamemnon und all jene Figuren der griechischen Mythologie oder Tragödie, die, vom Übermenschlichen beseelt, tatsächlich danach strebten, das Göttliche zu erreichen.

Für mich – und dieser Ansatz überrascht oder schockiert manche Heiden – ist das Heidentum nicht nur mit einer Ästhetik der „bedrohlichen Natur“ verbunden, mit einer Vorstellung von Gottheiten als Wesen, die von einer gewissen Brutalität geprägt sind, von rachsüchtiger Wildheit (die „Wilde Jagd“, umgeben von einer Aura aus Zaubersprüchen und Verfluchungen, Arthur Machens fantastischer Roman Der große Gott Pan, in dem die antiken Götter verwandelt und rachsüchtig mitten im modernen England wiederauftauchen), sondern auch mit der prometheischen Entfesselung der technowissenschaftlichen Hybris verbunden.

Es geht hier nicht darum, dies aus einer sozio-ideologischen Perspektive zu betrachten, die mir stets als Träger eines wesentlichen Teils der heidnischen Seele erschienen ist (man denke an Vulcan-Hephaistos, den Gott der schmiedenden Künste), insofern als der „Machttechnik“ – im Unterschied zur „Komforttechnik“ – der europäische Mensch unbewußt stets danach gestrebt hat, mit der göttlichen Macht zu konkurrieren und sie sich anzueignen.

Im übrigen hat sich die jüdisch-christliche Tradition darin nicht getäuscht: Der Mensch wird darin von Gott aufgefordert, seinen „Machtstolz“ zu zügeln, sich nicht dem Baum der Erkenntnis zu nähern und keine Erfindungen zu schaffen, die der vom Schöpfer konzipierten unveränderlichen und vollkommenen Natur Konkurrenz machen.

Schauen wir uns übrigens noch einmal die Namen der amerikanischen Raketen oder Raumfahrtprogramme aus der Zeit an, als Wernher von Braun sie taufte: „Thor“, „Atlas“, „Titan“, „Jupiter“, „Delta“, „Mercury“, „Apollo“… Keine davon hieß „Jesus“, „Peace and Love“ oder „Bible “. Und das in einem Land, in dem das Christentum de facto Staatsreligion ist. Ebenso heißt die europäische Rakete „Ariane“, die Atomraketen der französischen Armee „Pluton“ und „Hades“ und die der indischen Armee „Agni“. Britische Kriegsschiffe tragen traditionell Namen gleichen Ursprungs: „Hermes“, „Ajax “, „Hercules“ … Es besteht also durchaus eine Verbindung, ein gedanklicher Faden zwischen den Anklängen an die heidnische Mythologie und dieser „Macht-Technowissenschaft“.

In den Sonoramas, den Radiosendungen und später im Comic Avant Guerre habe ich eine regelrechte allegorische Vergöttlichung der Technowissenschaft vorgenommen, insbesondere der militärischen, der Weltraum- und der Biowissenschaft. Dieser Ansatz ist in der Science-Fiction allgegenwärtig, insbesondere beim Amerikaner Philip K. Dick (ein bekennender Heide), einem großartigen Autor, der in Europa weitaus bekannter ist als in seinem Heimatland.

Ebenso fällt der ständige Widerstand christlich geprägter Denkweisen gegen Gentechnik und Biotechnologien auf (wie einst gegen Forschung und medizinische Eingriffe). Letztere erscheinen ihnen als Entweihung des Werkes Gottes. Lassen Sie uns das näher erläutern: Sowohl im Judentum und Christentum als auch im Islam ist das Universum in Heiliges und Profanes unterteilt. Das Heilige liegt allein bei Gott. Die Natur, der Bereich der profanen Immanenz, kann nur von Gott verändert werden, nicht vom Menschen. Wenn der Mensch dazu übergeht, sich selbst zu verändern (Gentechnik), begeht er die schlimmste aller Sünden: natürlich die Sünde der Hybris, indem er vorgibt, „das zu verbessern“, was Gott geschaffen hat, und indem er sich nicht der Vorherbestimmung unterwirft.

