Pierre Chassard

Wenn die industriell-kommerzielle Hypervernunft zur massiven Einführung von fremden Bevölkerungen innerhalb einer eingeborenen Bevölkerung führt, um über billige Arbeitskräfte zu verfügen, wenn die politische Unvernunft die Grenzen des Landes für wilde Einwanderungen offen läßt und zu integrativen Vermischungen antreibt, wenn also die ideologisch-religiöse Vernunftlosigkeit diese Handlungen unterstützt, dann muß man sich fragen, welche Konsequenzen über kurz oder lang für das Wirtsvolk daraus folgen werden. Werden sie für es, was seine biologische und kulturelle Identität betrifft, vorteilhaft oder unheilvoll sein? Werden sie, wie die einen es behaupten, in besonderer Weise bereichernd sein oder, wie die anderen argumentativ zeigen, zerstörend wirken? Stellen wir diese Fragen, selbst wenn die heutigen Vordenker des universalistischen Indifferentialismus propagieren, daß das Gute die planetarische Panmixie ist und das Böse die Erhaltung der natürlichen Differenzen.
Wenn ein wenig erfahrenes Auge auf Menschen gerichtet ist, die von rassisch verschie- denen Eltern stammen, fällt ihm sofort diese Tatsache auf: Sie stehen durch ihre sichtbaren Merkmale im ganzen zwischen den Typen, von denen sie abstammen. Dieser phänotypische Zwischenstand besteht aus elterlichen Merkmalen, die oft weniger deutlich und scheinbar unordentlich zusammengesetzt sind. Von ihrem zusammengesetzten und zwiespältigen Erscheinungsbild hat man meistens das unangenehme Gefühl eines Bruchs der ursprüng-lichen Einheiten und einer plötzlichen Neuzusammensetzung von disparaten und fremden Elementen ohne Logik und Harmonie: Der Mischling ist um so unharmonischer, das heißt häßlicher, desto mehr die elterlichen Typen voneinander physisch und psychologisch, auf allen Gebieten divergieren. Die Bastardierung vereinigt in der Tat disharmonisch zum Beispiel die kurzen Beine und den langen Rumpf, die Weichheit des Charakters und die Männlichkeit des Körpers, den Prognathismus des Gesichts und die Leukodermie der Haut.(1)
Durch eine weniger ausdruckvolle, auf jeden Fall stark reduzierende Formulierung, drückt der Wissenschaftler dieselbe Tatsache aus, wenn er erklärt, daß die Hybridation von Spezies und die Bastardierung von Rassen generell eine Wirkung haben, die genotypisch auflösend und phänotypisch desadaptierend ist. Nach Auflösung des ‚Genkomplexes‘ — der „Einheit des Genotyps“ nach Mayr (2) —, der unter natürlichen Bedingungen gebildet wurde, schafft die scheinbar aleatorische Umverteilung von fremden entsprechenden Genen eine Art Dis-harmonie, die symmetrisch oder asymmetrisch nach den Gendominanzen und —rezessivitäten zwischen beiden Erzeugern liegt. Diese unharmonische Wiederverteilung zieht oft bei den Nachfahren die Verminderung und sogar eventuell das Verschwinden von gewissen Merkmalen oder Fähigkeiten mit sich, die einer der Elternteile besitzt (3). Auf der Hand liegt folglich für die eine Seite der evidente Nachteil einer Kreuzung mit denjenigen, die, gemäß dem farbigen Schriftsteller Aimé Césaire, „nie etwas erfunden, nie etwas geforscht haben“ (4) — nämlich für diejenigen, die ihrerseits alles erfunden, alles erforscht haben.

