Vorbemerkung:

Wir hatten eigentlich nicht vor, tagespolitische Themen auf der Thule-Seite zu erörtern, aber die Berichterstattung in den westlichen Medien über den Krieg in der Ukraine ist derart propagandistisch einseitig für die Ukraine und voller Hass und Häme gegen Rußland, daß wir für eine Klar- und Richtigstellung für nötig halten.

Auf dem Weg zur entscheidenden Schlacht am Boden

Erklärung der Strategie durch das russische Verteidigungsministerium: 

  • “In der ersten Phase der Sonderoperation war geplant, den Feind zu zwingen, Kräfte zu konzentrieren, um große Punkte in Richtung Kiew und Tschernigow, einschließlich Kiew, zu halten, sie auf dem Schlachtfeld zu binden und, ohne die Städte zu stürmen (um zivile Opfer zu vermeiden), ihm eine Niederlage zuzufügen, die es ihm nicht erlauben würde, Kräfte in der Hauptrichtung der russischen Aktionen – im Donbass – einzusetzen. (…)
  • Gleichzeitig löste die russische Armee eine andere Aufgabe, nämlich – in Ermangelung eines Zustroms frischer feindlicher Kräfte aus dem Westen und der Mitte der Ukraine – die Bedingungen für die Endphase der Operation zur Befreiung der Donbass-Republiken zu schaffen.
  • Zu diesem Zweck wurde und wird eine dauerhafte Niederlage durch gezielten Beschuß der vom Kiewer Regime in den letzten 8 Jahren geschaffenen Befestigungen erreicht, die wichtigsten Kommunikations- und Versorgungslinien wurden unter vollständige Kontrolle gebracht, die Luftverteidigungssysteme der Ukraine, die Infrastruktur der Flugplätze, die größten Militärdepots, die Ausbildungs- und Konzentrationszentren der Söldner wurden zerstört…..
  • Damit sind alle Hauptaufgaben der russischen Streitkräfte in den Richtungen Kiew und Tschernigow abgeschlossen, das Ziel der Zusammenführung der russischen Truppen ist es, die Aktionen in den Schwerpunktgebieten zu intensivieren und vor allem die Operation zur vollständigen Befreiung des Donbass abzuschließen. “

Dies scheint uns mit der allgemeinen Strategie der russischen Armee, wie wir sie vor einigen Tagen für ›Le Courrier des Stratèges‹ entschlüsselt haben, in Einklang zu stehen. Dies ist nicht die vorherrschende Erklärung in unseren Medien….die dazu neigen, die Verlautbarungen des ukrainischen Verteidigungsministeriums zu wiederholen.

Zumindest sollte man die Aussagen der Russen mit der These einer “Niederlage rund um Kiew und eher mit einer “Umgruppierung der russischen Armee” gleichsetzen.

Die ukrainische Regierung betreibt ihr übliches “zwei Schritte vor und einen Schritt zurück” in Richtung einer Friedensregelung. Heute ist die Rede davon, daß nach dem Abzug der russischen Truppen ein Referendum über den Friedensplan abgehalten werden soll. Der Krieg wird also auf jeden Fall noch ein paar Tage weitergehen.

Unsere Hypothese ist, daß es auf die entscheidende Schlacht des Bodenkriegs hinausläuft.  Die Russen wollen die ukrainische Armee im Donbass endgültig zerschlagen. Sie wollen so viele Truppen wie möglich auf Kramatorsk und Saviansk konzentrieren. Sobald die ukrainischen Truppen dort besiegt sind, wird es, wenn nötig, innerhalb weniger Tage möglich sein, das gesamte linke Ufer des Dnepr zu besetzen. Und in Richtung Odessa vorzustoßen.

Um ein heute zu lesendes Bild aufzugreifen: Beim Schachspiel sind wir an dem Punkt, an dem noch viele Figuren auf dem Brett stehen, aber einer der beiden Spieler einen so entscheidenden Vorteil hat, daß er eine ganze Reihe von Figuren seines Gegners schnell erobern wird.

Die Entstehung eines eurasischen Blocks

Laut einer aktuellen Umfrage des ›Levadazentrums‹, Rußlands führendem/unabhängigem Meinungsforschungsinstitut, liegt die Zustimmungsrate von Wladimir Putin bei 83%, ein Anstieg von 12 Punkten im Vergleich zum letzten Monat. 

Dies ist Putins höchste Zahl seit dem Beginn seiner vierten Amtszeit im Jahr 2018. pic.twitter.com/TWraEYUz7k  (Dimitri Alexander Simes (@DimitriASimes) March 30, 2022)

Das ›Levada-Zentrum‹ für die Erforschung der öffentlichen Meinung ist für seine Unabhängigkeit bekannt. Es hat nun aktualisierte Zahlen zur Popularität von Wladimir Putin veröffentlicht. Sie ist seit dem Beginn des Krieges um 15 Punkte nach oben geschnellt und liegt wie nach der ›Annexion‹ der Krim bei über 80%. All diejenigen im Westen, die dachten, sie könnten den Krieg als Hebel für eine Farbrevolution nutzen, sind um ihre Kosten und Illusionen gekommen.