Er begeht eine zweite Sünde, eine Sünde gegen den Anthropozentrismus. Der Mensch wurde nach dem Ebenbild (unvollkommen, aber dennoch nach dem Ebenbild) seines Schöpfers geschaffen, radikal getrennt vom Rest der Natur, von Pflanzen und Tieren, die als bloße instrumentelle biologische Mechanismen betrachtet werden.

Wohin führt das, wenn der Mensch sich zum Schöpfer seiner selbst und zum Gestalter seines eigenen Lebens erklärt? Er begeht einen doppelten Fehltritt: Er setzt sich selbst mit einem Tier gleich, leugnet seine göttliche Seele und seine göttliche Abstammung, indem er in den biologischen Fluß eintaucht; er erklärt sich für gleich dem Rest des Lebendigen (das ist die Sünde der Inkarnation); und, schlimmer noch, er maßt sich das Recht an, an seiner eigenen innersten Natur, die Eigentum des Gottvaters ist, zu rühren und sich zu erheben, sich zu verbessern; das ist die Sünde der Selbstüberhöhung.

Die Ablehnung dieser beiden Sakrilegien war in den dualistischen Monotheismen stets präsent: Von der Allegorie des Golems (dem vom Menschen geschaffenen künstlichen und dämonischen Wesen) bis hin zum Kampf gegen die Evolutionstheorien haben sie dem Menschen stets das Recht abgesprochen, zum Demiurgen zu werden. Sie haben ihn stets als unveränderlich und aus einem Guß geschaffen, als unterworfen betrachtet.

Für Heiden ist diese Haltung unverständlich: Die Natur ist an sich heilig, sie ist nicht das profane Werk eines heiligen Geistes, der in den Wolken herrscht. Sie ist ungeschaffen, und das Göttliche ist überall. Der Mensch ist nicht unveränderlich, sondern in den Strom des Werdens eingetaucht. Es gibt keinen Gegensatz zwischen dem „Natürlichen“ und dem vom Menschen Geschaffenen, da alles natürlich ist, sogar das Künstliche.

Das von der menschlichen Wissenschaft hervorgebrachte „Übernatürliche“ ist immer noch Natur. Für einen Heiden stellt sich die Frage, ob ein bestimmtes (insbesondere biologisches) Kunstwerk konkret positiv schädlich ist; aber sicherlich nicht, ob das Künstliche insgesamt als metaphysisches Prinzip zu verurteilen. Aus diesem Grund ist der von manchen vertretene radikale Ökologismus zutiefst jüdisch-christlich geprägt.

Mit anderen Worten: Auf die Frage: „ Sind Klonen, Inkubatoren, gentechnisch veränderte Organismen oder Nukleartechnologie ethisch vertretbar oder nicht?“, die vom monotheistischen Gewissen gestellt wird, setzt er eine andere, praktischere und realitätsnähere Frage: „Kann ein bestimmter Eingriff in das Genom oder die Struktur der Materie schädlich oder nützlich sein?“ Im heidnischen Denken sind Ideen instrumentell.

Man sieht also, daß sich die heidnische Mentalität von jeglicher Metaphysik fernhält und „physikalisch“ bleibt, ganz einfach weil sie davon überzeugt ist, daß nichts jemals den Zauber der Natur brechen kann. Man kann daher annehmen – was ich in meinem Projekt L’Archéofuturisme zu erklären versucht habe –, daß im Bereich der Biotechnologien (die, verbunden mit der Informatik, im Laufe des 21. Jahrhunderts eine Katastrophe auslösen werden), die jüdisch-christliche und die islamische Mentalität die kommende Technowissenschaft, die im wesentlichen titanisch-prometheisch ist, ethisch, theologisch und kulturell nicht verkraften können. Nur die heidnische Mentalität wird meiner Meinung nach in der Lage sein, damit umzugehen.

