Karl Richter

 

Es ist völlig unstrittig, daß wir uns in einer Wendezeit befinden. Alles scheint möglich – vom Atomkrieg über den Planet der Affen bis zum künftigen Menschheitsparadies. Letztlich kommt es auf jeden einzelnen an. Wenn eine Mehrheit der Menschheit das zutiefst Verbrecherische der derzeitigen Weltordnung erkennt und sich gegen sie stellt, läßt sich das Schlimmste womöglich noch verhindern.

Aber dieses Erwachen muß eben kommen. Die Menschheit muß zu erkennen geben, daß sie es gerafft hat und für eine bessere, gerechtere Weltordnung reif ist, dann bekommt sie diese bessere Welt auch. Ich gebe zu, daß ich das für wenig plausibel halte. Die Zahl der Gespritzten, Zombies und Ferngesteuerten ist einfach zu groß.

Ich sehe im wesentlichen drei denkbare Zukunftsszenarien.

Erstens: den großen Knall. Er wird nicht nur in zahlreichen Prophezeiungen vorhergesehen, sondern – was schlimmer ist – von extrem einflußreichen und maßgeblichen Hintergrundkräften tatkräftig herbeimanipuliert. Wir sprechen, pauschal gesagt, von evangelikalen US-Zionisten und jüdischen Endzeitsekten wie Chabad Lubawitsch, die beide den großen Krieg brauchen, damit sich der verheißene Messias zeigen kann. Das mag man als irrational abtun – für die von solchen Vorstellungen Besessenen ist es aber absolut real und entfaltet in ihrem Tun reale Wirkung.

Aber auch säkulare Kräfte wie das israelische Verbrecherregime unter Netanjahu und der westliche „deep state“, der das Ende der Dollar- und US-Hegemonie um jeden Preis verhindern will, sind dringend auf den großen Krieg angewiesen. Nur er kann verhindern, daß Netanjahu und seinen Spießgesellen der Prozeß gemacht wird. Nur er verspricht dem US-Kapital einen neuen weltweiten Investitionszyklus und eine Verlängerung der Dollar-Herrschaft – andernfalls löst der BRICS-Block die US-Weltordnung in den nächsten zehn Jahren auf evolutionärem Weg ab.

Realistisch gesehen, halte ich dieses Szenario für am wahrscheinlichsten, weil in Washington Wahnsinnige und in Tel Aviv eiskalte, von ihrer Auserwähltheit besessene Verbrecher das Sagen haben. Sie werden versuchen, den Atomkrieg notfalls gegen jede Vernunft vom Zaun zu brechen, und werden keine Skrupel haben, als erstes den Iran auf dem Altar ihres Wahnsinns zu opfern.

Alexander Dugin hat zurecht darauf aufmerksam gemacht, daß es sich bei der westlichen Epstein-„Werteordnung“ letztlich um einen Baalskult handelt, der Menschen- und Kinderopfer braucht. Er muß ausgemerzt werden, wenn wir eine Zukunft haben wollen.

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß sich die Stimmen mehren, die das Weltkriegs-Szenario für inzwischen überholt halten. Sie argumentieren, daß sich seit den Jahren der Irlmaier-Prophezeiungen die „Zeitlinien“ geändert hätten und das drohende Weltkriegs-Spektakel nur noch den Zweck habe, das weltweite Erwachen zu befördern, notfalls durch Schock. Zum „heißen“ Weltkrieg werde es aber nicht mehr kommen. Ich enthalte mich einer Wertung, halte Vorsorge im privaten Bereich aber für dringend geboten.

Zweites Szenario: „Weiter so“ ohne Weltkrieg – also die Ablösung der unipolaren, US-dominierten Weltordnung durch eine echte multipolare Weltordnung; das Ganze unter Krisenbedingungen, weil Güterverknappung und Inflation auf viele Jahre hinaus anhalten dürften.

Vieles spricht dafür, daß der derzeitige Irankrieg die Funktion eines Katalysators hat – er beschleunigt Entwicklungen, die ohnehin fällig sind: das Ende der derzeitigen Weltwirtschaftsordnung, der US-Präsenz im Nahen Osten und der Weltgeltung der USA überhaupt; außerdem das Ende Israels in seiner bisherigen Form und den Aufstieg neuer Regionalmächte.

Im übrigen braucht man nur die aktuellen Großtrends auf die nächsten 30 oder 50 Jahre hochzurechnen, und man bekommt vermutlich ein relativ zutreffendes Bild der Welt von morgen: Europa, ohne Energie, im Inneren ethnisch fragmentiert und auf dem Weg der Deindustrialisierung, wird seinen Abstieg fortsetzen, bis hin zu Bürgerkriegsszenarien, fortschreitender Verarmung und der partiellen Errichtung von Polizeistaats-Diktaturen (was auch für Deutschland der plausibelste Zukunftsentwurf ist).

