Wladimir Awdejew

ᛉ 24. März 1962 ᛣ 5. Dezember 2020

Die nordische Idee ist ein Ausdruck jener Weltanschauung, für die die Erhebung des Menschen Gottesgebot ist.
Hans F.K. Günther

Heute bringt jede offenkundige Hervorhebung des nordischen Gedankens Vorteil.
Eugen Fischer

Auch wer sich nie mit Rassenlehre auseinandergesetzt hat, macht sich eine Vorstellung davon, was mit dem Begriff nordische Rasse gemeint ist. Spricht man diesen magischen Begriff aus, so erscheinen vor unserem geistigen Auge großgewachsene, wohlgebaute, blauäugige und blonde Menschen, die vom Olymp des alten Griechenland heruntergestiegen oder einer skandinavischen Saga entsprungen zu sein scheinen – als ob von dieser Wortverbindung die wärmende Energie der Sonne, überirdische Herrlichkeit und übermenschliche Kraft ausgingen.

Die durch das Bewußtsein ihrer Größe allzu stolz gewordenen altrömischen Patrizier, die charakterstarken germanischen Ritter, die sagenhaften Helden sowie die graziösen, als “weiße Schwänchen” bezeichneten märchenhaften Schönheiten Rußlands, die SS-Offiziere mit wie aus Elfenbein geschnittenen Gesichtern und nicht zuletzt die vornehm-distanzierten englischen Gentlemen – all dieser Reichtum an menschlichen Archetypen aus verschiedenen Epochen und Völkern läßt sich trotz der Verschiedenheit dieser Gestalten unter dem Begriff ›nordisch‹ zusammenfassen, der die Gesamtheit der körperlichen und seelischen Eigenschaften jener Menschen bezeichnet, welche aus einer nordischen Urheimat stammen.

All dies sind freilich Assoziationen. Geht man zu den Tatsachen über, so zeichnet sich ein eher paradoxes Bild ab. Es scheint, daß sich hinter dem Wort ›nordisch‹ etwas Fremdes und Geheimnisvolles verbirgt, ein Bestandteil der wundersamen, für den russischen Menschen kaum zu begreifenden Rassenlehre. Dies ist heute die vorherrschende Ansicht zu dieser Frage, und zwar nicht nur in Rußland, sondern auch im Ausland.

Die führenden Rassentheoretiker der Gegenwart halten den Begriff ›nordische Rasse‹ für ein unverzichtbares Konzept der Wissenschaft, für eine in der Tradition verankerte und zugleich unvermindert aktuelle wissenschaftliche Kategorie. Nur wenige wissen freilich, daß der Mann, der als erster diesen Begriff für die Bezeichnung einer bestimmten anthropologischen Gemeinschaft vorschlug, im russischen Astrachan geboren wurde.

Joseph Jegorowitsch Deniker

Der russische Rassenkundler Joseph Jegorowitsch Deniker (1852-1918) stammte von französischen Eltern ab, wurde aber in einer orthodoxen Kirche getauft, worauf sein russischer Vatersname hindeutet. Laut den Gesetzen des Russischen Reiches wurde er sofort als russischer Untertan anerkannt. Im ›Brockhaus‹, im ›Efron‹ sowie in der im Jahre 1955 veröffentlichten ›Grossen Sowjetischen Enzyklopädie‹ wird er als russischer Gelehrter erwähnt, wobei letztere anerkennt, daß “Denikers Klassifikation der Rassen bis heute nicht veraltet ist”. Verweise auf sein Hauptwerk ›Die Menschenrassen‹ (Races et peuple de la terre, 1900) findet man auf Anhieb in vielen sowjetischen akademischen Werken zur Anthropologie.

Einer der führenden Rassenkundler der Weimarer Republik und des auf diese folgenden Dritten Reiches, Hans F.K. Günther, machte in seinem grundlegenden Werk ›Die nordische Weltanschauung‹ kein Hehl daraus, daß der Begriff, der in der deutschen Rassenlehre eine Schlüsselstellung einnimmt, “zum erstenmal von dem russischen Rassentheoretiker Deniker eingeführt wurde.”

Die andere große Autorität auf diesem Gebiet, Walter Scheidt, nannte sein Werk über die Systematisierung von rassenkundlichen Terminologien ›Die Geschichte der Anthropologie von Linné bis Deniker‹. Es gibt keine Hinweise darauf, daß er mit den Behörden des Dritten Reiches wegen der Erwähnung des russischen Anthropologen im Titel des Buches je Schwierigkeiten bekommen hätte.

