Pierre-Emile Blairon

 

Carl Gustav Jung hatte eines seiner Werke mit dem Titel Ein moderner Mythos versehen; der Psychologe befaßte sich in diesem 1958 erschienenen Werk mit den fliegenden Untertassen. Der Titel zeugt von einer gewissen Relevanz hinsichtlich der Bedeutung, die dem Begriff „Mythos“ selbst zukommt, da das Phänomen fortbesteht und noch keine ernsthafte Antwort zu seiner Aufklärung gefunden wurde.

Der Untergang der Titanic hat den Rang eines modernen Mythos im Sinne Jungs erlangt, weil er die heutige Welt tief geprägt hat. Die Götter senden uns ständig Botschaften, die wir meist nicht zu deuten wissen; diese hier ist jedoch sehr eindeutig.

Im Jahr 1912 nahm der Gigant der Meere, der passenderweise Titanic getauft worden war, auf seiner Jungfernfahrt eine Seeroute in Angriff, die er niemals zu Ende fahren sollte, da er vor der Küste Neufundlands nach einer Kollision mit einem Eisberg sank.

Ein Mythos ist, wie wir nach der Definition von Mircea Eliade wissen, eine Handlung oder ein Ereignis, das sich durch die Bedeutung, die ihm das kollektive Unbewußte beimißt, im Verlauf der Weltgeschichte oder der Geschichte eines Volkes verankert und sogar deren Lauf beeinflußt oder sogar begründet.

Daraus ergibt sich dann das Entstehen von Riten, die die Wiederholung oder das Gedenken an das Gründungsereignis in religiöser Form darstellen. Wir werden hier nicht erneut auf die Bedeutung des Begriffs Modernität eingehen, sondern lediglich daran erinnern, daß dieser Begriff im traditionellen Sprachgebrauch genau das Gegenteil dessen bedeutet, was man heute darunter versteht.

Die „Titanic“ war zu jener Zeit das Sinnbild dessen, was man mit „Moderne“ übersetzen könnte. Wir werden sehen, daß das Epos der ›Titanic‹ symbolisch die globale Katastrophe vorwegnimmt, die etwas mehr als ein Jahrhundert später eintreten wird – jene, die wir gerade erleben.

Titanismus

In der griechischen Mythologie bilden die Titanen ein ursprüngliches, archaisches Geschlecht, das noch vor den olympischen Göttern auftrat (die ihren Namen aufgrund ihres Wohnsitzes, des Berges Olymp, tragen). Die Titanen sind eng mit der menschlichen Spezies verbunden, unabhängig davon, welchen Ursprungs diese ist. In einem Fall werden beide Geschlechter von Gaia, der Erde, erschaffen (bei den Menschen, die aus der Erde hervorgegangen sind, handelt es sich um den Mythos der Autochthonie); im anderen Fall werden die Menschen von Prometheus, einem Titanen, erschaffen.

 

 

Prometheus, Sohn eines Titanen, wird von Zeus in Ketten gelegt. Ein Adler frißt seine Leber (schwarzfigurige Vase, um 560–550 v. d. Z.) Karl-Ludwig G. Poggemann – CC BY

 

Prometheus ist zugleich der Schöpfer des physischen Menschen (aus Lehm geschaffen – ein Mythos, den später die Buchreligionen wieder aufgreifen werden; man erfindet schließlich nie etwas völlig neu), doch Prometheus ist auch der Erfinder des Humanismus (den manche mit der Nächstenliebe verwechseln, ja sogar mit der Liebe zum Fernsten, zur Menschheit im allgemeinen, und der insofern einerseits als Vorläufer der Passion und Mission Christi gelten kann, andererseits aber auch als Vorläufer des Überhumanismus, der den Menschen als Herrscher über die anderen kosmischen Reiche betrachtet, als Maßstab und Alibi für die materialistischen Auswüchse unserer heutigen Welt – das, was die Philosophen Hybris nennen: die Maßlosigkeit, die zum Funktionsprinzip unserer heutigen Gesellschaften erhoben wurde, der titanische Wahn).