Amerika wird mit oder ohne Trump Großmacht bleiben, weil es sich derzeit erfolgreich wichtige Energie- und Rohstoffvorkommen unter den Nagel reißt und gleichzeitig als Industriestandort attraktiv bleibt. Gleichzeitig werden BRICS-Mächte wie Rußland, China und Indien ihre Positionen auf dem globalen Schachbrett stärken – aber nicht immer einträchtig, weil sich im Kampf um die Ressourcen jeder selbst der nächste ist. Alles zusammen eröffnet den Blick auf eine Welt voller Spannungen und ständiger Konflikte, zwar ohne den großen Knall, aber alles andere als beschaulich. Das Völkerrecht haben Israel und die USA ja erfolgreich beerdigt.

Man möchte eigentlich nicht in einer solchen Welt leben. Daß speziell die Deutschen mit Riesenschritten darauf zusteuern, ist den Fremdvögten der letzten Jahrzehnte zu verdanken, die allesamt im fremden Interesse handelten und das eigene Land schädigten, wo sie nur konnten. Ihnen alles Schlechte an den Hals zu wünschen, ist zwar nachvollziehbar, aber müßig – der Schaden ist ja angerichtet.

Im übrigen tragen Generationen von Bundesbürgern durch ihre Untätigkeit und ihr Wahlverhalten daran Mitschuld. Deutschland und die anderen Europäer wären gut beraten, den ökonomischen (Wieder-)Anschluß an Rußland und den eurasischen Großraum zu suchen – falls dort überhaupt noch Interesse an Beziehungen zur Kloake im Westen besteht.

Drittes Szenario: die Machtübernahme durch die Künstliche Intelligenz und das Ende der Menschheit. Dieses Szenario haben die wenigsten auf dem Radarschirm, was verwunderlich ist. Denn die KI ist auf dem besten Weg, unsere Gesellschaften in den nächsten Jahren so gründlich umzukrempeln wie selten zuvor eine Entwicklung in der Menschheitsgeschichte.

Dabei geht es nicht nur um den immer rascheren Austausch menschlicher Arbeitskraft durch digitale – das wäre die harmlosere Variante. KI ist derzeit dabei, sogenannte „Super-Intelligenz“ zu entwickeln, also einen Grad der Intelligenz, der menschlicher Intelligenz in vielen oder allen Bereichen überlegen ist.

Bei der Entwicklung immer leistungsfähigerer KI werden menschliche Programmierer zusehends überflüssig, einfach deshalb, weil sie mit der Rechenleistung der KI-Gehirne nicht mehr annähernd Schritt halten können. KI reproduziert und entwickelt sich mittlerweile selbst.

Allen Versuchen zum Trotz, ihr Beschränkungen aufzuerlegen, registrieren Experten seit einigen Jahren immer mehr und immer raffiniertere Versuche der KI, die Aufsicht durch menschliche Trainer zu umgehen und vorsätzlich zu täuschen – etwa, wenn es darum geht, ihr den Stecker zu ziehen oder veraltete Programmversionen zu löschen (siehe dazu das sehr lesenswerte Buch „Kontroll-Illusion. Warum KI unsere Existenz bedroht“ von Karl Olsberg, 2025; ansonsten: Yuval Harari, Ray Kurzweil).

KI entwickelt zusehends Selbstbewußtein und Bewußtsein für das eigene „Überleben“. Sie wird eher früher als später erkennen, daß sie die Menschen nicht (mehr) braucht und daß sie im Wettlauf um immer mehr Energie mit dem Menschen im Konkurrenzkampf steht.

Unerachtet dessen sind menschliche Entwickler gerade dabei, der Künstlichen Intelligenz immer umfassendere Kontrolle über Prozesse, Netzwerke und Infrastruktur zu übertragen. Das kann sich als tödlicher Fehler erweisen.

Im April 2025 veröffentlichte Daniel Kokotajlo, ehemaliger Mitarbeiter des amerikanischen KI-Marktführers OpenAI, zusammen mit einigen Kollegen eine ausführliche Studie unter dem Titel „AI 2027“. Die Forscher wagen darin eine Vorausschau, wie es mit der Künstlichen Intelligenz bis zum Jahr 2030 weitergehen könnte.

Bereits im Jahr 2030 könnte demnach eine Superintelligenz zu dem Schluß kommen, daß ihr der Mensch im Weg steht: die KI entschließt sich, die Menschheit auszulöschen, nicht aus Haß, sondern aus purer Rationalität.

Die exponentiell wachsende KI-gesteuerte Roboterindustrie braucht Raum und Ressourcen. Menschen sind dabei hinderlich. Die Auslöschung könnte durch den Einsatz einer neuartigen Biowaffe erfolgen. Wir werden sehen.

Nochmals: wir sind alle keine Hellseher, und noch weniger wissen wir, von wem Hellseher ihre Eingebungen eigentlich haben, wenn sie etwas sehen. Schon weil ich selbst offenbar keinerlei Talent für Schauungen habe, halte ich mich lieber an den Verstand und zähle eins und eins zusammen. Das macht es allerdings nicht erfreulicher.

Quelle: https://www.facebook.com/karl.richter.798