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›Le Dessinateur à l’ADN et Le Couple‹. Zeichnung von Pierre-Yves Trémois

Die heutige Wissenschaft bestätigt uneingeschränkt die Ergebnisse der berühmten Studie von Eugen Fischer (5) über die Bastarde von Rehoboth, in Südafrika, die sich allerdings nicht in der Sprache der Genetik, sondern der Anatomie, der Physiologie, der Psychologie, der Pathologie, der Soziologie und der Kultur ausdrückte. Sie bleibt musterhaft, denn sie betrachtet wirkliche Menschen unter wirklichen Lebensbedingungen, anstatt spekulativ zu sein. Sie zeigt, daß die Nachfahren von deutsch-holländischen Nordleuten und Hottentotten, die sich untereinander während Generationen gekreuzt hatten und von denen man die Stammfolge schildern konnte, im allgemeinen intermediär zwischen den weißen und schwarzen Extremen waren. Die individuellen anthropologischen Merkmale der konstitutiven Rassen mischten sich wieder mit der größten Varietät, ohne daß sie je eine neue homogene Rasse mit eigenen Zügen bilden konnten. Diese gemischte Bevölkerung, die
eine autonome Gruppierung in einem eigenen Raum, aber unter allen Gruppierungen gemeinsamen Klima bildete, stand rangmäßig zwischen den beiden nicht gemischten Bevölkerungen, wie einem intermediären und eigenen Determinismus unterworfen. Die am wenigsten physisch Enteuropäisierten waren, dank einer weniger verminderten Energie oder einer weniger starken Trägheit, sozial und wirtschaftlich an der Spitze, und die, die den Hottentotten am nächsten waren, gerieten immer mehr sozial und wirtschaftlich in die niedrigsten Schichten, wie es heute in Nordamerika der nordischen Bevölkerung gegenüber und in Südamerika der hispanischen Bevölkerung gegenüber fast immer der Fall ist.
Zu bemerken ist, was man wahrscheinlich verallgemeinern kann, daß diese Gruppierung, obwohl sie über eine große genetische Diversität verfügte, nie im ganzen die entsprechende weiße Gruppierung überholte, trotz gleicher Lebensbedingungen und Aktionsmöglichkeiten, das heißt, wenn es einen Abstand der hottenttotischen Gruppierung gegenüber gab, gab es einen noch größeren Abstand der weißen Gruppierung gegenüber. Was ein gegebenes Merkmal betrifft, wirkt daher die Bastardierung nachteilhaft, und zwar in Bezug auf die originelle Gruppe, die dieses Merkmal besitzt. Wie der Zwischenstand, den sie schafft, hat sie ein doppeltes Gesicht: Sie ist einigermaßen bereichernd für die eine, verarmend für die andere.
Das durch die Vermischung geschaffene intermediäre Erscheinungsbild der Hybriden tritt auch auf der Stufe der Chromosomen auf: zum Beispiel hat der Maulesel eine Zahl von Chromosomen, die zwischen der Chromosenzahl des Pferdes und der Chromosonenzahl des Esels liegt, wie es der Fall bei dem Bastard des Schweines und des Wildschweines ist.
Einige Biologen erkennen die einzelnen Unterschiede zwischen Rassen nur ungern an. Sie behaupten, daß die wilde Bastardierung durch den innerhalb einer Bevölkerung verursach-ten Polymorphismus eine Quelle von Selektionsvorteilen ist. In ihrem Sinne soll dieser künstlich entstandene Polymorphismus ihre Überlebenschancen unter eventuellen Verände-rungen der Umweltbedingungen vervielfachen.
Es ist klar, daß der Wert dieser Theorie vom Wert der Theorie der Evolution durch die Um-weltselektion von Zufallsmutationen abhängt, denn diese bestimmt die erste. Wenn aber die Umwelt auf dem phänotypischen Niveau „nicht viel regiert und beinahe alles erlaubt“ (6), indem sie nur in den extremen Fällen etwas bewirkt und die Mehrheit der Mutationen auf dem molekularen Niveau der Selektion gegenüber neutral ist (7), hat die Theorie der Selek-tion durch die Umwelt nur einen begrenzten Wert; daher auch die Theorie des Vorteils durch den Polymorphismus.