Als einziges, geradezu karikaturhaftes Beispiel für diesen Wahnsinn wollen wir nur den Wettlauf darum nennen, wer den höchsten Turm der Welt errichten wird (man denkt an den Turm zu Babel) – einen Wettbewerb, den die milliardenschweren Beduinen begonnen haben, der sie von den Kamelrennen ablenkt, denen sie so leidenschaftlich zugetan sind.

Doch diese Raserei des vertikalen Bauens erstreckt sich über den gesamten Planeten, sodaß die Kulturstädte, die sich einst durch eine tief verwurzelte, ortsgebundene Architektur auszeichneten, ihre Eigenart verlieren und in der Anonymität und Gleichförmigkeit jener erschreckenden Megastädte versinken, deren unheilvollen Siegeszug Oswald Spengler so treffend vorausgesagt hatte.

Sieben verblüffende Synchronizitäten rund um die Titanic

Doch vergessen wir deshalb nicht ein weiteres Symbol der Hybris, des Titanismus, dessen prophetischer Untergang uns in Erinnerung geblieben ist: den Untergang des größten Schiffes jener Zeit, die so treffend benannte ›Titanic‹, die am 15. April 1912 von einem weißen Zerstörer aus Hyperborea, dem unter dem Eis versunkenen Kontinent, versenkt wurde: einem Eisberg, einer höchst symbolischen Warnung, die die Gottheiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts gaben und mit der sie die beiden Weltkriege ankündigten, die darauf folgen sollten.

Ich möchte hier im Zusammenhang mit diesem Untergang eine Reihe von zumindest äußerst merkwürdigen Synchronizitäten aufzeigen – eine Reihe, die zwar nicht so berühmt ist wie die Fibonacci-Folge, aber ebenso reich an Symbolik.

Die Häufung dieser „Zufälle“ kann nicht dem Zufallsprinzip geschuldet sein; diese Gewißheit wurde mir zuteil, als ich, nachdem ich auf eine erste Merkwürdigkeit gestoßen war, einer Spur folgte, die mich zu einer zweiten Absonderlichkeit führte, dann zu einer dritten und so weiter, bis hin zu insgesamt sieben bedeutungsvollen Zufällen, die allesamt ordnungsgemäß belegt und nachprüfbar sind!

All diese Synchronizitäten sind gematrischer Natur, das heißt, sie stehen sämtlich in einem Zusammenhang mit Zahlen, Daten und Symbolen.

Dieses Phänomen fällt genau in den Rahmen der Definition, die Jung dem zugeordnet hatte, was er als eine Synchronizität bezeichnete:

gleichzeitiges und bedeutungsvolles Zusammentreffen im Raum-Zeit-Kontinuum von Tatsachen, die nicht miteinander verbunden sind und von denen keine die Ursache der anderen ist.

Entscheidend ist, daß ein solches Zusammentreffen bedeutungsvoll ist, denn andernfalls würde es sich nicht um eine Synchronizität, sondern um eine Synchronie handeln.

1. Am 22. Juni 2023 erfuhren wir, daß ein kleines Tauchboot, das gechartert worden war, um einer Gruppe äußerst steinreicher Nervenkitzel-Suchenden das Wrack der ›Titanic‹ zu zeigen, mit seinen Passagieren an Bord unterging; das Tauchboot war unglücklicherweise Titan genannt worden.

2. Der Konstrukteur der ›Titanic‹, Thomas Andrews (1873–1912), ging mit seinem Schiff unter – ebenso wie der Konstrukteur des Mini-U-Boots, Stockton Rush.

3. Zwischen den beiden Schiffbrüchen lagen 111 Jahre; 111: die Zahl des Pols, des Eises, von Hyperborea, der Urtradition.

4. Diese symbolische Zahl wurde von René Guénon in seinem 1962 im NRF-Gallimard-Verlag erschienenen Werk ›Symboles de la Science sacrée‹ untersucht, Kapitel XV, Seite … 111, wie es sich gehört.