Der österreichische Rassenforscher Erich Voegelin schrieb in seinem Werk ›Rasse und Staat‹ ohne Umschweife, daß der Terminus ›nordische Rasse‹ zum erstenmal von Deniker eingeführt wurde. Man könnte noch weitere Beispiele aus der deutschsprachigen Literatur zitieren. Im “demokratischen” Teil der damaligen Welt wurde der Beitrag des russischen Gelehrten ebenso uneingeschränkt anerkannt.

Der Amerikaner Otto Klineberg bezeugte in seiner Monographie ›Die Rassenunterschiede‹:

Bis Deniker gelang es niemandem eine solche Rassenklassifikation zu schaffen, in der eine Kombination von Merkmalen wie Haarstruktur, Hautfarbe, Augenfarbe, Nasenform und anderer Kennzeichen verwendet wurden, was es erlaubte, die Anzahl der bekannten Rassen auf bis zu siebzehn sowie der Unterrassen auf bis zu einundzwanzig zu reduzieren, während frühere Forscher, gestützt auf eine Klassifikation nach ebensolchen Einzelmerkmalen, Zahlen von drei bis dreihundert nannten.

Es ist fürwahr eine erstaunliche Tatsache, daß der russische Forscher französischer Abstammung für seine Beiträge zur am stärksten politisierten Wissenschaft des 20. Jahrhunderts in grundverschiedenen politischen Systemen einhellige Anerkennung fand. Selbst in Sowjetrußland zollte man ihm Achtung, obwohl er ausländischer Abstammung war und zu den sogenannten „zaristischen Sachkundigen“ gehörte. Ebenso wurde er in Hitlers Deutschland anerkannt, obgleich er nach der dortigen Ideologie gewissermaßen ein Vorläufer der verhaßten „asiatischen Bolschewikenhorde“ war. In der „freien“ angelsächsischen Welt genoß er ebenfalls Respekt, obschon man dort nicht gerne französische Namen aussprach und sich den Russen gegenüber sehr zurückhaltend verhielt.

Unter dem Rassenbegriff verstand Deniker unmißverständlich „die somatologische Einheit”, womit er jeglichem “Idealismus” in der Anthropologie eine Absage erteilte. Das ganze Werk unterscheidet scharf zwischen Ethnographie und Anthropologie, die vom als grundsätzlich verschiedene Wissenschaften bezeichnet wurden: Die erste gehöre zur Soziologie, die zweite aber zur Biologie. Er schrieb: “Vor einigen Jahren schlug ich eine Klassifikation der menschlichen Rassen vor, die nur auf den physischen Merkmale (Hautfarbe, Haarqualität, Größe, Kopf- und Nasenform usw.) beruhte.”

Im Grunde genommen nahm Deniker als erster die Position eines unbeugsamen und konsequenten biologischen Determinismus in der Rassenphilosophie ein. Seiner Meinung nach beeinflußt die Umwelt die Rassenmerkmale nicht oder nur in geringem Ausmaß. Er schrieb:

Die Rassenmerkmale halten sich mit merkwürdiger Hartnäckigkeit ungeachtet der Rassenmischung und der Veränderungen, die durch die Zivilisation, den Verlust der früheren Sprache usw. bedingt wurden. Es ändert sich nur das Verhältnis, in dem jene oder andere Rasse an dem Bestand dieser ethnischen Gruppe teilhat.

Deniker faßte die gesamten Erkenntnisse der früheren Forscher zusammen, setzte den Schlußpunkt unter den Streit über die Arier und führte einen neuen Terminus ein, der prinzipiell nichts mit den romantischen Konzeptionen der Linguisten zu tun hatte: “Die langköpfige, sehr groß gewachsene, hellhaarige Rasse kann man nordisch nennen, weil ihre Vertreter überwiegend im Norden Europas gruppiert sind. Ihre Hauptmerkmale sind: Hoher Wuchs – eine durchschnittliche Körpergrösse von 1,73 m – ; blonde, wellige Haare; helle, gewöhnlich blaue Augen; verlängerter Kopf (mit einem Kopfindex 76 – 79); rosa-weiße Haut; verlängertes Gesicht, gerade, hervortretende Nase.” Der terminologische Wirrwarr in der Rassentheorie wurde beendet, der Terminus ›Arier‹ ging in die Sphäre der Kulturologie, der Soziologie und der Religionswissenschaft über:

Es kann von der arischen Rasse keine Rede sein, man darf nur von der Familie der arischen Sprachen reden und vielleicht von der arischen Urzivilisation.