Man kann sich über die Theorie des polymorphischen Vorteils einige Fragen stellen. Ist die Argumentation der Theoretiker nicht zum größten Teil sophistisch ? Hat man es in diesem Fall nicht mit einer Schlußfolgerung zu tun, die ideologisch geprägt ist ? Das scheint in der Tat so, denn es ist vorteilhafter für eine Spezies, daß sie für ihr Überleben und ihren Erfolg aus mehreren Rassen mit verschiedenen deutlichen Merkmalen und Fähigkeiten besteht als eine Zwischenrasse mit mittelmäßigen Merkmalen und Fähigkeiten zu bilden: eine Vielheit von Rassen kann einer Vielheit von Umwelteinflüssen besser begegnen.
Wir nehmen zunächst zwei verschiedene, aber innerlich ‚homogene‘ Reproduktionsgruppen A und C, deren Interkreuzung die polymorphe Population B mit globaler Dominanz von A erzeugt. Wenn eine selektive Umwelt, die A ungünstig ist, entsteht, werden die Komponen-ten, die phänotypisch der ursprünglichen Population A nahe sind, eliminiert, genau wie es die Komponenten der Reproduktionspruppe A im gleichen Falle sein würden. Es besteht dann in diesem Falle kein Vorteil des Polymorphismus dem doppelten Monomorphismus gegenüber, denn es bleibt nur die phänotypische Population C am Leben.
Wir nehmen ferner die beiden ‚homogenen‘ Reproduktionsgruppen A und C, die durch outbreeding die polymorphe Population B bilden, deren gesamte ausgedrückte Merkmale zwischen A und C liegen. Wenn eine selektive Umwelt, die B ungünstig ist, entsteht, wird diese zentrale polymorphe Population zum großen Teil ausgerottet, die beiden Reproduk-tionsgruppen A und C aber nicht: In diesem theoretischen Fall ist der durch exogamische Kreuzung künstlich geschaffene Polymorphismus ein sicherer Nachteil.
Im Gegensatz zu den Behauptungen, die den Spekulationen einiger Theoretiker folgen, kann man sagen, daß die Mischungs- oder Hybridationsheterogenität praktisch keine neuen Über-lebensmöglichkeiten erzeugt im Bezug auf die (relativen) phänotypischen Homogenitäten, aus denen sie entsteht. Sie scheint vielmehr negativ zu sein. Im Tierreich jedenfalls bestätigt das Bestehen zum Beispiel von selbstbefruchtbaren hermaphroditischen Fischen Rivulus marmoratus und Serranus subligarius die absolute Überlegenheit des Bastardierungs-polymorphismus nicht. Ganz im Gegenteil, es widerlegt sie vollkommen.
Die eine genetische Dispersion befürwortende Argumentation betrachtet nur den Polymor-phismus, der durch outbreeding verursacht ist. Dies ist aber nicht der einzig mögliche Polymorphismus, denn es gibt einen natürlichen Polymorphismus innerhalb jeder Rasse. Bestimmte endogene Populationen sind sogar, nach Bateson (8), innerlich differenzierter als bestimmte exogamische Populationen (Mucus domesticus, zum Beispiel, dessen endoga-misch reproduzierter Teil mehr Variabilität aufzeigt als der exogamisch reproduzierte Teil). Das ist auch der Fall beim Menschen. Mayr schreibt, daß „bestimmte menschliche Popula-tionen, die klar das Produkt einer Rassenmischung sind, keine signifikative höhere Variabi-lität zu haben scheinen, als die Variabilität von Rassen, die man ungemischt nennt“ (9). Es folgt daraus, daß der Mischungspolymorphismus, der global nicht innovativ wirkt, absolut nicht nötig ist. Allein genügt eventuell der natürliche oder adaptive Polymorphismus, der etwas Neues bringen kann.
