Jean-Patrick Arteault

 

Die Bekämpfung von Abtrünnigen und Verrätern muß eine Priorität im Kampf um die Identität sein, da diese Menschen  Tag für Tag die Voraussetzungen schaffen und festigen, die es den Fremden ermöglichen, den Druck ihrer Einwanderung zu erhöhen. Die Hauptverantwortung für diese Situation liegt bei ihnen, während die Fremden letztendlich nur von den für sie geschaffenen Rahmenbedingungen Gebrauch machen.

Bevor wir einige mögliche Wege für den Kampf aufzeigen, müssen wir zunächst die Bedingungen betrachten, unter denen die Identitätskontroverse stattfindet.

In gewisser Weise ist es nicht übertrieben zu behaupten, daß mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 die Meinungsfreiheit in den Osten und die Instrumente der totalitären Kontrolle der Gesellschaften in den Westen gewandert sind. Ende der 1980er Jahre, als klar wurde, daß der Sowjetismus keine Gefahr mehr für das oligarchische System des modernen globalisierten Kapitalismus darstellte, wurde das repressive Arsenal gegen die wahren Gegner des Systems verschärft.

Die identitätsbezogenen Gesinnungen, die eine wichtige Rolle beim Untergang des sowjetischen Systems gespielt hatten, erschienen nun als die größte Gefahr für das moderne kapitalistische System, das den kommunistischen Globalismus nur in Bezug auf das Privateigentum an den wirtschaftlichen Mitteln in Frage stellte.

Die westliche Oligarchie, die keine Konkurrenz mehr zu befürchten hatte, konnte nach und nach die Maske des politischen Liberalismus ablegen und Methoden wieder aufnehmen, die in der kommunistischen Welt gut erprobt waren, während sie gleichzeitig geschickt die Karte des hedonistischen Individualismus ausspielte. Letzteres ermöglichte es ihr, individuelle Profitinteressen gegen die Freiheiten und kollektiven Interessen ethnischer Gemeinschaften auszuspielen.

Tatsächlich wurden, wie im ehemaligen Sowjetreich, die für das bestehende System gefährlichsten Meinungen nach und nach zu Straftaten oder Verbrechen erklärt. Dies ermöglichte es, die Fiktion der Meinungsfreiheit aufrechtzuerhalten, da nun alle Meinungen, die keinen „Meinungswert” mehr hatten, aus der Kategorie der legitimen Meinungen herausgenommen und als „Straftat” eingestuft wurden.

Dieser legislative Trick hatte außerdem den Vorteil, daß die Abweichler auf den Rang gewöhnlicher Straftäter herabgestuft wurden. Auf diese Weise kennen die „guten” westlichen Demokratien natürlich keine politischen Vergehen oder Verurteilten. Tartuffe teilt sich heute die Herrschaft mit Torquemada, das sollten wir nicht vergessen. Es fehlt nur noch die psychiatrische Charakterisierung.

Tartuffe, Bildquelle: Wikipedia

Torquemada, Bildquelle: Wikipedia

Da unsere Welt dem untergegangenen sowjetischen System immer ähnlicher wird, muß man sich zunächst fragen, wie die Sowjets das System letztendlich „zu Fall gebracht” haben. Sie haben dies nicht durch frontale Opposition erreicht, was selbstmörderisch gewesen wäre, sondern indem sie seine Waffen im Alltag gegen sich selbst gerichtet haben.

Sie desertierten und gaben den Anschein der Konformität, während sie gleichzeitig seine Resultate verfälschten, indem sie ihn belogen und systematisch betrogen. Was uns betrifft, so würde jeder weiße Europäer, der heute aus unangebrachtem Bürgersinn seine Rolle als soziales und wirtschaftliches Rädchen im System korrekt spielt, in Wirklichkeit gegen sich selbst handeln und wäre objektiv gesehen ein Verräter.

Denn die soziale und wirtschaftliche Maschinerie, auf die sich die Oligarchie stützt, um ihre Herrschaft und ihre globalistischen Ziele zu sichern, setzt für ihr reibungsloses Funktionieren die Loyalität genau derjenigen voraus, die sie durch Ethnozid und Vermischung der Völker eigentlich beseitigen will. Nur ihre Entgleisung wird der Oligarchie die Flügel stutzen, indem sie ihr auch die Mittel nimmt, mit denen sie sich die stillschweigende Zustimmung der Mehrheit erkauft.

Denn indem sie für „Brot und Spiele” sorgt und möglichst vielen Menschen die Mittel für einen egoistischen und banalen Hedonismus gibt, kann sie die Aufmerksamkeit von den Fragen des ethnischen Überlebens ablenken. Natürlich sieht jeder, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, nicht, daß das, was ihm übrig bleibt, nur ein mageres Trostpreisgeld ist im Vergleich zu dem, was sich die Oligarchie selbst aneignet.

Man wird uns sicherlich sagen, daß ein solches Vorgehen auch eine soziale und wirtschaftliche Gefahr für uns selbst darstellt. Das ist sicherlich richtig, auch wenn eine wirksame Organisation der gemeinschaftlichen Solidarität einige Unannehmlichkeiten ausgleichen kann.

Es sieht jedoch so aus, als müßten die Aktivisten der identitären Sache zwischen zwei Arten von Unannehmlichkeiten wählen: entweder kurzfristig individualistisch zu profitieren und langfristig den Tod ihres Volkes mitzuverursachen, oder eine Reihe von kurzfristigen Interessen zu opfern, um langfristig das Überleben und die Wiedergeburt ihres Volkes zu sichern. An dem Punkt, an dem wir jetzt stehen, gibt es keine anderen Lösungen mehr…

Das System zerstören, ja, aber es intelligent zerstören. Es geht darum, seine inneren Widersprüche zu anzuheizen, dazu beizutragen, die intelligenten Menschen, die es retten könnten, ins Abseits zu drängen und stattdessen die Dummköpfe und Sektierer auszuwählen, den Eindruck zu erwecken, man könne sich auf sie verlassen, um den Laden am Laufen zu halten, aber nur so zu tun als ob, was in einer Zeit, in der „Bekanntmachen” wichtiger ist als „Tun”, recht einfach ist.

Das setzt voraus, daß man in allen Lagern vertreten ist, um sie gegeneinander aufzuhetzen, bei den Arbeitgebern und Gewerkschaftern, bei Rechts und Links, bei den Liberalen und Globalisierungsgegnern. Das setzt vor allem voraus, daß man sich jeden Tag die Frage stellt: „Wo ich bin, in dem Kontext, in dem ich handle, wie kann ich dem System, das den Tod meines Volkes will, schaden, ohne daß es jemand bemerkt?” Jetzt ist es an jedem Einzelnen, seine Vorstellungskraft spielen zu lassen… Laßt uns die Marranen des Systems sein.

Was die oben erwähnten Verräter betrifft, so kann man nur sagen, daß sie viel zu viel Zeit, Mittel und Energie darauf verwenden, Schaden anzurichten. Man müßte ihnen wohl andere Themen geben, mit denen sie sich beschäftigen können… Mehr wollen wir dazu nicht sagen…

Quelle: Terre & Peuple Magazin, Nr. 31
Beitragsbild: Zeichnung von Prof. Andreas Paul Weber, Der Schlag in Leere

 

Die lange Geschichte der Selbstverleugnung

Die europäische Ethno-Identität