Hans F.K. Günther, Gemälde von wolfgang Willrich, 1930

›Die Menschenrassen‹ erschien im Jahre 1900 als umfassendes Werk. Nach einem Jahr wurde der Terminus ›Nordische Rasse‹ angewendet. Etwas später äußerte sich der führende Rassenkundler Deutschlands, Hans F. K. Günther, der stets die Position einer nordischen Philosophie einnahm, in seinem Buch ›Die Rassenelemente in der Geschichte Europas‹ im selben Sinne:

In der Philologie bezeichnete man früher durch das Wort ›arisch‹ die indoeuropäischen Sprachen; heute ist es üblich, diesen Terminus nur bezüglich des indoiranischen Zweiges dieser Sprachfamilie zu verwenden. Am Anfang der Rassenforschungen nannte man (die nichtexistente) weiße oder kaukasische Rasse ›arisch‹, später begann man die Völker, die indoeuropäische Sprachen sprechen, und endlich die nordische Rasse, ›Arier‹ zu nennen. Heute ist der Terminus ›arisch‹ aus der wissenschaftlichen Anwendung entschwunden, und es wird nicht empfohlen ihn anzuwenden, besonders seit der Zeit, als er unter den Profanen gewöhnlich geworden ist und den ›Semiten‹ gegenübergestellt wurde. Die Anthropologie aber verzichtete auch auf den Terminus ›Semiten‹, weil semitische Sprachen Völker mit ganz verschiedenen Rassenabstammungen sprechen.

Walther Darré

Der nationalsozalistische Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Richard Walther Darré, entwickelte in seinem Werk ›Das Schwein als Kriterium für nordische Völker und Semiten‹ (1933) eine originelle These über den biologischen Zusammenhang zwischen Totemtieren und den Rassencharakteristiken der Völker, die diese Tiere verehren. Er berücksichtigte die altgermanische und antike Mythologie und kam zur Schlußfolgerung, daß das Schwein ein traditionelles Haustier der nordischen, seßhaften Völker war, während es bei den südlichen, nomadisierenden Semiten und den Turkvölkern geächtet war. Das unter diesen Völkern geltende, religiös bedingte Verbot, Schweinefleisch zu essen, ist laut Darré eine genetische Erinnerung an die schwächere Position der nomadisierenden Südländer im Vergleich zu den seßhaften Nordländern. Er schrieb: “Die Rede ist von dem Zusammenhang zwischen bestimmten Völkern oder menschlichen Rassen einerseits und den Gattungen bestimmter Haustiere andererseits.” Das Schwein ist das Sinnbild der nordischen Seßhaftigkeit, ja geradezu dessen biologischer Indikator. Eben deshalb wird es von Judentum und Islam dermaßen schroff abgelehnt, daß diese Ablehnung den Grad eines absoluten, religiösen Verbots annimmt.

Weiter stellte Richard Walther Darré eine sehr wichtige Frage, der früher nicht die ihr gebührende Aufmerksamkeit geschenkt worden war:

Die Rassenlehre beschäftigte sich bis jetzt nicht mit diesem Problem, nämlich dem Zusammenhang zwischen Ernährung und Rasse. In der Viehzucht dagegen ist der Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Gattung bekannt, weil die gleichartigen Stoffwechselreaktionen bei den verschiedenen Gattungen des Viehs verschiedenartig verlaufen. Das Protein in der Nahrung hat verschiedene “Wertstufen”… Während der Verdauung wird dieses Eiweiß in Aminosäuren zerlegt und dann wiederum in jenes Eiweiß synthetisiert, das spezifisch für diesen Organismus ist. Der Stoffwechsel wird von Proteinen geregelt. Die Proteine sind immer spezifisch, deshalb sollen die Proteine in der Nahrung des Organismus, der sie verdaut, miteinander vereinbar sein, sie sollen wie ein Schlüssel in ein Schloß passen… deshalb ergibt sich, daß die Semiten und die Schweine die physiologischen Antipoden sind.

Nach Darré hängt die richtige Lebenstätigkeit des Organismus von dem harmonischen Stoffwechsel ab; aus diesem Grunde brauchen die Vertreter verschiedener Rassen Nahrungsmittel von verschiedenem biochemischem Bestand. So ist das Schwein der älteste biogenetische Indikator eines Rassenunterschiedes zwischen seßhaften und nomadisierenden Völkern.

Seine These unterstützt Darré durch die Analyse von Brotsorten, die von den verschiedenen Rassengruppen bevorzugt werden, wobei er einen trefflichen Hinweis auf die Reiseschilderungen Goethes gab, der sowohl die germanische als auch die romanische Welt aus eigener Erfahrung kannte. Der geniale Klassiker der deutschen Literatur hatte erwähnt, daß er im Süden Europas “die schwarzen Mädchen und das weiße Brot” und im Norden “die weißen Mädchen und das schwarze Brot” gesehen habe. Daraus läßt sich der gesetzmässige Schluß ziehen, daß nicht nur die Haustiere, sondern auch die Getreidesorten, die vom Menschen als Nahrung aufgenommen werden, ein Licht auf die Rassenunterschiede werfen.