Die Kreuzung von verschiedenen Arten und Rassen erscheint im Gegenteil deutlich desadaptiv und sogar verwirrend. Das geschieht auf verschiedenen Stufen des Tierreichs. Zum Beispiel die Fischbruten von zwei Populationen von Lachsen (Oncorhynchus nerka), die sich jeweils am Eingang und am Ausgang eines Sees fortpflanzen, gehen den Strom jeweils abwärts und aufwärts, um den Ort ihres Wachstums zu erreichen. Die aus der experimentellen Interkreuzung entstandenen Fischbruten dieser nach ihrer Verhaltensweise verschiedenen Populationen zeigen teilweise ein gestörtes und desadaptives Verhalten. In jedem gemischten Wurf gehen die einen den Strom aufwärts, die anderen abwärts, unabhängig davon, wo für sie die Richtung zum See sein mag, das heißt, daß ein Teil von ihnen sich von ihm entfernt anstatt sich ihm anzunähern, um ihn zu erreichen. Andere, die bis in ihr Verhalten bastardiert sind, zeigen eine noch stärkere Störung des Verhaltens: Sie gehen alternativ in beide entgegengesetzte Richtungen, ohne ihr Ziel je zu erreichen.

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Oben: Der „Vater der Genetik“, Gregor Mendel (1822-1884), veröffentlicht in 1865 die Regeln der Vererbung. Unten: James Watson und Francis Crick beschreiben in 1953 die 3D-Struktur der DNA.

Unser natürlichen Bedingungen würde wahrscheinlich mehr als die Hälfte durch die Auf-lösung eines einzigen Charakters ausgeschieden (10). Dilger zitiert seinerseits den Fall von den Bastarden der Papageien Agapornis roseicollis und Agapornis personata, die auch ein gestörtes Verhalten zeigen: Sie mischen kohärenzlos die elterlichen Transportmethoden des Nestmaterials (11). Von Schilcher behauptet, daß, wenn zwei durch eine geographische Trennung gebildete Rassen sich wiederfinden, die Bastarde, die nach dieser Wiederfindung entstehen, oft einen Selektionsnachteil aufweisen, weil „die koaptierten Genkomplexe nicht mehr zusammenpassen“ (12). Je mehr die Eltern genetisch entfernt sind, desto chaotischer ist das Verhalten ihrer Nachkommen im allgemeinen; Dieses chaotische Verhalten umfaßt inkohärenterweise verschiedene und unangepaßte Sequenzen des elterlichen Verhaltens.
Beim Menschen erscheinen manchmal ernsthafte psychologische Störungen, die zum Irrsinn oder Selbstmord führen können. Der Mischling, der sich psychologisch zwischen zwei konträren Richtungen befindet, schwingt unaufhörlich von der einen zur anderen, getrieben von seiner inneren Zerrissenheit.
In vielen Fällen hat die Bastardierung deutlich regressive Folgen, in dem Sinn, daß die Bastarde einen Rückschlag in ihrem Verhalten erleiden. Lorenz, nach Heinroth, nennt die gekreuzten Anatiden, deren archaisches Verhalten weder das des einen noch des anderen Vorfahren ist noch eine Mischung der elterlichen Verhaltensweisen, sondern das Verhalten phylogenetisch primitiver Arten (13). In solchen Fällen ist der gewöhnliche Zwischenstand durch eine echte Regression des Verhaltens, und sogar von anatomischen Zügen, ersetzt. Lorenz schreibt, daß sie „oft weder an die entsprechenden (Verhaltensweisen) der einen, noch an die der anderen elterlichen Art erinnern, noch etwa ein Mittelding zwischen beiden bilden, sondern in ganz anderer Weise zur Ausbildung kommen, indem ein Rückschlag auf eine primitive, philogenetisch ältere Form eintritt“ (14). Er fügt hinzu, daß dies, wie man seit langem weiß, der Fall bei gewissen morphologisch archaischen Merkmalen ist, die in den Bastarden wiedererscheinen. Fischer zitierte dazu das Beispiel des Ohrentyps der alten Buschmänner, der oft bei den Bastarden von Weißen und Hottentotten durchschlägt.
