Guillaume Faye

Auszug aus dem 2007 erschienen Buchzeitschrift ELEMENTE 7

Inzwischen hat sich die Situation dramatisch zugespitzt. Guillaume Faye sah es kommen und hat schon damals vor der ›Konvergenz der Katastrophen‹ gewarnt.

 

Diese Sicht der Dinge ist überhaupt nicht pessimistisch. Sie prophezeit nicht das Ende der Völker europäischer Abstammung, der weißen Völker und der ihnen verwandten Kulturen – trotz allen Übeln, die an ihnen nagen. Unsere Ressourcen sind noch da, von Vancouver bis Wladiwostok, in unseren Genen vergraben.

Die ›Weltzivilisation‹ kann sehr wohl zusammenbrechen, was der derzeitigen Einfachheit der planetarischen Kommunikation – sowohl physisch als auch vielleicht sogar elektromagnetisch – zu verdanken sein wird.

Daher besteht meines Erachtens die dringende Notwendigkeit, Zukünftiges zu antizipieren und starke Bindungen zwischen den volksbewußten Eliten unserer Völker auf der ganzen Welt herzustellen.

Werden die Kategorien der Geopolitik – im wesentlichen die des Territoriums und des Staates – in der neuen Konstellation immer noch von Nutzen sein?

Ich glaube, daß sich die europäischen, amerikanischen (US-amerikanischen, kanadischen, argentinischen, usw.), nicht zu vergessen die russischen und australischen volkstreuen Kreise wegen der großen Gefahren der Ethnopolitik zuwenden müssen, d.h. der weltweiten Solidarität aller Völker indogermanischer Herkunft und weißer Rasse.

Machen wir uns frei von dieser aus der amerikanischen und französischen Revolution stammenden politischen Ideologie einer Weltzivilisation.Wir müssen im Gegenteil eine geistige Revolution vollbringen und, im Gegensatz zur Utopie des Kosmopolitismus, den Ethnozentrismus anwenden.

Der amerikanische Messianismus ist genau so katastrophal wie der kommunistische Messianismus. Wir müssen auch den Globalaltruismus, der letztlich der christlichen Nächstenliebe entstammt und sich aus Schuldgefühlen speist, aufgeben. Insbesondere muß mit dem Drittweltlertum und der Idee Schluß gemacht werden, der zufolge die weiße Welt als Ausbeuter an den Mißständen in der Dritten Welt schuld sei, wo doch das Gegenteil wahr ist:

Die Nationen und Völker der Dritten Welt sind selbst voll und ganz für ihre Lage verantwortlich; und sie sind es, die uns ausbeuten mit ihrer aggressiven Bettelei und indem sie Leute, die wir nicht gebrauchen können, zu uns schicken. Es geht, wohlgemerkt, nicht darum, zu Imperialisten zu werden, d. h. die anderen beherrschen und knechten oder ihnen unser Licht bringen zu wollen, sondern dar- um, das ›Jeder-für-Sich, Jeder-bei-Sich‹ zu praktizieren.

Vor allem müssen die bei Verstand gebliebenen Deutschen Schluß machen mit der ewigen Schuld und Scham für die eigene Geschichte und die eigenen Wurzeln. Von allen europäischen Völkern ist Deutschland das größte Opfer eines versuchten Völkermordes, an dem sich seine Politiker und verdorbenen Eliten als verräterische Komplizen beteiligen.

Eine Kultur, eine Nation, ein Volk, eine Rasse, die sich anderen nicht überlegen fühlen (sondern dem egalitären Relativismus frönen, oder, schlimmer noch, sich unterlegen fühlen, was der Fall vieler weißer Eliten ist, die von Schuldgefühlen und krankhafter Reue zerfressen werden), sind zum Untergang oder zur Unterwerfung verurteilt.

Dieser Kulturrelativismus (oder ›Ethnopluralismus‹), der zum Beispiel lächerlicherweise die primitive Kunst von Völkerschaften, die wir selbst aus dem Neolithikum geholt haben, mit Michelangelo auf eine Stufe setzt, ist eine der schlimmsten Erscheinungen des Egalitarismus.

Diesen geistigen Virus hatten Louis Rougier und Giorgio Locchi glänzend diagnostiziert. Es ist die große Verwirrung vom ›Alles-ist-gleich-wert‹.Der große Widerspruch ist, daß es die Weißen europäischer Herkunft sind, die von Pythagoras bis von Braun, von Archimedes bis Bohr, den Planeten gestaltet haben.

Deshalb wird es die erste Handlung der geistigen Regeneration – der großen Gesundung, um Nietzsche zu zitieren – sein, daß wir mit der inneren Revolution beginnen und ohne Komplexe unsere Überlegenheit kultivieren. Doch Vorsicht! Diese Überlegenheit darf nicht nur unsere Geschichte betreffen, sondern auch unser zukünftiges Streben.

Wenn unsere Völker mit dieser Willenlosigkeit und ohne zu ihrer Lebenskraft zurückzufinden fortfahren, werden andere – offensichtlich asiatische – sie ersetzen.

Eine Kultur, eine Nation, ein Volk ähnelt einem Baum. Die Wurzeln sind die biologische Basis, d. h. das genetische Substrat im weitesten Sinne, von dem alles ausgeht. Der Stamm ist die Kultur mit allen völkischen Eigenheiten geistiger Art. Das Laubwerk stellt die äußeren Erscheinungen der Kultur dar: Wirtschaft, Politik, Technik, Kunst, materiellen Reichtum. Wenn der Stamm und das Laubwerk verletzt werden oder krank sind, ist die Heilung noch möglich, sofern die Wurzeln gesund sind und das Ganze regenerieren können.

Doch wenn diese Wurzeln über ein bestimmtes Maß hinaus von demographischem Zusammenbruch, Vermischung und von der massenhaften Einwanderung Fremdrassiger befallen sind, gibt es keinen Weg zurück. Der Baum geht ein; das Volk der Ureinwohner und alles von ihm Geschaffene geht auf immer in den Tod. Denn der identitäre Code ist verlorengegangen, überlagert, ausgesogen und verändert. Jede Zivilisation beruht auf einer Kultur, die allerdings von einer anthropologischen, d. h. von einer genetischen Basis, dem Keim, abhängt.

Die Chinesen, die Japaner und die Inder wissen das ganz genau, instinktiv. Nun ist die Kontinuität der indogermanischen Zivilisation weißer Rasse – welch verschiedene Gestalten sie seit der Antike auch immer angenommen hat – der Beständigkeit der immer gleichen anthropologischen Basis zu verdanken, die sich nur unter verwandten Volksgruppen ausgetauscht hat.

Dieses genetische Erbe – das kostbarste aller –, ohne das nichts mehr möglich ist und ohne das nichts der Mühe wert ist und ohne das eine Neugeburt keinen Sinn hätte, unterliegt heute der großen Gefahr des Auslöschens.

Aber noch ist es nicht tot. Wir müssen es beschützen und wieder wachsen lassen, zur Not in einer Festung.

ELEMENTE der Metapolitik zur europäischen Neugeburt, Ausgabe Nr. 7