Darré untersuchte die feinsten Nuancen der Nahrungsphysiologie sowie der Landwirtschaftsgeographie und zog folgende Schlußfolgerung:

Die Urheimat der nordischen Rasse ist die Waldeszone Nordeuropas mit ihrem gemäßigten Klima.

Nachdem wir die biochemische Grundlage der Rassenunterschiede betrachtet haben, können wir uns den Ausgangsbehauptungen der Rassenpsychologie zuwenden, wobei wir uns auf das klassische Werk von Ludwig Ferdinand Clauß ›Die nordische Seele‹ (1939) stützen wollen.

Ludwig Ferdinant Clauß

Der Verfasser schrieb in diesem Buch:

Unter einer Artung oder Rasse verstehen wir demnach nicht einen Klumpen von “Eigenschaften” oder “Merkmalen”, sondern einen Stil des Erlebens, der die Ganzheit einer lebendigen Gestalt durchgreift. … Ist nordisches Erleben “zentrifugal” ausgerichtet, so möchte man das ostische als “zentripetal” bezeichnen….Bei Menschen nichtnordischer Rasse gilt der nordische Mensch oft als kalt und leidenschaftslos…. Alle “Kälte” des nordischen Menschen strömt aus dem Abstand, der ihn von seiner Umwelt trennt und den er nicht verletzen kann, ohne seinen Stil, sein Artgesetz zu verletzen.

Clauß legt dar, daß die Rassenunterschiede unauslöschliche Abdrücke in der ganzen Erlebensweise hinterlassen, die Landschaft und ihr Gelände aber diese genetische Gegebenheit nur verstärkt.

Das Gelände ist der Stoff, in das die Seele ihren Stil hineinwirkt und es so zur Landschaft macht. Das Gelände bietet der Seele Möglichkeiten für die schauende Gestaltung; aber nicht jedes Gelände bietet die gleichen Möglichkeiten. … Die See des Nordens atmet überall Unendlichkeit… Auf dem Meere des Südens, dem Mittelmeer, ist alles immer nahe, und wo man kein Ufer mehr sieht, da ahnt man doch das Ufer, mehr noch: man spürt seinen Dunst oder glaubt ihn doch zu spüren. Hier ist alles umgrenzt mit Gegenwart und mit immer maßvoller Schönheit. Und wenn über die nordische Landschaft die Wolken rastlos ziehen, weit oben und immer weiter ins ewig Ferne hin, und wenn die Sterne hoch sind und der Himmel blaß und fern, dann wölbt sich der südliche Himmel fast zum Greifen nahe, und seine Wolken lungern ohne Bewegung oder sie tummeln sich wie in neckendem Spiel. Der Norden erzieht seine Menschen zu immer neuem Aufbruch: ihr Blick greift immer ins Ferne und befriedet sich darum nie. Der Süden aber, das Mittelmeer und seine Ufer, laden ein zu immerwährendem Verweilen: hier ist alles Lockung und Dasein, beglückende Gegenwart. … beseligend ist das Licht des Südens für die nordische Seele, beseligend und verderblich zugleich, wie das Kerzenlicht für die Motte. Erst fühlen wir uns wunderbar befreit von der rufenden Ferne, der immer drängenden Bewegung des Nordens; denn hier ist alles einfach da und ist prächtig schön und fertig. Dann aber legt sich uns die ewige Nähe, dieser Landschaft um die Seele und schnürt ihr den Atem ab.

In seinem zweiten Buch ›Rasse und Seele‹ (1940), weist Clauß darauf hin, daß die Vertreter verschiedener Rassen die Farbe, den Raum, die plastischen Formen, die Zeit und die Bewegung verschieden wahrnehmen. Während die Vertreter der südlichen Rassen die äußeren Effekte, die Ziererei, das Spiel erleben, erlebt der nordische Mensch das Wesen der inneren Energie. Sie wird ihm zu einem ständigen Erlebnis.