Selbst der einer multi-kulturellen Welt nicht abgeneigte schweizerische Anthropologe Gloor scheint die Mischung der menschlichen Rassen zu befürchten, wenn er schreibt: „Noch einmal hoffend, daß die angenommene totale Vermischung nicht das Wiedererscheinen von archaischen menschlichen Formen verursacht! Beispiel: Die ‚Entzüchtung‘ durch Vermi-schung von europäischen Ochsenrassen hat es den Brüdern Heck erlaubt, den wilden Vorfahren, den Urochs, wiederherzustellen, der vor drei Jahrhunderten verschwunden war, und den man, vor Kraft strotzend, im Münchener Tiergarten bewundern kann.“ (15) Der Vorschlag Cavelli-Sforzas, alle Völker der Erde zu vermischen, um die besten Rassen zurückzudrängen, ist nicht nur bloßer, verbrecherischer Unsinn, sondern im Ergebnis genozidär. Wenn die außerrassische Exogamie Nachteile darstellt, so stellt umgekehrt die innerrassische Endogamie Vorteile dar.
Sie hat vor allem, nach Shields (16), unabhängig von ihrer Natur, eine Verstärkung der Einheit des Genoms und der von ihm bestimmten Eigenschaften zur Folge. Dieser Vorteil ist doppelt. Einerseits werden die „koadaptierten Genkomplexe“ (17), die kohärente Charakterkomplexe bestimmen, normalerweise erhalten; andererseits werden die schädlichen Gene, die von der Exogamie in gemischten Popula-tionen erhalten und verbreitet werden, durch die Homozygotie (Reinerbigheit) entlarvt und so zum Verschwinden gebracht (18).
Von dem oberflächlichen Standpunkt aus, der den intellektuellen und psychologischen Aspekt der Individuen übersieht, wird die scheinbare Leibeskraft der Mischlinge vorgeführt, um damit propagandistisch die gefährlichen Integrationen zu rechtfertigen. Da sie vorübergehend ist und oft aus besseren Hygiene- und Ernährungsbedingungen hervorgeht, ist sie keine absolut positive Tatsache zugunsten der Bastardierung. Statt einer Heterosis (Leistungsverstärkung) kann umgekehrt ein Vitalitätsrückschlag auftreten. Eine übertriebene Exogamie außerhalb gewisser Grenzen ruft unter natürlichen Bedingungen unter anderem Nachteile hervor, was Shields eine outbreeding depression nennt, das heißt eine mehr oder weniger starke Bastardierungsdepression als Vitalitätsrückschlag.
Im Pflanzenreich erzeugt Delphinium nelsoni die wenigsten Pflänzlinge, wenn die Mutter- pflanzen eines einzigen Typs mit einem Abstand von 100 m gewachsen sind und die meisten, wenn dieser Abstand von nur 10 m Länge ist. Das bedeutet, daß eine minimale Differenz innerhalb einer großen Gleichheit, oder eine kleine Veränderung der Lebens-bedingungen, wirkungsvoller sind als eine große Differenz.
Vincent betrachtet die freie Rassenvermischung und Artenkreuzung als Perversionen: „Bis auf einige Perversionen“, schreibt sie, „ ‚paaren‘ sich weder die Pflanzen und die Blumen aus verschiedenen Spezies, noch meistens die aus Varietäten einer einzigen Spezies. Wenn solche Bestäubungen stattfinden, wird einfach der ungeeignete Pollen durch das Pistill (Blütenstempel), das er zu erobern versucht hat, gestoßen.“ (19)
Auf dem menschlichen Gebiet zeigen einige von Bateson zitierte Studien, daß die Frucht-barkeit im Zusammenhang mit der Ähnlichkeit zwischen Eltern steht, was den Wert der Gegenbehauptung über die Erstarkung durch die Bastardierung enorm relativiert (20). Es ist ganz klar, daß die biologische Nähe nicht so unheilvoll ist wie es manchmal behauptet wird: Der Ursprung eines Stammes, einer Rasse, einer Spezies ist während zahlreicher Genera-tionen und vor nachfolgenden Spaltungen unvermeidlicherweise von sehr engen Kreuzun-gen begleitet, ohne irgendwelche Degeneration hervorzurufen. Diese Kreuzungen befestigen in der Tat die bestehenden Merkmale, welche auch immer ihre Natur sei.