Übrigens läßt sich bereits – als vorausweisendes Zeichen – feststellen, daß die drei Kulturräume, die nicht vom Monotheismus geprägt wurden – Indien, Japan und China –, die Gentechnik als vollkommen natürlich betrachten.

Ich kann hier nur sibyllinisch, lapidar und symbolisch sprechen und Denkanstöße geben. Für mich gibt es eine „schwarze Sonne“ des Heidentums, ein glühendes, unterirdisches Herz, das, was Heidegger als deinotatos bezeichnete, das „Risikoreichste“, also das Wesen des Tragischen und der Herausforderung, die dem Schicksal ins Gesicht geworfen wird. Die mit dem Willen zur Macht verbundene Technowissenschaft; der Übermenschglaube, die Synergie zwischen Ästhetik und dem Ruf nach dem, was man „Selbstbehauptung“ nennen könnte, die Versuche, sich selbst zu Gott zu machen – all das ist Teil eines geistigen Universums, das sich nicht klar benennen läßt, das im Schatten bleiben muß, im „günstigen Schatten“ , wie Ovid sagte.

Doch diese demiurgische Dimension ist dem europäischen Heidentum eigen: Sie durchströmt es stets wie eine Glut, die niemals erlischt und jederzeit zum Vulkan werden kann. Sie kommt mit großer Kraft in Erle Cox’ Roman Die goldene Sphäre (1925) zum Ausdruck, der mich sehr beeindruckt hat. Diese Intuitionen wurden in der Science-Fiction-Radiosendung Avant-Guerre weiterentwickelt, die gemeinsam mit dem verstorbenen Maler Olivier Carré produziert wurde; dessen Texte existieren zwar und werden zweifellos eines Tages veröffentlicht werden, sind aber noch zu krass, um richtig verstanden zu werden, was wir die Rückkehr der verklärten Götter nannten.

Es gibt ein Familiengeheimnis im europäischen Heidentum, das alle alten Mythologien – bis hin zum Artus-Zyklus – zwar andeuten, ohne jedoch dessen Wesen preiszugeben; ein Geheimnis, dessen Kern (der Gral?) meiner Meinung nach das Undenkbare ist, ein Geheimnis, das Heidegger geahnt hatte und vor dem er sich fürchtete. In seinem grundlegenden Text, Holzwege (1950), ins Französische übersetzt als ›Sentiers qui ne mènent nulle part‹, wußte Heidegger meiner Meinung nach ganz genau, daß diese Wege sehr wohl irgendwohin führten …

Ich hatte diese beunruhigende Interpretation in einer dem deutschen Philosophen gewidmeten Ausgabe der Zeitschrift Nouvelle École zum Ausdruck gebracht. Heidegger hatte Angst vor seiner eigenen Klarsicht. Er hat seine Intuitionen im Schweigen versenkt. Und dann wurde er so sehr vereinnahmt, neutralisiert, entstellt …

Wohin führt der Pfad (das heißt der Verlauf unserer Geschichte)? Zum möglichen Sieg der Titanen und des Prometheus. Zeus, ich weiß, wird mir das übel nehmen, aber dieser Sieg – den ich mir wünsche, sei er auch nur vorübergehend – wird eine ästhetische Explosion sein, die Krönung der Demiurgen, der ewige Augenblick, von dem Nietzsche sprach. Er, der gerade Heidegger so sehr erschreckte, der ihn allzu gut verstanden und nicht nur oberflächlich gelesen hatte.

 

Quelle: https://institut-iliade.com/les-titans-et-les-dieux-entretien-avec-guillaume-faye-sur-le-paganisme/
Beitragsbild: Die im Tartaros gefesselten Titanen, Ausschnitt. Illustration aus dem Buch Die Göttliche Komödie von Dante – Die Unterwelt, von Gustave Doré (1857).