Rasse ist Gestalt, und Gestalt des Lebendigen ist soweit Rasse, als sie sich als vererbbar erweist. … Die Geschlechter wechseln, nicht aber die Gestalt. …Erst einer Betrachtung, die vom Seelischen selber ausging, konnte es gelingen, den gesetzlichen Zusammenhang zu sehen, der die seelische Gestalt und die Leibesgestalt verbindet, vielmehr sie als zwei Seiten eines Selben enthüllt. … Wir nennen die Gestalt, … die Gestalt des Leistungsmenschen, weil Leistung der bestimmende Wert in der inneren Wertordnung dieses Menschen ist: Er erlebt seine Welt als etwas, das ihm entgegengestellt ist, damit er nach ihm ausgreife und es angreife, “um etwas daraus zu machen”. Dies ist seine artrechte Grundhaltung und die aus ihr entspringende Bewegungsweise. Er kann nichts anders, weil sein Gesetz der seelischen Gestalt es vorschreibt. Dieses Gesetz ist etwas Letztes, das nicht weiter erklärbar ist; auf die Frage: Warum? gibt es keine Antwort.

So verhielt es sich mit der dominierenden Stellung der Rassenkundler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die modernen Forschungen auf dem Gebiet der Genetik aber bestätigen im großen und ganzen die emotionalen und poetischen Anschauungen.

J. V. Gotje

Sofort nach dem Sieg über Deutschland begann in der sowjetischen wissenschaftlichen Literatur eine umfassende Kampagne, die auf eine Revision der herkömmlichen Theorien über der Herkunft des russischen Volkes aufgrund der neuesten Erkenntnisse der Anthropologie und der Archäologie abzielte. Schon im Jahre 1930 hatte der sowjetische Historiker J. V. Gotje in seinem Werk ›Eisenzeit in Osteuropa‹ geschrieben:

Die Ansiedlung slawischer Stämme am linken Ufer des Dnjepr legt allein schon für sich den Gedanken nahe, daß nordische Menschen die die frühe slawische Bewegung nach Osten und Südosten begleitet haben müssen.

P. N. Tretjakow

P. N. Tretjakow bestätigte diesen Gedanken in seinem Werk ›Die ost-slawischen Stämme‹ (1953) anschaulich. In den Veröffentlichungen jener Zeit spürte man deutlich den politischen Auftrag, zu beweisen, daß “der älteste Bruder in der Familie der brüderlichen sowjetischen Völker” – der Russe – eben darum der älteste ist, weil von nordischer Herkunft ist. Die Filmkunst, die Malerei, die Bildhauerei jener Epoche legen Zeugnis hiervon ab. Die in der Kunst zum Ausdruck gelangenden rassischen Ideale der Besiegten gingen ins Lager der Sieger über. Die Bilder und die Skulpturen der führenden deutschen Bildhauer Josef Thorak und Arno Breker fanden ihr Gegenstück im Mamajew-Grabhügel in Stalingrad und in der Gestaltung der Metrostationen in Moskau. Der Haupteingang der Leninbibliothek gleicht noch heute der Fassade der ›Reichskanzlei‹ bis aufs Haar.

Josef Thorak, Gemälde von Fritz Erler, 1939

Man könnte noch sehr viel über die nordische Herkunft der slawischen Welt schreiben und viele Zeugnisse anführen, doch der schlagendste Beweis dafür ist wohl folgender: Gibt es außer den Russen etwa noch ein anderes Volk, dessen Namen sich von einem der wichtigsten (in diesem Fall nordischen) Rassenmerkmale, nämlich den dunkelblonden („russije“) Haaren herleitet?

Die Autoren I. S. Aleksejewa, V. A. Bazewitsch und O. V. Jasina vermerkten im Artikel ›Photokolorimetrische Bestimmung der Haarfarbe in den verschiedenen ethnoterritorialen Gruppen der UdSSR‹ („Fragen der Anthropologie“, Nr. 84, 1990), daß die Haarfarbe eines der “wichtigsten rassendiagnostischen Merkmale” ist, wobei subjektive Einschätzungen hier unzuläßig seien:

In hellen Haaren, besonders solchen mit Aschenschattierungen, ist der Gehalt an Pheomelaninen sehr stark herabgesetzt. Nach den Angaben der ›Russischen Anthropologischen Expedition‹ zu urteilen, sind bei der russischen Bevölkerung dunkelblonde Haare vorherrschend, obwohl auch mittelblonde Schattierungen häufig genug vorkommen. Letztere sind für die Bewohner der nordwestlichen Gebiete des europäischen Teils der UdSSR besonders typisch; daneben findet man bei diesen auch blondes Haar der unterschiedlichsten Schattierungen.