Die Nachteile der außerrassischen Exogamie erscheinen unbestreitbar, nach Bateson wegen der Verteilung der inkompatiblen Blutgruppen.
„Der Komplex r ist zum Beispiel bei den Chinesen nicht häufig (is very unfrequent), dahingegen umso mehr bei den Europäern (Mourant, Kopec und Domaniewski-Sobozak, 1976). Das bedeutet, daß eine Chinesin mit einer negativen Rhesusgruppe, die mit einem Europäer mit einer positiven Rhesusgruppe verheiratet ist, wahrscheinlich ‚blaue‘ Babys nach dem ersten Kind gebären wird, was die Wirkungen der Erstarkung durch Hybridation über den Fortpflanzungserfolg des Paares mehr als neutralisieren wird“ (21). Diese Bemerkung gilt wahrscheinlich auch für die Erbkrankheiten, die gewissen Gruppen anhaften. Jedenfalls haben die historischen Wirk-lichkeiten mehr Beweiskraft als die theoretischen Konstruktionen, die, von den Drosophilen (22) ausgehend (die die Dysgenie der Hybriden — hybrid dysgenesis — auch kennen), gemacht werden, um die breiteste Panmixie vorteilhaft erscheinen zu lassen: Die Gelben, die seit mehreren Tausenden von Jahren bestehen, brauchten sich nicht mit Schwarzen oder Weißen zu mischen, um sich gewaltig zu vermehren und dem selektiven Druck ihrer Umwelt sehr wirkungsvoll entgegenzutreten. Sie haben ihre Spezifität bewahrt und zugleich Kulturen entwickelt, deren Rang von gemischten Völkern nie erreicht worden ist. Damit beweisen sie nachdrücklich, daß derartig erfolgreiche Fähigkeiten nicht auf dem Wege der Bastardierung erworben werden — auf dem sie nur zu verlieren sind.
Man kann das nicht von den gemischten hispano-negro-mongoliden Massen aus Zentral-amerika oder negro-arabiden Massen aus Nordafrika sagen, die trotz den zugeteilten Hilfen kaum auf dem afrikanischen Niveau stehen. Eine blinde Bastar-dierung von mehreren Jahrhunderten hat ihnen die verschiedenen Eigenschaften, die den wirtschaftlichen und kulturellen Reichtum gewisser Nationen ausmachen, nicht gebracht. Medawar ist ziemlich klar über die menschliche Bastardierung, wenn er sagt:
„Bei Bastardierung zwischen Menschen verschiedener Rassen braucht eine Vervollkommnung nicht erwartet zu werden, da beide Rassen wahrscheinlich eine gut ausgewogene Genkombination haben, die ihrer eigenen Umwelt entspricht.“ (23) Eine begrenzte und zeitweilige Verbesserung scheint jedoch möglich, wenn die eine Rasse durch einige Gene der anderen einige Fähigkeiten, die bei ihr fehlen, bekommt. Eine solche genetische Übertragung, wenn sie der ersteren zugute kommt, wäre ein Verlust für die letztere, die sie als eine Degradierung durch sich selbst wahrnehmen würde.
Ein aufschlußreiches Zeichen von Anlagendifferenzen ist die Wanderung von verhältnis-mäßig primitiven Rassen zu den Industrieländern von Nordamerika und Nordeuropa, die die niedrigsten und am wenigsten qualifizierten Arbeiten verrichten: Nach einer gerade erst abgeschlossenen Entkolonialisierung kommen sie zu ihren alten Herren zurück, oder sie suchen sich neue Herren, die fähig sind, ihr tägliches Brot zu sichern, weil aus ihren eigenen Reihen keine Elite, die für ihren Aufstieg zum Entwicklungsniveau der fortgeschrittenen Nationen unentbehrlich ist, auftaucht.
