Die Politik ist keine Wissenschaft, die man lernen kann.
Sie ist eine Kunst, und wer sie nicht kann,
der bleibt besser davon.

Otto von Bismarck
Reichstagsrede vom 29.1.1886

Eine neue Ära im Weißen Haus?!

Am 5.12.2025 wurde die neue Nationale Sicherheitsstrategie (»National Security Strategy of the United States of America«) der USA veröffentlicht. Das Weiße Haus präsentierte dieses 33-seitige Dokument, das die außen- und sicherheitspolitischen Prioritäten der zweiten Trump-Regierung festlegt.Es markiert einen klaren »America-First«-Kurs und eine umfassende außenpolitische Neuausrichtung.


In der Berliner Regierungskanzlei kam Panik auf: Wollen die US-Amerikaner innerhalb von 80 Jahren Deutschland zum zweiten Mal von ihrer politischen Führung befreien?

Im politischen und medialen Hühnerstall wird der Eindruck erweckt, dieses Papier sei gegen Europa oder gar gegen Deutschland gerichtet. Das ist natürlich völliger Quatsch! Daher grob zusammengefaßt die Kerninhalte des Dokuments: »America First« wird zum Leitprinzip.

Die USA wollen das »stärkste, reichste und mächtigste Land« bleiben. Außenpolitik dient primär nationalen Interessen, nicht globaler Führung oder Wertevermittlung.

Das Papier kritisiert die EU scharf und verweist auf Massenmigration, sinkende Geburtenraten, Verlust nationaler Identität, Zensur der freien Meinungsäußerung und Unterdrückung oppositioneller (rechtsnationaler) Parteien.

Es warnt vor einer »zivilisatorischen Auslöschung« Europas und kündigt an, patriotische Parteien zu unterstützen, um eine Kurskorrektur zu erreichen.

Die transatlantischen Beziehungen werden neu gedacht. Europa soll ab 2027 seine Verteidigung weitgehend selbst finanzieren. Die NATO wird nicht mehr als zentraler Pfeiler gesehen, sondern beruhe auf Leistung und Gegenleistung (»Zahlen oder allein klarkommen«).

In Mittel- und Südamerika soll eine stärkere US-Dominanz gegen Migration, Drogen und fremde Einflüsse, z. B. aus China, entstehen.

China gilt als wirtschaftlicher Rivale und soll von einem Angriff auf Taiwan abgeschreckt werden, Rußland gilt nicht als Bedrohung, sondern als »strategische Stabilität«.

Weitere Inhalte sind das Ende der »Ära der Massenmigration« und die Stärkung der US- Wirtschaft durch Tarife und »Deals«.

Nur eine »Abrechnung mit Europa«?

Die politischen Masochisten in der BRD jammern über den (eventuellen) Verlust der Vorherrschaft der Amerikaner über Deutschland durch die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA.

Erst werden wir befreit, umerzogen, politisch gegängelt, militärisch und wirtschaftlich abhängig gemacht, und nun sollen wir eine Teilsouveränität zurückerhalten? Das können sie nicht gutheißen, das wollen sie nicht!

Keiner möge so naiv sein zu glauben, daß Trumps Europapolitik selbstlos sei! Dahinter stecken massive US-Eigeninteressen – so läuft internationale Politik eben. Trump will starke Partner an seiner Seite und nicht ein sich selbst kastrierendes Deutschland.

Wo Identität verloren geht, so wie bei uns, kann kein starker Staat entstehen, so liegt sein Fokus daher auf Ländern wie Polen, Ungarn, Italien oder auch Österreich.

Trump ist Geschäftsmann genug, um zu erkennen, mit wem es sich lohnt, »Geschäfte« zu machen.

Das Papier löste, ganz regierungstreu, Schockwellen in den Medien aus: BILD, WELT, SPIEGEL, BR und DW sprechen von »Abrechnung mit Europa«, »Scheidung von Europa« oder gar »Arbeit auf Zerstörung der EU hin«.

Typischerweise – es steckt Methode dahinter! – wird die EU hierzulande den Bürgern immer als »Europa« verkauft. Die US-amerikanische Regierung will sehr wohl ein starkes Europa – sie lehnt aber die Eurokratie ab.

Eine interessante Interpretation des Dokuments lieferte die New York Times. Das meist Trump-kritische Blatt kommentierte:

Liest man es genauer, klingen die Passagen über Europa eher wie eine Verteidigung des Kontinents. Sie beschreiben Europa unter anderem als „strategisch und kulturell lebenswichtig“ für die Vereinigten Staaten.

Die Hauptursache für den Ärger der Europäer darüber, daß ihre verschwindende Zivilisation von den Vereinigten Staaten betrauert wird, mag darin liegen, daß sie dieses Werk der Selbstzerstörung überhaupt erst auf Drängen Amerikas begonnen haben.

»Selbstzerstörung auf Drängen Amerikas«, so eine Formulierung läßt viel Spielraum für Spekulationen.

Aber auch in Deutschland gibt es Stimmen, die das Strategiepapier unaufgeregt kommentieren, z. B. die Wirtschaftsweise Veronika Grimm\

Statt auf die USA zu schimpfen, sollten wir lieber unsere Hausaufgaben machen.

Wir, nicht die USA, gefährden durch unsere wirtschaftliche Schwäche die globale Sicherheit (weil wir das westliche Bündnis schwächen).

Jamie Dimon, ein US-amerikanischer Spitzenbanker und Chef von JPMorgan Chase & Co., formuliert es noch härter:

Sie haben Unternehmen vertrieben, sie haben Investitionen vertrieben, sie haben Innovationen vertrieben.

Europa entwickle sich zum wirtschaftlichen Risiko für die USA. Und nur darum geht es! Money, Money, Money!

Deutschland und Europa sind für US-amerikanische Regierungen nur so lange interessant, solange sie gute Geschäfte machen können.

Nico Lange, ein begeisterter Transatlantiker:

Wenn man stark ist, wird man in Trump-Land ernst genommen. Wenn man sich schwach und unterwürfig gibt, wird man herumgeschubst.

Wenn man uns nach dem Krieg etwas abgewöhnt hat, so ist es Selbstbewußtsein! Marionetten haben eben kein Rückgrat – dieses läßt sich auch nicht implantieren.

Bei aller Hoffnung, die deutsche Patrioten in eine Trump- Regierung setzen: Unsere Probleme löst keine Macht der Welt für uns. Wir selbst müssen handeln, um die notwendigen politischen Veränderungen herbeizuführen!

Quelle: Unabhängige Nachrichten, UN 1/2026
Beitragsbild: Illustration: Viola Schmieskors / Peter Rigaud/Laif, Westend61/Imago Images, Kike Calvo/Redux/Laif, Mark Peterson/Redux/Laif

 

Freund, geh‘ nach Hause!