So bekommt die nordische Theorie eine neue biochemische Interpretation, denn zahlreiche Untersuchungen erbrachten den Beweis, daß der Gehalt an ›Pheomelaninen‹ um so größer ist, je dunkler die Haare bei einer Population im Schnitt sind. Noch wichtiger aber ist die Entdeckung, daß “in den dunkelpigmentierten Europidengruppen die Quantität der Pheomelanine höher als bei den Mongoliden ist.” Dies ist darum wichtig, weil der Gehalt an Pheomelaninen ein universales rassenkundliches Merkmal ist, das treffsicher auf den Grad der Rassenreinheit innerhalb jeder Rasse schließen läßt. Bei den Vertretern des Rassenkerns jeder Rasse, bei denen deren unverwechselbare Kennzeichen mit besonderer Deutlichkeit ausgeprägt sind, ist der Gehalt an Pheomelaninen niedriger als am Rande der Rassenperipherie, wo der Grad der Vermischung mit fremden Elementen zwangsläufig höher ist.

Das Ausgangspostulat der Rassenlehre, nämlich daß die nordische Rasse der Rassenkern der weißen Rasse ist, findet eine schlagende Bestätigung: 

Die Vertreter der Südeuropiden haben einen höheren Prozentsatz von Pheomelanineträger als die Vertreter der Nordeuropiden.

Die „Auserwähltheit“ ist keine Metapher, sondern eine genetisch-biochemische Gegebenheit, die sich gemäß vielen voneinander unabhängigen Parametern berechnen läßt. Im Laufe der ganzen Weltgeschichte beobachten wir dasselbe Bild: Innerhalb jeder Großrasse muß deren biologischer Kern die Bürde ihrer bedrohten Identität tragen. Die Weltgeschichte ist nicht nur ein Kampf der Großrassen gegeneinander, sondern im noch höheren Grade der Kampf der Rassenkerne mit ihrer eigenen genetischen Peripherie.

Die Bewahrung der Homogenität ist ein immer wiederkehrendes Motiv der Weltliteratur. Die Rivalität zwischen Mozart und Salieri spiegelt den Kampf der Biotypen wider, in welchem dem Niedrigeren traditionell die Rolle des Finsterlings zukommt.

Die nordische Rasse ist der Kern der weißen Großrasse; in ihr sind sämtliche Merkmale der letzteren am stärksten und unverkennbarsten ausgeprägt. Die genetischen und biologischen Unterschiede zwischen den Vertretern der nordischen Rasse und anderen Gruppen zeigen sich gesetzmäßig in ihren körperlichen und seelischen Eigenschaften, welche sich ihrerseits auf Religion, Kultur, Ästhetik, aber auch auf die gesellschaftspolitischen Institutionen abfärben – mit einem Wort, auf alle Bereiche höheren menschlichen Schaffens.

Immanuel Kant bemerkte in seiner Analytik des Schönen, daß

das Schöne ohne die Hilfe des Begriffes erkannt wird.

Fritz Lenz legte dar:

Schon als Kinder teilen wir die Leute in schöne und häßliche ein. Das geschieht lange bevor wir Erfahrungen sammeln oder durch den Vergleich ein ästhetisches Gefühl bilden. Solche Unterschiede werden von uns instinktiv gemacht, weil wir die Gestalt unserer Rasse im Innern tragen.

Die modernen Untersuchungen auf dem Gebiet Biologischen Ästhetik bewiesen, daß jede Rasse ihre eigene, genetisch bedingte Vorstellungen von Chaos und Ordnung hat. Konrad Lorenz nannte sie “die angeborenen Modelle”. Irenäus Eibl-Eibesfeldt schreibt in seinem Werk ›Die biologischen Grundlagen der Ästhetik‹: “Der Stil ist das Mittel zum Aufschlüsseln mitgeteilter Information in künstlerischer Form.” Eben deshalb unterscheiden sich die Kunstwerke der verschiedenen Rassen nach ihrem Stil, denn der Stil erfüllt auf biologischem Niveau die Funktion der Bestimmung von „eigen oder fremd“. Die Werke der modernen Massenkunst zeichnen sich in erster Linie dadurch aus, daß sie diese „Biomaxime“ mißachten. Der Stil drückt in knapper, verschlüsselter Form die genetische Erfahrung der Rasse aus. Eibl-Eibesfeldt zieht angesichts dieser Fakten die gerechtfertigte Schlußfolgerung:

Die Suggestibilität, die Bereitschaft zum Erlernen der Ansichten und Annehmen der Gruppenwerte sind für den Menschen eigentümlich. Sie ebneten den Weg zur Rassenauslese.

Eibl-Eibesfeldt vermittelt ferner interessante Informationen über Laborversuche. Es stellte sich heraus, daß in rot-orange angestrichenen Räumen die Probanden die Temperatur um 3 – 4oC höher einschätzten als in blau-grün bemalten. Die „warmen“ Töne erregen das sympathetische Nervensystem, wodurch der Pulsschlag beschleunigt und der Blutdruck erhöht wird. Die „ruhigen“ Töne, die nicht ohne Grund die „kalten“ genannt werden, gehören zum kurzwelligen Teil des Farbspektrums.