Man kann sich vorstellen, daß die aufnehmenden Nationen eines Tages desto radikaler verändert sein werden, je massiver die Einwanderung ist. In der Tat werden beide Popula-tionen, die ‚Empfangspopulation‘ und die ‚Importpopulation‘, entidentifiziert, die erstere zu ihrem irreparablen Nachteil, wenn beide zahlenmäßig gleich sind. Die einheimische Popula-tion wird nach einigen Generationen, mit Ausnahme weniger spezifischer Gene vielleicht, durch die allogene Population total verdrängt, wenn sich eine differentiale Genreproduktion zu ihrem Nachteil auswirkt. Man wird dieses Verschwinden entweder als Ergebnis eines selbstmörderischen Verhaltens der ersten oder als Ergebnis eines praktisch genozidären Verhaltens der zweiten interpretieren können.
Die massive Einwanderung von allogenen Populationen innerhalb unserer Populationen und ihre intime Integration sind daher nicht ohne Gefahr. Anstatt eine wirkliche Bereicherung zu sein, sind sie im Gegenteil ein Verfalls- oder ein Auflösungsfaktor. Für die korrupte Ver-nunft wie für die pervertierten Instinkte sind sie wünschenswerte Handlungen. Für ein Volk aber, das seine eigene rassische Natur aus gesunder Lebenskraft bewahren will, sind sie kompromißlos zu bekämpfen. ◊

1  Dobzhansky aus Amerika, einer der wichtigsten Genetiker der sowjetischen Mannschaft von Schetvorikow, behauptet auch, daß ein großer Teil der so geschaffenen (bei den Bastarden) gene-tischen Neuzusammensetzungen unharmonisch sei, der Umwelt schlecht angepaßt, und daß sie durch die Selektion eliminiert werden. Siehe: Die genetischen Grundlagen der Artbildung, Gustav Fischer, Jena, 1939.
2  E. Mayr, Animal Species and Evolution, Belknap Press of Harvard Univ.Press, Cambridge (Mass.), 1963.
3  W. M. Shields: ›Optimal Inbreeding and the Evolution of Philopatry‹. In: Mate Choice, Cambridge University Press, Cambridge, 1983.
4  A. Cesaire, Cahier d’un retour au pays natal, Editions Présence africaine, Paris, 1971.
5  E. Fischer, Die Rehoboter Bastards und das Bastardierungsproblem beim Menschen, Gustav Fischer, Jena, 1913.
6  R. Chauvin, La biologie de l’esprit, Editions du Rocher, Monaco, 1985.
7  M. Kimura, Die Neutralitätstheorie der molekularen Evolution, Paul Parey, Berlin und Hamburg, 1987.
8  P. Bateson, Mate Choice, Cambridge University Press, Cambridge, 1983.
9  E. Mayr, Populations, espèces et évolutions, Hermann, Paris, 1974.
10  Brannon, zitiert von Shields, a.a.O. (Anm.3).
11  W.C. Dilger: ›The Behavior of Lovebirds‹. In: Scientific American, 206, 1962, 88‒98.
12  F. von Schilcher, Vererbung des Verhaltens, G. Thieme, Stuttgart–Neu York, 1978.
13  K. Lorenz, Über tierisches und menschliches Verhalten, Piper, München, 1965.
14  Ebenda.
15  Siehe: Gloor, Racismes-Antiracismes, zitiert von Eric Delcroix, La francophobie, Libres opinions, Paris–Conchobar, 1993.
16  W. M. Shields, a.a.O. (Anm.3).
17  L. Partridge: ›Non-random Mating and off-spring Fitness‹. In: Mate Choice, Cambridge University Press, Cambridge, 1983.
18  W.M. Shields, a.a.O. (Anm.3).
19  C. Vincent: ›Les fleurs aussi savent le dire‹. In: Le Monde, 6. Januar 1993.
20  P. Bateson, a.a.O. (Anm.8).
21  Ebenda.
22  Die Bezeichnung leitet sich von drosophila melanogaster, einer Taufliegenart ab, die als Versuchstier für die Vererbungsforschung dient. Es sind also Biologen gemeint, die die Ergebnisse aus den Drosophila-Versuchen als allein bindend ansehen (Anmerkung der Redaktion).
23  P. B. Medawar, The Future of Man: The Reith Lectures, London, 1960.