Der südossetische Präsident Anatolij Bibilow äußert seinen Wunsch, daß sein Land der Russischen Föderation beitritt.

Es wurde vielfach wiederholt, daß Rußland den “Kampf um die Meinungsbildung” gegenüber der Ukraine verliert. In Wirklichkeit geht es hier um die westliche Meinung! Der Rest der Welt sieht anders – und aus unserer Sicht genauer –, was vor sich geht. Das chinesische Fernsehen sendet die Aussagen der Bürger von Mariupol, die berichten, wie sie von der ukrainischen Armee und den Milizen als Geiseln genommen wurden.

Sergej Lawrow traf den iranischen Außenminister in Tanxi anläßlich einer Konferenz über die Zukunft Afghanistans! An der Konferenz nahmen auch die Außenminister von Pakistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan sowie Beobachter aus Indonesien und Katar teil. Das sollte die Amerikaner und die Führer der Europäischen Union alarmieren. Ihre Einfaltspinsel-Geopolitik schweißt einen eurasischen Block endgültig zusammen. Nach China reist Lawrow nach Indien.

Verlassen die Ratten das Schiff? Die ›Washington Post‹ berichtet, daß der berühmte “Laptopvon Hunter Biden, dem Sohn des US-Präsidenten und Freund der ukrainischen Oligarchen, tatsächlich existiert. Erst als die Russen der Welt mitteilten, daß Hunter Biden in die Finanzierung von Forschungen zur biologischen Kriegsführung in der Ukraine verwickelt war, änderte sich die Haltung einer Zeitung, die nur noch ein Schatten ihres früheren Ruhmes ist, grundlegend.

Die Schaffung eines neuen internationalen Währungssystems

Die EU weigerte sich verbal, für Gas in Rubel zu zahlen, wie Putin es verlangte, begann aber in Wirklichkeit, still und heimlich Rubel zu kaufen, was zu einer Stärkung der russischen Währung um 21% in nur wenigen Tagen führte. Die EU ist dabei, die von ihr selbst verhängten Sanktionen zu umgehen. pic.twitter.com/ZWEtE83gXf  (StranNik142857 (@StranNik142857) March 30, 2022)

Dies war das große Thema des Tages. Ein Teil der deutschen Medien und Politiker stellte sich auf die Hinterbeine und bekräftigte die absolute Weigerung, russisches Gas in Rubel zu bezahlen. Dann wurde bekannt, daß der deutsche Bundeskanzler und der russische Präsident am Mittwoch, dem 30. März, miteinander telefoniert haben. Ein Team von Experten aus beiden Ländern werde zusammenkommen, um sicherzustellen, daß der Übergang zur Bezahlung in Rubel nicht zu einer Verteuerung der Preise führe. Deutschland kann das Risiko eines Lieferausfalls für seine Industrie nicht eingehen. Nebenbei bemerkt: Scholz widerspricht der kategorischen Ablehnung, die Emmanuel Macron Wladimir Putin in einem Gespräch am 29. März entgegenbrachte.

Die deutsche Regierung wollte klarstellen, daß Wladimir Putin Olaf Scholz kontaktiert hat und nicht umgekehrt. Das ist ein schwacher Trost, denn für den russischen Präsidenten geht es nur darum, die Pille zu verabreichen. Die russische Führung hat gesehen, wie gut die Aussicht auf Energiezahlungen in Rubel der Landeswährung tut, und denkt bereits über die nächsten Schritte nach.

Der Vorsitzende der Staatsduma, des Unterhauses des russischen Parlaments, Wjatscheslaw Wolodin, schrieb am Mittwoch in seinem Telegram-Kanal: “Es wäre angebracht, die Liste der Waren, die für Rubel exportiert werden können, zu erweitern, einschließlich Getreide, Rohöl und Holzprodukte.
Die europäischen Länder haben alle Marktmöglichkeiten, um in Rubel zu bezahlen. Daran ist nichts Tragisches. Viel schlimmer ist die Situation, wenn es Geld gibt, aber keine Waren”, sagte Volodin. Er fügte hinzu: “Außerdem wäre es angebracht, die Liste der in Rubel exportierten Waren zu erweitern, wenn es unserem Land nützt: Düngemittel, Getreide, Öl, Kohle, Metalle und Holz”, sagte er. Die europäischen Politiker müssen “die Diskussionen beenden und aufhören, nach Rechtfertigungen dafür zu suchen, daß ihre Länder nicht in Rubel zahlen können”, stellte Volodin fest. “Sie haben selbst alles getan, um das Vertrauen in den Dollar und den Euro zu untergraben, sodaß Rußland die gegenseitigen Zahlungen in diesen Währungen abgelehnt hat“, fügte er hinzu.

Oder sollte man annehmen, daß die EU-Länder bereits vor einigen Tagen begonnen haben, Rubel zu kaufen, wie es in dem Tweet heißt, den wir oben abdrucken? Dies würde den Anstieg der russischen Währung erklären! Es gäbe also die Aufregung der Kommunikatoren und die Realität der Machtverhältnisse!

Quelle: https://lecourrierdesstrateges.fr/2022/03/30/guerre-dukraine-30-mars-2022-jour-35-fin-de-journee/

 

 

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