Die Menschen der nordischen Rasse bevorzugen also die ‚kalten’ Töne, die mit ihrem System der Blutversorgung, das heißt ihrer Kaltblütigkeit (wiederum nicht im metaphorischen, sondern im unmittelbaren Sinne des Wortes) übereinstimmen. Die blauen Augen sind der Indikator der optimalen bioenergetischen Prozesse im Organismus des nordischen Menschen.

Dasselbe trifft auch auf die Musik und den Tanz zu, denn ihre Rhythmik stützt sich vollständig auf die diskrete Struktur des Rassenarchetyps. Die weiße Rasse schuf die symphonisch-harmonische Musik, die schwarze Rasse aber erfand den Jazz und den Rap mit deren Anhäufung von Synkopen. Kennzeichnend ist in diesem Sinne der russische harmonische Gesang, wo sich die Eintracht als eine genetische Einheit der Harmonie zeigt, was wiederum die nordischen Quellen der russischen Volkskunst bestätigt.

Hans F.K. Günther schrieb in seinem großartigen Werk ›Rasse und Stil‹ (1927):

Es gibt keine Dramaturgie in den semitischen Sprachen, und die Musik wurde von den Arabern bei den Persern entlehnt.

Die Unterschiede betreffen auch die Wahrnehmung der Zeit und der plastischen Formen, was in den Systemen der chronologischen Zeitrechnung der verschiedenen Rassen sowie in diesen oder jenen überwiegend geometrischen Formen in ihren Wohnungen am anschaulichsten zum Ausdruck kommt. Darauf hat bereits Oswald Spengler hingewiesen.

Die moderne Wissenschaft der ›Anthropologischen Ästhetik‹ beschäftigt sich mit der Erforschung des biokulturellen Kanons der menschlicher Schönheit. Die Verbreitung fremdrassischer anthropoästhetischer Richtlinien durch das Fernsehen und die Massenpopkultur ist deshalb zwangsläufig schädlich.

Demnach ist die ganze Seelenwelt, sind alle psychologischen Besonderheiten des Menschen nordischer Rasse einzig und allein durch ihre biochemische Einzigartigkeit bedingt, die auf genetische Weise von einer Generation zur anderen überliefert wird.

Nach der offiziellen Rassenkunde der 30-iger Jahre in Deutschland kann man sowjetische Fachzeitschriften wie „Fragen der Anthropologie“, „Sowjetische Ethnographie“, „Die Genetik“ und viele andere als Ergänzungsliteratur lesen; man braucht als maßgebliches Kriterium lediglich die nordische Menschheit zu nehmen, und alles pendelt sich zwanglos ein.

Die sowjetische Anthropologie, die zur Widerlegung der klassischen Rassenlehre geschaffen wurde, griff, ohne dies zu ahnen, das Banner des besiegten Deutschlands auf und bewegte in dieselbe Richtung wie dieses, in die des biologischen Determinismus.

Die deutschen Rassengelehrten verstanden die Rasse als Einheitlichkeit des Erlebens, als Gemeinsamkeit des Stils, als Einheit des Schicksals. Einer der führenden sowjetischen Anthropologen, V.P. Aleksejew, hielt fest, daß die Verwandtschaft ein biochemischer Begriff sei. Eine so krasse Definition hätte sogar den Chefideologen des ›Dritten Reichs‹, Alfred Rosenberg schockiert.

Alfred Rosenberg

Heutzutage darf man ohne weiteres festhalten, daß die deutschen Rassenkundler nicht umsonst gewirkt haben. Die große Idee der nordischen Rasse gewinnt in Rußland heute rasch an Boden.

Um es deutlich zu sagen: Man muß endlich anerkennen, daß die deutschen Rassenkundler niemals davor zurückschreckten, sich auf ihre sowjetischen Kollegen zu berufen. Deshalb setzt der Autor dieses Aufsatzes die gute Tradition der akademischen Höflichkeit fort, wobei er, der er in Rußland lebt und schreibt, der deutschen Seite das seinem Land früher gemachte Kompliment zurückgibt. Wenn wir zu dem zentralen Werk von Fritz Lenz ‹Menschliche Erblichkeitslehre‹ (1932) greifen, so finden wir dort 34 Verweise auf Werke sowjetischer Wissenschaftler, wobei die Gesamtzahl der zitierten Autoren 22 beträgt. Dieses Buch hielt man für ein vorbildliches Werk in Fragen der Rassenlehre, und seinem Autor brachte seine Anerkennung der wissenschaftlichen Leistung des „ideologischen Feindes“ keinerlei Probleme mit den Behörden seines Landes ein.