5. Aber damit ist es noch nicht getan; ich sprach von einem prophetischen Untergang, doch er wurde auch prophezeit. Kehren wir einige Jahre zurück, in die Zeit, bevor dieses gigantische Schiff gebaut wurde, nämlich ins Jahr 1898. Morgan Robertson, ein Schriftsteller aus New York, veröffentlichte damals einen Roman mit dem Titel The Wreck of the Titan (Der Untergang der Titan). Dieses Buch erzählt vom Untergang eines Schiffes namens Titan, das im April nach einer Kollision mit einem Eisberg sinkt. Etwa 2.000 der 3.000 Passagiere (die gleiche Kapazität wie die Titanic), die die „Titan“ an Bord hatte, kamen ums Leben, da sie keinen Platz in den Rettungsbooten fanden, deren Anzahl für ein Schiff dieser Art unzureichend war (24 für die „Titan“, 20 für die „Titanic“); doch die „Titan“ galt aufgrund ihrer 19 mutmaßlich wasserdichten Schotten (16 bei der „Titanic“) als unsinkbar.

6. Die „Titanic“ sank in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 vor der Küste Neufundlands. Sie war 271 Meter lang (gegenüber 243 Metern bei der Titan), hatte eine Bruttoraumzahl von 60.000 Tonnen gegenüber 75.000 Tonnen bei der Titan, fuhr zum Zeitpunkt der Kollision mit maximaler Leistung 23 Knoten, gegenüber 25 Knoten bei der Titan, und verfügte wie die Titan über drei Propeller. 1.500 der 2.207 Passagiere, die an Bord der Titanic gegangen waren, kamen ums Leben. Der Brand von Notre-Dame de Paris am 15. April 2019 ereignete sich am selben Tag wie der Untergang der Titanic (die am 15. April 1912 um 2:20 Uhr sank). Ist es nicht so, daß diesmal die Zerstörung ihrer Turmspitze, die sich, von Flammen umgeben, zum Himmel erhebt, dem Untergang der Titanic gleicht, die in die Hölle der eisigen Gewässer vor Neufundland, unweit der amerikanischen Küste, versinkt?

 

Beitragsbildquelle: Wikimedia Commons

 

7. Schließlich wies mich mein Freund, Professor Paul-Georges Sansonetti, darauf hin, daß „Notre-Dame de Paris genau 666 Tage nach der Wahl einer Präsidentenmehrheit in Brand geriet, die der Idee einer Dekonstruktion der französischen Geschichte zugeneigt war. Es ist, als ob der Brand dieses Meisterwerks eine tragische Antwort auf die Gleichgültigkeit der Franzosen gegenüber ihrem kollektiven Gedächtnis wäre,” sagte er mir.

Die Götter wenden sich an die Menschen, indem sie in apokalyptischen Zeiten Zeichen und Warnsignale aussenden, deren Deutung den Menschen obliegt; Synchronizität und bedeutungsvolle Zufälle sind Teil der symbolischen Sprache wohlwollender göttlicher Mächte, die jeder aufmerksame Mensch verstehen kann, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Unsere Zeitgenossen werden von der satanischen Flut der Propaganda aller Art erschlagen, täglich durch chemische Ausbringungen aus der Luft betäubt, von allen Verbindungen zu ihrer Umwelt und zur Natur abgeschnitten und durch falsche Impfstoffe geschwächt, die dazu bestimmt sind, sie zu töten oder sie in Roboter oder Sklaven zu verwandeln. Unsere Mitmenschen reagieren insgesamt nicht mehr auf die geringsten Reize; sie sind apathisch, in eine morbide Lethargie versunken, als wären sie lobotomiert, bereit, in einem tiefen Schlaf zu verschwinden.

Wie viele sind noch klar genug bei Verstand, um zu begreifen, daß die Mächtigen dieser Welt, unsere eigenen Regierenden, uns mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zum Verschwinden bringen wollen – im Auftrag satanischer Kräfte, denen sie unterworfen sind? Wie viele begreifen, daß all die schrecklichen Ereignisse, die uns heimsuchen (zum Zeitpunkt, da ich dies schreibe, sind es gewaltige Brände), nicht das Werk des Zufalls oder unvermeidlicher Naturereignisse sind, sondern Teil eines seit langem geplanten, weltweit orchestrierten Projekts zur Verringerung der Weltbevölkerung?

Quelle: https://www.terreetpeuple.com/guerre-culturelle-reflexion-20/81-decryptage/11730-le-naufrage-du-titanic-un-mythe-moderne-funeste-par-pierre-emile-blairon.html
Beitragsbildquelle: Wikimedia Commons, Stich von Willy Stöwer: Der Untergang der Titanic (nachträglich koloriert)