Vorbemerkung:

Wir hatten eigentlich nicht vor, tagespolitische Themen auf der Thule-Seite zu erörtern, aber die Berichterstattung in den westlichen Medien über den Krieg in der Ukraine ist derart propagandistisch einseitig für die Ukraine und voller Hass und Häme gegen Rußland, daß wir für eine Klar- und Richtigstellung für nötig halten.


Wir sind dazu verpflichtet, über einen Beinahe-Völkermord in Bucha in der Ukraine zu berichten, wo die Straßen mit Leichen übersät sind, die von der russischen Armee hinterlassen wurden. Das Problem ist, daß in diesem städtischen Krieg, der vor den Mobiltelefonen von Zivilisten und Soldaten ausgetragen wird, in den offiziellen Berichten, die bis Freitag veröffentlicht wurden, nicht von Massakern auf den Straßen die Rede war. Das Massaker fand also am Wochenende statt, zu einem Zeitpunkt, als die russische Armee das Gelände verlassen hatte…

Die Bilder aus Bucha waren natürlich schockierend (wir produzieren an anderer Stelle einen Artikel über die Begeisterung des Westens, ein Verbrechen ohne Zeugen anzuprangern, das ohne Beweise der russischen Armee zugeschrieben wird). An diesem Sonntag lösten die auf den Straßen zurückgelassenen Leichen im Westen einen psychologischen Schock aus, der völlig legitim und verständlich ist.

Sie wurden am 3. April ausgestrahlt, d. h. vier Tage nach dem Abzug der russischen Truppen.

Zur Orientierung: Bucha liegt 5 km von der riesigen Stadt Kiew und 15 km von ihrem historischen Hyperzentrum entfernt. Bucha ist das Äquivalent von Nanterre für Paris, d. h. eine Vorstadt (40.000 Einwohner), die sehr nahe am administrativen Herzen des Landes liegt.

Wie sah Bucha aus, als die Russen abzogen?

Die ukrainische Propaganda hat Pech: Zwischen Mittwoch, dem 30. März, dem Tag, an dem die Russen abzogen, und Sonntag, dem 3. April, dem Tag, an dem die ukrainischen Netzwerke die Bilder des Gemetzels verbreiteten, reisten Journalisten und Fotografen nach Bucha und berichteten von dort – ganz anders als das, was uns heute serviert wird.

So findet man auf der Website von ›Human Rights Watch sehr detaillierte Bilder von Bucha, die am Tag seiner “Befreiung” veröffentlicht wurden. Wir drucken die Titelseite oben ab.

Wie man in diesem prowestlichen Artikel auf Englisch lesen kann, wird die Verwüstung der Stadt in allen Einzelheiten geschildert … aber kein Wort über ein Massengrab mit 400 Zivilisten, deren Hände auf dem Rücken gefesselt waren und die für alle sichtbar auf den Straßen zurückgelassen wurden.

Wie seltsam das ist!

Der Bürgermeister von Bucha hatte am 31. März nichts gesehen.

Ein weiteres Problem ist, daß die ukrainische Nachrichtenagentur ›Interfax‹ am 31. März absolut nichts vor Ort gesehen hatte, ebenso wenig wie der Bürgermeister von Bucha, der eigentlich ziemlich gut darüber informiert sein sollte, was in seiner Stadt bis zum vergangenen Donnerstag passiert war…

“Dear friends and Bucha community! March 31 will go down in the history of our settlement, the entire territorial community, as the day of liberation from Russian orcs, Russian occupiers by our Armed Forces of our settlements,” the mayor said in a video statement posted on the Facebook page of Bucha City Council.

Man beachte den Ausdruck “russische Orks“, der zu der in den Veröffentlichungen dieser Bewegung üblichen ukrainischen Neonazi-Semantik gehört (wo der ›Ork‹ mit dem russischen Schwein” gleichgesetzt wird).

Irpin wurde am 28. März “befreit”.

Für diejenigen, die die Geografie dieses Vorortes von Kiew nicht im Kopf haben, hier eine Übersichtskarte, die die Nähe zwischen Bucha und Irpin zeigt:

Es stellte sich heraus, daß Irpin, ebenfalls laut ›Interfax‹, bereits am 28. März “befreit worden war. Der Bürgermeister der Stadt hatte damals den Beginn einer Säuberungsaktion in den Straßen angekündigt.

Aus den offiziellen ukrainischen Berichten geht also hervor, daß sich die russische Armee in der vergangenen Woche aus Irpin und Bucha zurückzog, also mindestens drei Tage vor dem angeblichen “Völkermord” in Bucha. Offenbar war am Abend des 31. März dort kein Massenmord festgestellt worden.

Was geschah am Wochenende?

Interfax‹ veröffentlichte am Freitag erstaunlicherweise eine neue Nachricht: Sie stammte vom Generalsekretär der Stadt und nicht vom Bürgermeister (der, wie wir gesehen haben, am Vortag triumphierend den Abzug der russischen Truppen verkündet hatte), der davor warnte, daß es gefährlich sei, in Bucha spazieren zu gehen.

Gleichzeitig bleibt eine große Zahl von Sabotagegruppen ebenso wie das russische Militär als Zivilisten diskriminiert und leistet in der Tat weiterhin Widerstand.

Die uniformierte russische Armee hatte die Stadt also verlassen, doch “Saboteure” und “russisches Militär, als Zivilisten verkleidet waren noch immer anwesend.

Waren es diese Saboteure oder verkleideten Militärs, die die Bevölkerung massakrierten, oder waren die auf den Straßen ausgebreiteten Leichen vom ukrainischen Militär getötet w0rden?

Das läßt sich heute nicht mehr genau sagen, und sehr leichtsinnig ist derjenige, der meint, es sagen zu können.

Quelle: https://lecourrierdesstrateges.fr/2022/04/04/ukraine-recits-contradictoires-sur-le-massacre-de-bucha/
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