Auch nach 1945 bereiteten die Besatzungsmächte den deutschen Rassenforschern keine nennenswerten Probleme. Keinem der großen Rassenkundler des ›Dritten Reiches‹ wurde ein politischer Prozeß wegen „Naziverbrechen“ gemacht. Mehr noch, sie behielten alle ihre Universitätslehrstühle bis zum Ende ihres Lebens. Daß diese unsere Angaben der Wahrheit entsprechen, kann man den Publikationen bekannter „antifaschistischer“ Schriftsteller entnehmen, die sich, wie Robert N. Procktor und Stefan Kühl, auf das Thema der ›Rassenlehre im Dritten Reich‹ spezialisiert haben.

Die nordische Idee ist frei von Schuld; dies wurde sogar bei den Nürnberger Prozessen stillschweigend anerkannt. Es klagt ja auch niemand die sowjetische Kosmonautik wegen Stalins Repressalien oder seines Wettrüstens an. A. D. Sacharow wirkte, bevor er zum Demokraten wurde, bei der Erfindung der Atombombe mit, was seinem Ansehen nicht geschadet hat: Zu seinen Ehren wurde in Israel ein Park benannt. À propos Ehrung: ebenfalls in Israel wurde im Holocaust-Museum für den deutschen Rassenkundler Ludwig Ferdinand Clauß eine Gedenkstele “für die Rettung von Juden auf eigene Gefahr” eingeweiht.

In dem in viele Sprachen übersetzten Werk ›Die Rassenelemente der europäischen Geschichte‹ von Hans F. K. Günther, das nach dem Krieg geschrieben wurde, findet sich ein Kapitel mit dem Titel ›Das nordische Ideal‹. Es ist dies das Vermächtnis eines der geachtetsten Führer der nordischen Bewegung, und ich erlaube mir, meinen Artikel mit einem Zitat aus diesem Werk abzuschließen:

Die Frage besteht nicht darin, in welchem Maße wir, die jetzt lebenden Menschen, nordisch sind, sondern sie besteht darin, ob wir genug Tapferkeit haben werden, um die Welt für die zukünftigen Generationen vorzubereiten, wobei wir uns rassisch und eugenisch reinigen sollten. Die Entnordisierung der indoeuropäischen Völker dauert seit Jahrhunderten und noch immer an; der Wille der Menschen, die den nordischen Gedanken tragen, soll eine Brücke durch die Jahrhunderte schlagen. Wenn die Rede von Auslese ist, soll man mehrere Generationen in Betracht ziehen und die gegenwärtigen Menschen nordischen Gedankens können im Laufe ihres Lebens nur eine Belohnung für ihre Werke erwarten: Die Erkenntnis eigener Tapferkeit. Die Rassenlehre und die Vererbungsforschung verleihen die Kraft einem neuen Adel und der Jugend, die, wobei sie zu hohen Ziele strebt, auf eigene Faust den Aufrufen aus den Sphären folgt, die außerhalb der Grenzen des individuellen Lebens liegen. Da diese Bewegung nicht zum eigenen Vorteil strebt, wird sie immer die Bewegung der Minderheit sein. Der Geist jeder Epoche aber wird immer nur von der Minderheit gebildet, darunter auch der Geist der Epoche der Massen, in der wir leben.

ᛉ 24. März 1962 ᛣ 5. Dezember 2020

 

Anmerkung der Redaktion:

Unser Neologismus ›Rassensurhumanismus‹ bedeutet Be­wah­rung und Schutz aller Rassen dieses Planeten. Er impliziert den Respekt, den man allen Rassen zollt, denn Rassenkenntnis fördert Rassenachtung, während Rassenleugnung zu Rassenverachtung und unweigerlich zu Rassen­mord führt.

›Transmenschismus‹ bezeichnet dagegen die globale Panmixie, d.h. Vermischung aller Rassen auf diesem Plane­ten [Zusammengesetzt aus: trans = über etwas hinaus, jenseits von etwas und Menschismus = identitätsloses Men­schenkonglomerat].

›Rassensurhumanismus‹ heißt auch ›Racialismus‹. Pierre Krebs hat als erster Ende der 60-iger Jahren diesen Begriff aus dem Eigenschaftswort ›racial‹ (›rassisch‹), kreiert. 

Beitragsbild: Nella Alexandrowna Genkina
Quelle: https://ateney.ru/old/germ/germ003.htm
Siehe auch:

Europäer aller Kontinente – VEREINIGT EUCH!

 

 

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